Ein elementarer Faktor für ein gutes Bild ist die Lichtmenge: Verschiedene Situationen erfordern unterschiedlich viel Licht. Für Sportbilder ist typisch, dass der Fotograf wenig Zeit zur Verfügung hat, um eine Szene zu belichten. Bei anderen Stimmungen ist es vorteilhaft, längere Zeit Licht auf den Film oder den Bildsensor fallen zu lassen. Die entscheidenden Variablen für die Belichtung heißen dabei Blende und Verschlusszeit.

Lichtempfindlichkeit
Je nachdem, ob mit analogen oder digitalen Apparaten gearbeitet wird, sollte zunächst die richtige Lichtempfindlichkeit des Aufnahmemediums geprüft werden. Sowohl bei Filmen, wie bei digitalen Bildsensoren wird diese nach der ISO-Skala bemessen. Dabei gilt: Je höher der ISO-Wert, desto lichtempfindlicher ist der Film oder Sensor. Das Ergebnis zeigt sich auch in den fertigen Bildern. Niedrige ISO-Werte (25-64) sorgen für besonders feine Bilder und werden vor allem bei kontrollierbarer Beleuchtung in Studios verwendet, und um Details auf Fotos hervorzuheben. Mittlere Empfindlichkeiten (ISO 100-400) eignen sich vor allem für normale Tageslichtaufnahmen oder Blitzlichtbilder, und sind auch für Sportfotos im Außenbereich gut geeignet. Die hohen ISO-Werte (640-3200) sorgen für eine deutliche Körnigkeit, die dann auch zumeist künstlerisch erwünscht ist.

Die richtige Blende
Um die nötige Lichtmenge auf die lichtempfindlichen Elemente der Kamera zu bekommen, hat der Fotograf zwei Variablen, die eine reziproke Beziehung eingehen: Je mehr Blende gewählt wird, desto kürzer kann die Verschlusszeit sein. Entscheidet man sich dagegen für eine lange Verschlusszeit, kommt man mit kleiner Blende aus. Verschiedene Kombinationen von beiden Faktoren können das gleiche Ergebnis für die Lichtmenge bedeuten. Für den Fotografen gilt es also, ein Gefühl für das richtige Verhältnis von beiden Variablen zu finden.
Auf die Blende wurde bereits im vorhergehenden Teil bei der Vorstellung verschiedener Objektivtypen hingewiesen. Wie weit sich diese jeweils öffnen lässt, hängt vom Objektiv selbst ab. Als lichtstark oder schnell gelten Objektive, die mehr Lichteinfall ermöglichen. Sie geben dem Fotografen mehr Möglichkeiten, die gerade in der Sportfotografie wertvoll sind. Generell wird die Blendengröße mit dem Wert f angegeben. Dieser Wert entspricht dem Faktor, um den die Brennweite geteilt wird.

Große und kleine Blenden
Bei f/2 beträgt die Blendengröße, also der Durchmesser der Blende, die Hälfte der Brennweite. Bei einem 300 mm Teleobjektiv wären das 150 mm, bei einem 28 mm Weitwinkel aber nur 14 mm. Bei einer Blende f/4 dagegen würde nur ein Viertel der Brennweite zur Verfügung stehen, die Lichtmenge wird also bei größerem Blendenwert kleiner. Der Belichtungswert wird bei einer Halbierung der Blende geviertelt - Blende f/2 bietet damit viermal soviel Licht wie Blende f/4. Als große Blenden gelten solche zwischen f/1 und f/2,8. Sie eignen sich hervorragend zum Einfrieren besonders schneller Bewegungen und sorgen zusätzlich für einen unscharfen Hintergrund. Mittlere Blenden bis f/8 sorgen für gute Auflösungen. Für Werte bis f/64, die als kleine Blende bezeichnet werden, können auch zwei Blenden gekoppelt werden. Hiermit kann die Tiefenschärfe maximiert werden.