Mit dem Opener in Sölden eröffnet der Ski-Weltcup seine Pforten. Die Wetterbedingungen lassen auf einen gelungenen Auftakt hoffen, der dank dem Bayerischen Rundfunk auch in Deutschland teilweise live zu sehen sein wird. Das ist aber nicht die einzige Neuerung für den anstehenden Winter. Ski2b fasst die wichtigsten Veränderungen zusammen.

Votum gegen Ski-Söldner
Ein Österreicher, der auf einmal für Bulgarien startet? Ein Schweizer, der unter moldawischer Flagge seine Chance im Weltcup sucht? Mit solchen Nationenwechseln soll nun Schluss sein - wenigstens wird der Tausch der Nationalität und die damit verbundene Startberechtigung für FIS-Veranstaltungen deutlich erschwert. Wer es dennoch versucht, muss mindestens zwei Jahre fest im neuen Heimatland leben und von diesem einen Reisepass ausgestellt bekommen. Ausnahmen gibt es nur bei politischen Flüchtlingen.

Mehr Gesundheit
Der schlimme Unfall von Matthias Lanzinger hat den FIS-Verantwortlichen zu denken gegeben. Auch wenn sich die Veranstalter in Kvitfjell von jeder Schuld freisprechen, in Zukunft wird es striktere Anweisungen zum Rettungswesen geben, die helfen sollen, Spätfolgen wie die Beinamputation des Österreichers zu verhindern. In Kapstadt reglementierte die FIS die Ausrüstung der Rettungshubschrauber und die Qualifikation der Rettungsteams. Zudem beschloss die FIS die Übernahme des WADA-Kodexes bei der Anti-Doping-Politik.



Neue Gastgeber
Herzlich Willkommen Bansko und La Molina! In Bulgarien und Spanien werden an ganz neuen Orten erste Weltcups jeweils für die Damen stattfinden. Sonst folgt der Weltcup-Kalender dem bekannten Fahrplan: Levi in Finnland fungiert als Zwischenstation zwischen Sölden und den Nordamerika-Rennen, danach bleibt der Zirkus in Europa. Die Klassiker folgen im Januar, der Februar ist größtenteils für die WM reserviert. Mit Sölden, Levi, Zagreb, Garmisch-Partenkirchen und dem Finale in Are werden Damen und Herren an fünf Orten gemeinsam auflaufen. Dem deutschen Standort Garmisch kommt in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu: Neben dem Testlauf für die neue Kandahar-Strecke ist der Termin auch ein letzter Formcheck vor dem WM. Die Damen haben noch ein zweites Gastspiel auf deutschem Boden, sie treten in Ofterschwang um Weltcup-Punkte an.

Wer holt die große Kugel?
Gern erörtert die Fachwelt die Chancen der Top-Favoriten vor Saisonstart. Wie vergänglich solche Prognosen sind, belegen die Verletzung von Aksel Lund Svindal im Vorwinter und der aktuelle Fall von Marlies Schild. Im Damen-Weltcup sollten die Technikerinnen nach dem Aus der Slalom-Königin der letzten zwei Jahre im Vorteil sein - Schilds 640 Punkte aus dem letzten Winter werden nun zum Teil an Nicole Hosp, Anja Pärson oder auch Maria Riesch gehen. Ob Lindsey Vonn eine weitere derart dominante Abfahrts-Saison gelingt, bleibt fraglich. Die Titelverteidigerin ist jedenfalls nicht die Top-Favoritin in diesem Winter. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Anja Pärson, die mit neuem Material und neuem Siegeshunger in die Saison geht. Neben ihr ist wohl Maria Riesch eine Top-Anwärterin auf die große Kugel.

Wo steht Svindal?
Bei den Herren werden viele das Comeback von Aksel Lund Svindal genau beobachten. Wie viel Rennpraxis fehlt dem Norweger nach der langen Pause noch? Ist er gleich wieder in der Lage, ganz nach vorne zu fahren? Falls ja, wird er Bode Miller die Titelverteidigung nicht leicht machen. Auch Benni Raich ist immer ein heißer Kandidat auf den Gesamtsieg. Hinter ihnen stehen eine größere Gruppe von siegeshungrigen Athleten bereit, eventuelle Ausrutscher der besten Allrounder auszunutzen, darunter Daniel Albrecht, Didier Cuche oder Ted Ligety. Wer das Rennen macht, wird wohl auch eine Frage der Gesundheit sein. Die Ausgangskonstellation verspricht allerdings bei Damen und Herren viel Spannung.