Im Austragungsort der WM 2003, St. Moritz, schien es bisher beschlossene Sache, dass auch die kürzliche Vergabe für 2013 an Schladming eine weitere Bewerbung für 2015 nicht verhindert. So ist es doch gängige Praxis, dass sich ein Ort den Zuspruch über Jahre erarbeiten muss, und deshalb bis zum Zuschlag ganze Bewerbungskampagnen in Auftrag gibt. 1,5 Millionen Schweizer Franken ist hier die Summe, die genannt werden muss, denn so viel pumpte der Ort bisher in die aussichtsreiche Kandidatur.


Crans-Montana taucht aus dem Nichts auf
Doch vielleicht muss dieses Geld bald als klare Fehlinvestition abgeschrieben werden. Das liegt daran, dass sich am 1. Juli Stimmen aus dem rund 300 Kilometer entfernten Crans-Montana erhoben haben und ebenfalls Ambitionen für eben diese WM 2015 anmeldeten - ein Novum in der Geschichte der Bewerbungen. Eine Konkurrenz aus dem eigenen Land hat es noch nie gegeben und sollte es auch nie geben. Zuständig und verantwortlich dafür zeichnet natürlich der Schweizer Skiverband, Swiss-Ski.

Alles eine Reihe von Missverständnissen?
Es gibt nun verschiedene Ansätze das Dilemma logisch zu erklären. Marius Robyr und Markus Murmann, die Crans-Montana wieder ins internationale Skiblickfeld gehoben haben, behaupten bereits 2006 ihre Kandidatur angemeldet zu haben. Zwei Jahre zuvor fand in Basel jedoch die Delegiertenversammlung statt, auf der St. Moritz zum offiziellen und einzigen Schweizer Favoriten gewählt wurde. Nur: Galt dies nur für die Bewerbung für 2013 oder für eine Serie, bis St. Moritz den Zuschlag endgültig erhält? Diese Frage stellt das Kernproblem dar und ist, so unglaublich es auch klingt, mit Hilfe der Aufzeichnungen nicht mehr eindeutig zu klären. Diesen Fauxpas will Swiss-Ski nun am Samstag in Saas-Fee, bei der nächsten Delegiertenversammlung, aus der Welt räumen. Bleibt zu hoffen, dass man dort zu klaren Aussagen zurückfindet.