Wie bereits angesprochen korrespondieren die Verschlusszeiten mit der Wahl der Blende. Die Verschlusszeit regelt, wie lange das Licht durch die Blende auf Film oder Sensor fällt.

Überblick Verschlusszeiten
Angegeben wird sie in Sekundenbruchteilen, wobei auf den Kameras ein Wert von 1/125 oft auch als 125 abgekürzt wird. Die Verschlusszeit von 1/500 ist doppelt so lang wie der Wert 1/1000. Sehr gute Kameras können Werte von bis zu 1/12000 erreichen, es kann aber für künstlerische Zwecke auch sinnvoll sein, Verschlusszeiten von mehreren Minuten oder Stunden zu wählen. Für die Sportfotografie eignen sich so lange Belichtungszeiten nicht, vielmehr sind schnelle Werte gefragt. Als kurze Verschlusszeiten gelten solche bis 1/750 Sekunden. Am häufigsten eingesetzt werden in der Fotografie mittlere Verschlusszeiten von 1/500 bis 1/60 Sekunde. Dann beginnen bereits die langen Werte, die bis zu einer Drittel Sekunde reichen. Als B-Einstellung bezeichnet man eine manuelle Festlegung der Verschlusszeit. Dabei bleibt der Verschluss so lange geöffnet, wie der Auslöser gedrückt wird.

Programmvorwahl nutzen
Bei der Suche nach der richtigen Abstimmung von Blende und Verschlusszeit wird der Fotograf bei modernen Kameras von der Technik unterstützt. Moderne Spiegelreflexkameras ermitteln mit der sogenannten Matrixmessung die Helligkeit an verschiedenen Stellen des Bildes und stellen daraufhin Blende und Verschluss je nach Programmwahl entweder automatisch ein, oder geben Vorschläge für die Werte. Anhand der gemachten Erfahrungen mit der eigenen Kamera kann ein Fotograf dann nach und nach ermitteln, wann eine Korrektur für das ideale Zusammenspiel von Kontrast und Farbe nötig ist.
Einige Modelle weisen zudem Motivprogramme auf - ein Sportprogramm würde von mehreren möglichen Blende-/Verschluss-Kombinationen bei einem ermittelten Helligkeitswert eine niedrigere Verschlusszeit wählen, als ein Landschaftsprogramm. Eine andere Möglichkeit der aktiven Beeinflussung durch den Fotografen besteht darin, entweder Blende oder Verschluss vorher fest zu wählen. Eine Blendenvorwahl kommt in Betracht, wenn entweder auf Tiefenschärfe abgezielt, oder bewusst ein unscharfer Hintergrund erzeugt werden soll. Die Vorwahl einer kurzen Verschlusszeit ist eine Möglichkeit für Sportfotografen, um Bewegungen gut einfangen zu können. In beiden Fällen wird der jeweils andere Wert automatisch von der Kamera eingestellt. Mit etwas Übung können auch Anfänger hier schnell ein gutes Gespür für Blende und Verschluss bekommen.

Nicht wackeln!
Für den speziellen Bereich der Sportfotografie sorgen sicherlich kurze Verschlusszeiten mit großen Blenden für die besten Ergebnisse. Gerade bei Verwendung von Tele-Objektiven sind Zeiten unter 1/125 Sekunden notwendig, denn je größer die Brennweite ist, desto größer ist auch die Gefahr, ein Bild zu verwackeln. Wer ohne Stativ arbeitet, sollte daher versuchen, die Kamera möglichst ruhig zu halten, sie bei Gelegenheit aufzulegen, oder den eigenen Körper an eine feste Stelle anzulehnen. In jedem Fall sollte die Kamera selbst mit beiden Händen gehalten werden. Ab einem Zoom von 200 mm ist ohne Stativ eine Verschlusszeit von 1/250 notwendig, ab 400 mm bereits 1/500 Sekunden. Sollen Bewegungen festgehalten werden, kommt es aber auch noch auf weitere Faktoren an.