Wer sich einiger Tricks bedient, kann bereits lange vor der eigentlichen Veranstaltung auf die Suche nach den besten Blickwinkeln gehen. Denn natürlich finden in jeder Sportart vor den Hauptevents viele Trainingseinheiten statt. Ein gutes Übungsprogramm für den noch ungeübten Fotografen ist es daher, bei solchen Trainings vor Ort zu sein. Zum einen entstehen dabei interessante Kontakte, zum anderen lassen sich viele unterschiedliche Standorte ausprobieren. Wer sein Bildmaterial im Anschluss dem gastgebenden Verein zur Verfügung stellt, findet damit sicher positiven Anklang. Bei der Veranstaltung selbst gilt es, möglichst früh vor Ort zu sein. Gerade, wenn die Lokalität unbekannt ist, sollte zunächst nach den besten Standorten gefahndet werden. Der örtliche Pressesprecher gibt sicherlich gerne Auskunft, ob Standorte für die Fotojournalisten reserviert wurden und wie diese zugänglich sind. Die besten Plätze können bei einem medial interessanten Wettbewerb schnell vergeben sein - auch von Zuschauern, die vielfach die Foto-Arbeiten an Strecken ungewollt behindern.

Geeignete Plätze selbst erkennen
Wer auf der Suche nach dem idealen Standort ist, kann sich zum einen an den ausgewiesenen Plätzen der Profi-Fotografen orientieren. Zum anderen sollte man sein eigenes Auge für die Umgebung schulen. Geeignet sind vor allem Szenerien mit Hintergründen, die nicht unruhig wirken oder relativ weit weg vom Motiv liegen. Dabei kann man auch landschaftlich reizvolle Blickfänge integrieren. Die Kombination von Natur- und Sportfotografie rechtfertigt auch die Wahl einer kürzeren Brennweite, während der Fotograf sonst eher das Motiv bildfüllend in Szene setzen wird. Ebenfalls muss der Stand der Sonne berücksichtigt werden. Eine im morgendlichen Licht perfekt beleuchtet Einstellung kann Gegenlicht oder im völligen Schatten an Wert verlieren.

Andere Blickwinkel finden
Einen besonderen Reiz für Sportfotografen haben Aussichtspunkte. Bei einer Einstellung aus großer Höhe können sehr interessante Aufnahmen entstehen. Neben möglichen natürlichen Punkten bei Outdoor-Veranstaltungen, wie Hausdächern, Tribünen, Hügeln oder Brücken kann es auch sein, dass von den Organisatoren speziell für den Wettbewerb solche Punkte installiert werden. Auch von der Plattform eines Kranwagens sind ungewöhnliche Ansichten möglich. Ob es solche Orte gibt und wie sie genutzt werden können, wird vor Ort durch den Veranstalter oder Pressesprecher vermittelt. Auch hier gilt: Die Chancen des Fotografen steigen, je früher die Möglichkeiten erkannt und genutzt werden. Neben dem Blick von oben sollte nach Möglichkeit auch die Perspektive von unten versucht werden. Natürlich funktioniert diese nur bei entsprechender Nähe zum Athleten, doch kann in diesem Fall die Bodenansicht eine reizvolle Alternative sein.

Indoor ist nicht gleich Outdoor
Viele, aber nicht alle Sportarten finden unter freiem Himmel statt. Bei dieser Variante steht ein Bildjournalist vor den meisten Variablen: Wind, Sonne, Licht, Regen verändern schließlich nicht nur die abzulichtende Szenerie, sondern sorgen auch für die Umweltbedingungen des Fotografen. Er schwitzt oder friert, muss seine Ausrüstung vor Nässe schützen oder rutscht auf schlüpfrigen Böden aus. Vielleicht fällt es auch schwer, im böigen Wind auf dem mühsam erkämpften Aussichtsplatz die Kamera ruhig zu halten. All das kommt bei Indoor-Veranstaltungen nicht zum Tragen. In Hallen muss der Fotograf vor allem das Licht richtig einschätzen und wird öfter mit Blitz arbeiten. Gerade bei Hallen mit Kunstlicht hilft der Blitz, um das Licht dem normalen Sonnenlicht ähnlicher zu gestalten. Zu diesem Effekt dienen bei vielen Kameras auch spezielle Weißabgleichprogramme, die im vorigen dritten Teil schon Erwähnung fanden. Generell erzeugt der Blitz ein hartes Licht und damit auch harte Schlagschatten. Um ein weicheres Blitzlicht zu erzeugen, muss der Blitz indirekt erfolgen, also nicht direkt auf das Motiv gerichtet sein. Wer nun die richtigen Standorte gefunden hatte, sollte sich sein Bild im Voraus genau aufteilen.