Ski2b.com: Hallo Peter. Nachdem wir in den ersten Interviews hauptsächlich über Kraft und Kondition geredet haben, steht nun das Schnelligkeits - und Koordinationstraining sowie die Beweglichkeit im Mittelpunkt. Welche Bedeutung hat Schnelligkeit für dich als Profi?
Peter Fill: Das ist gar nicht so ein Riesenaufwand, rein zeitlich gesehen, aber sehr wichtig. Schnelligkeit wird unter Vollbelastung trainiert, meist in Sprints. Da muss ich so schnell wie möglich sein, sonst bringt das Training nichts. Es zählt also nur Vollgas.

Ski2b: Wie werde ich als Skifahrer \'schneller\'?
Peter: Das sind kurze Einheiten, gefolgt von Pausen. Ich laufe eigentlich immer, mache also Sprints zu Fuß - mit dem Rad ginge es auch. Dabei gibt es erst zehn Wiederholungen mit zehn Metern, dann eine Pause, dann 20 Meter mit weniger Wiederholungen und dann noch ein paar 30 Meter-Sprints. Es geht um maximale Geschwindigkeit. Und desto länger die Strecke war, desto länger ist auch die Pause.

Ski2b: Bei welchen Bewegungen wirkt sich die Schnelligkeit im Rennen besonders aus?
Peter: Schnelligkeit hilft schon, auch wenn wir eigentlich kaum wirklich schnelle Bewegungen machen. Das ist bei Slalomfahrern noch ein bisschen anders, die trainieren mehr Schnelligkeit, um zwischen den Toren schneller zu werden. Meine Kollegen Mölgg und Blardone haben so einen extrem spritzigen Stil, vielleicht sogar ein bisschen giftig. Beide trainieren ganz viel Schnelligkeit. Im Speedbereich hat man weniger schnelle Bewegungen, braucht aber dennoch dieses Training. Wenn man es nämlich nicht übt, kriegt man schnell langsame Füße. Und dann hast du ein Problem.

Ski2b: Taugt das Training auch als Verletzungsprophylaxe?
Peter: Ja, es lassen sich sicher auch Stürze vermeiden, wenn man auf der Piste schnell und vor allem richtig reagieren kann.

Ski2b: Wie ändert sich das Verhältnis während der Trainingsperioden?
Peter: Am Anfang der Vorbereitung machst du Ausdauer, gehst dann mehr zum Krafttraining über und dann steigt mehr und mehr auch das Schnelligkeitstraining. Generell nimmt das Trainingsvolumen dann ein bisschen ab. Am Anfang kannst du auf dem Rad auch mal die Gedanken schweifen lassen, jetzt im August musst du immer voll da sein, weil jede Einheit wichtig ist. Du musst immer voll konzentriert sein.

Ski2b: Wie sieht dein Trainingsplan für die kommenden Wochen aus? Bist du schon auf dem Sprung nach Südamerika?
Peter: Wir werden am 7. August rüberfliegen und sind dann fünf Wochen unterwegs. Zuerst stehen drei Wochen Slalom und Riesenslalom an, dann zwei Wochen Abfahrt und Super-G. Dabei sind wir erst in Usuhaia in Patagonien, danach in Las Lenas. Also genau umgekehrt als im letzten Jahr.

Ski2b: Wie sind die Bedingungen dort derzeit?
Peter: In Usuhaia ist es schon sehr gut, auch schon etwas länger. In Las Lenas ist letzte Woche der erste Schnee gefallen, es sieht also gut aus.

Ski2b: Wie fühlst du dich vor dem Trainingslager? Wie ist dein Fitnessstand?
Peter: Ich fühle mich richtig gut. Ich habe ein bisschen weniger gemacht als letzte Saison. Letztes Jahr war ich einfach zu müde vor dem Sommer-Trainingslager. Daraus habe ich gelernt.

Ski2b: Außerdem steht sicher auch Testen an - immerhin hast du neues Material.
Peter: Richtig, da werden einige Testfahrten gemacht werden. Einige neue Sachen habe ich aber schon gesehen und das war im Großen und Ganzen schon sehr gut.

Ski2b: Danke für deine Zeit - und viel Spaß in Südamerika!