Das Gefühl für den richtigen Moment ist für einen Sportfotografen ganz besonders wichtig - und dafür muss geübt werden. Am besten geht das bei kleineren Events, bei dem der Zugang zu den Athleten problemlos möglich ist. Dort kann man dann verschiedene Techniken anwenden und testen, um ein Gefühl für diese zu bekommen.

Bewegungen einfrieren
Um schnelle Motive scharf zu erfassen, sind kurze Verschlusszeiten (bis zu 1/2000 Sekunden) notwendig. Allerdings hängt die optimale Verschlusszeit auch davon ab, wie die Bewegungsrichtung des Motivs ist. Kommt es auf die Kamera zu, ist eine längere Verschlusszeit möglich. Bewegt es sich von der Kamera weg, muss diese extrem kurz sein. Mit solchen Einstellungen kann man auch kleine Details einfrieren, beispielsweise das Spritzwasser eines Schwimmers beim Kraulen.

Schwenken
Eine andere Möglichkeit um Bewegung darzustellen besteht im ‚Schwenken’. Hierbei wird eine lange Verschlusszeit gewählt (unter 1/100 Sekunden), dann verfolgt der Fotograf sein Ziel mit der Kamera beim Abdrücken. Wer präzise schwenkt, kann damit ein scharfes Ziel vor verschwommenem Hintergrund erreichen und wird so die Dynamik der Disziplin gut abbilden. Allerdings benötigt diese Technik viel Gefühl, bei nicht optimaler Ausführung sehen die Bilder schlicht verwackelt aus. Tipp zur Ausführung: Um eine gleichmäßige Bewegung beim Schwenken zu erreichen, hilft es, die Bewegung des Ziels schon etwas davor und noch weiter danach im Sucher zu begleiten. Mittels dieser Technik können auch unerwünschte Hintergründe, wie Werbetafeln, quasi unsichtbar gemacht werden.


Den idealen Moment finden
In vielen Sportarten gibt es einen Moment, in dem der Athlet trotz aller Geschwindigkeit still zu stehen scheint. Ein Hochspringer im Moment der Lattenüberquerung erlebt so einen Moment, in dem maximale Anspannung vorherrscht. Solche höchste Punkte weisen auch andere Disziplinen auf. Wer diese Momente antizipiert und festhält, wird spannende Aufnahmen machen.

Das Gesicht im Fokus
Triumph, Anspannung, Schmerz, Siegesgewissheit, Niedergeschlagenheit: Alles das lässt sich in den Augen der Sportler entdecken. Diese Emotionen gilt es, einzufangen und zu vermitteln, denn sie beschreiben die Sportart und ihre Teilnehmer auf ideale Weise. Am besten ist es dabei, auf die Augen der Sportler scharf zu stellen.

Das Recht des Sportfotografen
Generell kann ein Sportfotograf alles und jeden fotografieren - wenn er auf dem betreffenden Gelände zugelassen ist. Größere Veranstaltungen erfordern fast immer eine Akkreditierung, damit die Bildjournalisten mit ihrem Equipment an Rennstrecken oder in die Stadien dürfen - oftmals genießen sie dann aber auch den Bonus, an bevorzugte Positionen und damit besonders nah an die Sportler heranzukommen. Einmal vor Ort gibt es für den Sportfotografen rechtlich kaum eine Einschränkung. Generell darf jedes Bild auch veröffentlicht werden. Nur Privatpersonen, die einzeln aufgenommen wurden, genießen das Recht am eigenen Bild und müssen einer Veröffentlichung daher zustimmen. Werden sie finanziell entschädigt, gilt das als Zustimmung. Zwei oder mehr fotografierte Personen gelten als Gruppe und können problemlos abgebildet werden.