Für Österreichs Slalom-Ass Marlies Schild haben sich die Ziele nach ihrem schweren Trainingssturz in Sölden komplett verschoben. Bei einem ersten öffentlichen Auftritt im Sanatorium Kettenbrücke äußerte sie sich vor den Medienvertretern und gab einen Einblick in ihre momentane Gefühlswelt.

Guter Heilungsverlauf
Die gute Nachricht vorweg: Die Ärzte im Sanatorium Kettenbrücke konnten ihre Patientin loben und äußerten sich zuversichtlich, dass der Heilungsverlauf bei Marlies Schild gut vorangehen wird. Das sieht auch sie selbst so: "Die Heilung verläuft bisher einwandfrei. Mir geht es auch psychisch schon viel besser und ich bin dabei, mich an die neue Situation zu gewöhnen," erklärte Schild. Der behandelnde Arzt Dr. Sperner betonte, dass es keine Entzündungen gebe und auch keine Probleme bei der Hautheilung. Am 15. Oktober werde die rund 15 Zentimeter große offene Wunde operativ geschlossen. Nach wenigen Tagen beginnt dann für die beste Slalom-Fahrerin der letzten beiden Jahre bereits die Physiotherapie.

"Kein Weltuntergang"
Auch Marlies Schild selbst gab sich wenige Tage nach dem Unglück gelöst. "Ein Risiko ist bei uns natürlich immer dabei. Ich hab' den Schwung zu früh angesetzt und vielleicht auch zuviel riskiert. Das ist jetzt natürlich eine blöde Situation, aber kein Weltuntergang", so Schild. "Ich habe mir vor der Saison Ziele gesetzt und hart dafür gearbeitet. Jetzt haben sich die Ziele eben verändert. Ich mache jetzt einen Schritt nach dem anderen. Ob ich im März oder im Mai zurück komme, spielt im Moment keine Rolle." Freuen konnte sich die 27-Jährige über viele Genesungswünsche von Fans und Freunden: "Ich hab' unglaublich viele SMS von Freunden und Teamkolleginnen, Zeichnungen von Kindern oder Glückwünsche von Fans bekommen. Das zeigt, das viele an mich denken und baut einen natürlich auf."

Keine Zeit zu verlieren
Dabei hätte alles auch viel schlimmer kommen können, wenn die medizinische Erstversorgung und der anschließende Hubschrauber-Transport ins Klinikum nicht reibungslos funktioniert hätte. "Das war höchste Eisenbahn. Die Operation länger aufzuschieben wäre sehr gefährlich für das Bein gewesen," verdeutlichte Dr. Sperner. Nur zu offensichtlich sind die Parallelen zum tragischen Unfall von Matthias Lanzinger in Kvitfjell, der länger auf den Rettungshubschrauber warten musste und im Anschluss sein Bein verlor. So wird Marlies Schild in fünf bis sechs Monaten wieder intensiv trainieren können, um im nächsten Jahr gewohnt stark auf die Weltcup-Bühne zurückzukehren.