Bislang haben wir uns im Special Sportfotografie vornehmlich mit den Grundlagen der Fotografie beschäftigt. Für einen Sportfotografen gibt es jedoch auch noch weitere Ansprüche und Anforderungen, um überhaupt tätig werden zu können. Im vierten Teil geht es daher um die Themen Akkreditierung, Standortauswahl und die Gestaltung des Bildausschnitts.

Eine Zulassung ist nicht selbstverständlich
Nicht jeder darf einfach auf einer Sportveranstaltung erscheinen und Bilder machen - seien es nun Videos oder Fotos. Jede Veranstaltung erhebt den Anspruch, wissen zu wollen, wer berichtet. Oftmals sind auch konkrete Rechtssituationen zu beachten. Daher ist es notwendig, sich als Bildjournalist zu akkreditieren. Dieser Vorgang bedeutet nichts weiter als die Zulassung eines Pressevertreters zu einem Ereignis. Dieser Vorgang kann allerdings höchst unterschiedlich ausfallen. Je größer und medial interessanter das Event ist, desto schwieriger wird es für einen Medienvertreter werden, diese Zulassung zu bekommen. Dafür kann er auch professionellere Bedingungen erwarten.

Andere Events, andere Anforderungen
Bei kleinen, regional begrenzten Veranstaltungen mit begrenzter Strahlkraft mag es vorkommen, dass nicht einmal ein Presseausweis oder eine Vorankündigung notwendig ist, um vor Ort mit einer Medienzulassung behängt zu werden. Dieser berechtigt dann zum Zutritt auch zu eventuell für das Publikum gesperrte Bereiche. Bei vielen Events wird man spezielle Standorte gerade für Fotografen reservieren, damit diese für gute Bilder sorgen können. Schließlich profitieren die Veranstalter von der medialen Präsenz und werden sich um eine positive Berichterstattung bemühen. Oftmals können die Journalisten auch mit Verpflegung vor Ort rechnen. Bei einem größeren Event ist allerdings mehr Aufwand vonnöten, um die Zulassung zu erhalten.

Mögliche Akkreditierungsbelege im Überblick
Viele Veranstalter fordern vor der Akkreditierung einen Nachweis über die journalistische Berufsausübung ein. Dieser kann in Form von Presseausweisen bestehen, die von den relevanten Institutionen Deutscher Journalisten Verband (DJV), ver.di, dem Verband der Zeitschriftenverleger (VdZ), der International Federation of Journalists (IFJ) oder Verband deutscher Sportjournalisten (VDS) in Brüssel ausgestellt werden. Oftmals genügen aber auch redaktionelle Aufträge von Medieninstitutionen, wie Redaktionen, die ihren Vertreter konkret für eine Veranstaltung beauftragen. Darüber hinaus können aktuelle Arbeitsbeispiele verlangt werden. Zudem müssen oftmals die Akkreditierungswünsche mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf eingereicht werden. Letztlich besteht kein Anrecht für Berichterstatter, zu einer Veranstaltung zugelassen zu werden. Einige Organisatoren werden feste Medienpartnerschaften unterhalten und die Vertreter dieser Organe bevorzugt behandeln. Persönliche Kontakte und frühzeitige Kommunikation können für eine erfolgreiche Akkreditierung jedenfalls nur förderlich sein. Welche Ausmaße die Zulassung zu einem sportlichen Großereignis annehmen kann, hat zuletzt die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gezeigt. Dort wurden Journalisten einer Zuverlässigkeitsprüfung unterzogen, bei der persönliche Daten mit polizeilichem und geheimdienstlichem Material abgeglichen wurden. Die Behörden gaben daraufhin eine positive oder negative Empfehlung ab. Für diese Form der Akkreditierungsbestimmung hagelte es vom Dachverband DJV prompt Proteste - dennoch wurde das Verfahren durchgeführt.

Vorteile vor Ort nutzen!
Wer aber schließlich zugelassen ist, darf sich auf dem Veranstaltungsgelände frei bewegen und hat gegenüber dem Zuschauer oft einige Vorteile bei der Standortwahl. Üblicherweise sind nicht nur bei den Siegerehrungen die ersten Reihen für die Mitglieder der Presse reserviert. Auch sonst trennen viele Veranstaltungen gesonderte Bereiche für Bildjournalisten ab, da sie natürlich ein Interesse an guten Fotos von der Veranstaltung haben. So ist es nach der Akkreditierung oftmals gut möglich, sehr nah an die Sportler heranzukommen. Im Fahrradsport ist dies beispielsweise der Fall. Die geringe Distanz ermöglicht bildfüllende Aufnahmen auch mit kürzeren Brennweiten und gibt den Fotografen auch die Chance zu schönen Portraitaufnahmen. Allerdings ist es in einigen Disziplinen nicht möglich, den Wettkämpfern nahe zu sein. Hier ist die Standortfrage besonders wichtig, denn eine interessante Perspektive kann den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem sehr guten Foto ausmachen.