Noch 2005 befand sich die Schweizer Ski-Mannschaft am Tiefpunkt, bei der WM in Bormio gingen die Eidgenossen völlig leer aus. Seitdem hat sich die Bilanz in der Alpenrepublik wieder deutlich verbessert. Entsprechend optimistisch gehen die Cheftrainer der Damen und Herren, Martin Rufener und Hugues Ansermoz, in die neue Saison.

Erfolgreiche Vorsaison
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, hält Rufener anlässlich einer Pressekonferenz in Biel fest. Daher setzt der Herren-Chef seine Messlatte auch hoch: Die Ergebnisse des Vorjahres sollen erneut erreicht werden. Das waren immerhin 21 Podestplätze, sechs siege, eine kleine Kristallkugel durch Topfahrer Didier Cuche in der Abfahrt und Platz zwei in der Nationenwertung noch vor den USA. Kurz: das beste Ergebnis seit 1996. Darauf soll nun aufgebaut werden, denn das Potenzial im Kader ist groß.



Viele Leistungsträger sorgen für hohe Erwartungen
Mit Didier Cuche, Marc Berthod, Daniel Albrecht und Marc Gini hatten die Schweizer gleich vier Siegfahrer in ihren Reihen, die auch in dieser Saison wieder voll angreifen können. Dazu kommen Leistungsträger wie Didier Defago oder Carlo Janka, von dem ein Leistungsschub erwartet wird. Nach Verletzungen wieder zurück sind zudem Silvan Zurbriggen und Beat Feuz, wenn auch gerade für Zurbriggen noch ein gewisser Nachholbedarf besteht. Sein Einsatz bei den ersten Rennen ist daher noch fraglich. Diese Kerntruppe soll auch für Medaillen bei der WM in Val d'Isere sorgen, dreimal Edelmetall lautet die Vorgabe von Martin Rufener.

Damen hoffen auf den Speed-Bereich
Von perfekten Bedingungen beim Schneecamp der Damen in Neuseeland konnte Hugues Ansermoz berichten. Auch deswegen hofft er, die Bilanz aus dem Vorjahr vielleicht noch zu übertreffen. Vier Siege stehen dabei im Pflichtenheft, zudem gelang Fabienne Suter der dritte Rang im Super-G Weltcup. Auch wenn sich neben den Speed-Erfolgen ein Aufschwung in den technischen Disziplinen, insbesondere im Slalom, konstatieren lässt, gerade im Riesenslalom waren die Schweizerinnen noch nicht konkurrenzfähig. Dafür sollen die schnellen Damen 2008/2009 wieder punkten, in Super-G und Abfahrt sind die Eidgenössinen gut aufgestellt.

Vier Topfahrerinnen - einige Verletzte
Die Hoffnungen ruhen dabei in erster Linie auf Suter, Nadia Styger und Martina Schild, dazu kommt Top-Talent Lara Gut, die sich eigenständig auf die Saison vorbereitet. Diese Damen sollen auch für eine WM-Einzelmedaille sorgen und zudem mit den Herren zusammen beim Nations Team Event aufs Stockerl fahren. Einige Sorgen gibt es bei denm schweizer Damen aber auch, denn die Verletztenliste ist vor Saisonbeginn recht lang. Pascale Berthod hat Rückenprobleme, Celina Hangl verletzte sich im Trainingslager, während Tamara Wolf auch in dieser Saison nach dem Schien- und Wadenbeinbruch von November 2007 noch nicht voll belastbar sein wird. In den Kader zurückkehren werden dagegen Aita Camastral und Nadja Vogel.