Seit dem Frühjahr 2008 wird die sportliche Infrastruktur von Damen- und Herrenstrecken für die FIS Alpinen Ski Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen durch groß angelegte Um- und Ausbaumaßnahmen auf internationales Weltmeisterschaftsniveau gebracht. Durch die umfangreichen Baumaßnahmen sind neben zwei separaten Rennstrecken, elf neue Streckenabschnitte entstanden. Diese hatten noch keine Namen. Aber das hat sich jetzt geändert.

Vorschläge aus der Bevölkerung
Bei der Namensfindung half die Bevölkerung von Garmisch-Partenkirchen tatkräftig mit. Die Beteiligung der skibegeisterten Bürger lag dem Organisationskomitee der Ski-WM (OK GAP 2011) ganz besonders am Herzen. „Es gibt doch nichts Schöneres als die Kreativität der Bürger zu nutzen, um bedeutungsvolle Namen für die neuen Streckenabschnitte zu finden. Schließlich werden sie auch die Strecken im Winter nutzen“, findet Walter Vogel, Geschäftsführer des OK GAP 2011.

Prominente Beteiligung
Dem gemeinsamen Aufruf des Marktes und des WM-OK´s, sich bei dieser Aktion zu beteiligen, folgten dann auch zahlreiche Personen. Sogar Skifans aus der Schweiz gaben Vorschläge ab, insgesamt knapp 300 Personen mit über 2.500 Einzelvorschlägen. Sogar die Südtiroler Rennläufer Patrick Staudacher (WM-Gold im Super-G von Are 2007) und Kurt Sulzenbacher schickten ihre Vorschläge aus einem Trainingslager aus dem fernen Argentinien.

Positive Resonanz
Die Organisatoren zeigten sich auf Grund der positiven Resonanz dieser öffentlichen Maßnahme sehr zufrieden. Peter Fischer, Geschäftsführer des OK GAP 2011: „Die Anzahl der Teilnehmer und der abgegebenen Vorschläge zeigen uns deutlich, wie hoch das Interesse der Bevölkerung an der Ski-WM ist.“

Expertengremium
Aus den zahlreichen Einzelvorschlägen musste schließlich ein Expertengremium um den 1. Bürgermeister Schmid, Peter Fischer, Heinz Mohr (Ressortleiter Streckenbau), Peter Nagel (Tourismusdirektor GAP) und Josef Ostler (Vorsitzender des Vereins für Kunst- und Kulturgeschichte im Landkreis Ga-Pa) die endgültigen Namen auswählen. „Ich denke wir haben eine gute Mischung gefunden“, sagte Schmid zufrieden. Am 17.Oktober wurden die Namen für die neuen Streckenabschnitte im Rahmen der jährlich stattfindenden Bürgerinfo bekannt gegeben.

Neue Streckenabschnitte Kandahar Damen

Waldeck
Nach dem „Bödele“ fahren die Damen in einen völlig neuen Streckenabschnitt. Die technisch sehr anspruchsvolle Traverse ist der Beginn des schwierigen Mittelteils der Damenabfahrt.

Ramwiesen
Dieser Abschnitt, parallel zum „Eishang“ direkt unter der Kreuzeckbahn, liegt im Flur „Ramwiesen“. Der alte Flurname reicht bis ins 17.Jahrhundert zurück und bedeutet „geräumte“, also gerodete Wiesen.

Höllentor
Dieser Abschnitt führt mit einer lang gezogenen Rechts-Kurve Richtung „Hölle“.

Neue Streckenabschnitte Kandahar Herren

Olympiakurve
Große, lang gezogene Links-Kurve unterhalb des „Tröglhangs“. Direkt daneben verläuft die Olympiaabfahrt auf der 1978 die Damenabfahrt ausgetragen wurde.

Panorama-Sprung
Großer Sprung nach der Olympiakurve. In diesem Bereich ist das herrliche Panorama mit Eibsee und Waxensteinmassiv zu sehen.

Stegerwald
Dieser komplett neue Streckenabschnitt ist nach dem uralten Flurnamen benannt. Die gesamte Waldfläche unterhalb des Kreuzjochs heißt „Stegerwald“. In diesem Abschnitt liegt auch der neue Start des Herren Super-G.

Alte Quelle
Dieser Bereich des neuen Mittelteils der Herrenabfahrt erstreckt sich bis zum „Bödele“ und mündet in die ursprüngliche Kandaharabfahrt. In diesem Abschnitt liegt eine alte Quelle.

Kramersprung
Mit einem Sprung geht es in den zweiten komplett neuen Streckenabschnitt der Herrenabfahrt. Nach dem „Seilbahnstadelsprung“ biegen die Herren noch vor der Hölle, in Fahrtrichtung nach rechts, ab. Der Sprung geht zwischen 20 und 40 Meter und zielt direkt auf den Kramer.

Padöls
Die alte „Hölle Umfahrung“ wurde erweitert, um einen neuen spektakulären Streckenabschnitt für die Herren zu bekommen. Hier wird eine große, lang gezogene Links-Kurve um die „Einser Stütze“ der Kreuzeckbahn gefahren. Die Herkunft dieses Flurnamens ist nicht bekannt, hat aber nichts mit „Bad Tölz“ zu tun!

Auf der Mauer
Die Athleten springen von einem flacheren Teilstück (Flurname „auf der Mauer“) in den steilsten Hang der Abfahrt.

Freier Fall
Dieser Abschnitt ist die steilste Stelle (90%) und der Schlussabschnitt der Herrenabfahrt. Er ist komplett vom Ziel einsehbar. Am Ende des Hanges mündet die Abfahrt in den bereits existierenden „Tauber-Schuss“.