Nahezu bei jeder digitalen Kamera oder bei jedem Scanner gehört auch eine Bildbearbeitungssoftware mit zum Lieferumfang. Die unterschiedlichsten Produkte tummeln sich inzwischen auf dem Software-Markt, so dass eine komplette Bewertung aller Produkte schwierig erscheint. Im professionellen Bereich geht allerdings an der Software „Adobe Photoshop“ kein Weg vorbei. Der Photoshop besticht mit maximaler Leistung bei der Bildbearbeitung, ist aber mit ca. 1.000 Euro für die Vollversion auch entsprechend teuer. Wer sich daher nicht an die aktuellste Version heranwagt, kann eine gebrauchte, ältere Variante der Software erstehen. Im Preissegment um 100 Euro empfiehlt sich zunächst die abgespeckte Variante des Photoshops, Adobe Photoshop Elements. Sie wurde von der Stiftung Warentest im März 2006 zur besten Lösung gekürt. Damit können grundlegende Funktionen wie beim 'großen Bruder' getätigt werden, außerdem ist ein Archivierungstool integriert. Empfehlenswert ist auch die Software 'Paint Shop Pro' aus dem Hause Corel, die im selben Preissegment angesiedelt ist. Wer kein Geld ausgeben möchte, findet auch bei Freeware gute Lösungen. Eine davon ist 'The Gimp'. Das Programm lässt sich unter www.gimp.org kostenlos herunterladen, dort stehen in englischer Sprache auch Tutorials zur Verfügung. Jede Bildbearbeitung wird mit ähnlichen Mitteln verschiedene Effekte bewirken, die Einarbeitung in ein neues Produkt sollte mit Ruhe und etwas Zeit erfolgen. Vor der Auswahl einer Software ist es notwendig, die Systemvoraussetzungen zu prüfen. Generell sollte eine Computer mit einer möglichst schnellen und ausreichend großen Festplatte, sowie genügend Arbeitsspeicher ausgestattet sein, um sinnvoll damit arbeiten zu können. In der Folge werden die konkreten Optimierungsschritte anhand der führenden Software-Lösung, dem Adobe Photoshop, erläutert.

Den Bildausschnitt verändern
Bevor man mit der Bildbearbeitung beginnt, sollte sichergestellt sein, dass die Versuche an einer Kopie des Bildes unternommen werden. So kann es bei einem Fehler nicht zu Datenverlusten kommen. Ein wichtiges Element der Bildbearbeitung ist die nachträgliche Veränderung des Bildausschnittes. Mit dem Ausschneiden-Werkzeug kann das Bild nach Wunsch zurecht geschnitten werden, zum Beispiel wenn ein wenig interessanter Teil des Fotos entfernt werden soll. Wer eine spezielle Größe erreichen will, kann diese in der Menüleiste in Pixeln oder Zentimetern angeben. Mit einem Doppelklick wird der selektierte Bereich ausgeschnitten. Eine andere Möglichkeit bietet das Lasso-Tool. Damit lassen sich komplexe Formen, beispielsweise Sportler, herausschneiden. Somit kann ein Athlet vor einen völlig neuen Hintergrund montiert werden. Dazu wird einfach mit der Spitze des 'Lassos' ein erster Punkt gesetzt und dann mit gedrückter Maustaste das gewünschte Motiv umrandet. Danach wählt man die Funktion 'Auswahl umkehren' und kann nun den Hintergrund mittels der Entfernen-Taste löschen. Natürlich kann auch der markierte Bereich gelöscht werden - dann entfällt die Umkehr der Auswahl. Bei Ausschnitten dieser Art ist es zumeist sinnvoll, die entstehende harte Schnittkante weichzuzeichnen. Dafür ist die Funktion 'Weiche Auswahlkante' im Auswahl-Menü zu verwenden. Als nützlich kann sich auch das Zauberstab-Werkzeug erweisen. Damit lassen sich farbähnliche und zusammenhängende Bereiche mit einem Klick markieren und danach bearbeiten. Abgeschlossen werden Veränderungen durch den Befehl 'Auswahl aufheben'. Danach wird das nun veränderte Bild wieder normal angezeigt.

Ungewollte Elemente entfernen
Oftmals tauchen auf fertigen Fotografien Elemente auf, die den Gesamteindruck stören können. Das können Werbebanden sein, Industrieschornsteine oder Müll auf dem Boden. Auch die bei eingescannten Bildern häufig auftretenden Staub- und Kratzspuren lassen sich mit dem Kopierstempel-Werkzeug entfernen. Dieses Tool bekommt zunächst einen 'perfekten' Vorlagebereich zugewiesen und überträgt diesen dann auf die ungewollte Stelle, übermalt sie also. Besonders eignet sich dieser Trick bei großen Flächen, wie Himmel, Wasser, Wiese oder ähnlichem. Die Fixierung der Vorlage erfolgt nach der Aktivierung des Kopierstempels durch Drücken der ALT-Taste. Die besten Erfolge werden erzielt, wenn der Bildausschnitt zuvor vergrößert wurde, so dass gerade am Rand die einzelnen Punkte sauber übermalt werden. Für gute Ergebnisse sollte die Werkzeugspitze in ihrer Dicke jeweils angeglichen werden. Bei großen Flächen eignen sich oft auch große Spitzen, während öfter angesetzte, kleine Werkzeugspitzen nicht den gewollten Effekt erzielen. Der Kopierstempel kann auch komplexe Formen replizieren - daher können auch die Fenster eines Hauses als Vorlage dienen. Am besten eignen sich allerdings klar abgesetzte Formen für diesen Effekt.