Mit Alexandra Meissnitzer verlässt eine der wohl prominentesten Skisportlerinnen den Rennzirkus. Bei Ski2b spricht Alexandra Meissnitzer über ihre Karriere, das letzte Rennen in Bormio und die Zukunft.

Ski2b.com: Alexandra, in Bormio bist du dein letztes Rennen im Ski-Weltcup gefahren. Ist dir schon bewusst, dass die aktive Sportlerkarriere nun vorbei ist?
Alexandra Meissnitzer: Ja, nachdem ich schon vor der Saison gewusst habe, dass es die letzte ist, konnte ich mich früh genug mit dem Gedanken anfreunden, bald „Skipensionistin“ zu sein.


Ski2b: Du hast deine Karriere mit einem echten Kracher ausklingen lassen - Glückwunsch zum dritten Platz! Es war sicher ein besonderes Rennen, wie lief der Super-G aus deiner Sicht?
Alexandra: Es war eines meiner besten und schönsten Rennen. Ich war ziemlich nervös, da ich gehofft habe, für meine Familie und Fans, welche auch in Bormio waren, ein tolles Abschlussrennen liefern zu können. Wir haben auch dementsprechend gefeiert ...

Ski2b: Im Anschluss kamen deine Teamkolleginnen gleich mit einer Sektdusche, danach ging es aufs Podium - war das einer der schönsten Momente in deiner Laufbahn?
Alexandra: Absolut. Vom Empfinden ist es gleichzustellen wie der Gewinn einer Medaille. Ich habe mich ganz selten so gefreut ...

Ski2b: Du hast viel erlebt und alles erreicht in deiner Zeit als Skirennläuferin. Gesamtweltcup, WM-Gold, Olympia-Silber - was war dein größter Erfolg?
Alexandra: Ich schätze den Gesamtweltcup am meisten, wobei ich immer einen Titel haben wollte. Gott sei Dank ist sich beides ausgegangen!

Ski2b: 1999 wird sicher immer ein besonderes Jahr für dich bleiben, du bist von Sieg zu Sieg gefahren. Wie hast du diesen Winter in Erinnerung behalten?
Alexandra: Diese Saison war fast ein bisschen unrealistisch. Für mich war wichtig zu sehen, was möglich ist, wenn Gesundheit, Form und die Materialabstimmung passt. Die Jahre danach hat immer eine Komponente gefehlt.

Ski2b: Es kam die Knieverletzung nach dem Sturz in Lake Louise und eine schwierige Zeit für dich. Wie bist du aus dem Tief wieder herausgekommen?
Alexandra: Indem ich einfach nicht aufgegeben und weiter gekämpft habe...

Ski2b: 2006, elf Jahre nach deinem ersten Sieg im Weltcup, konntest du wieder Rennen und auch noch eine Olympia-Medaille gewinnen. Was braucht es, um wie du über ein Jahrzehnt lang an der Weltspitze zu bleiben?
Alexandra: Konsequenz, Ehrgeiz und ein Top-Material. Ich habe weiterhin an mir gearbeitet, wobei ich sagen muss, dass mir die Entwicklung der Carvingtechnik nie zugute gekommen ist.

Ski2b: Nun beginnt eine neue Zeit für dich - was sind deine Pläne für die Zukunft?
Alexandra: Ich bin Mitbesitzerin eines Restaurants in Salzburg, das Genussprojekt. Außerdem werde ich für meine Skifirma Völkl etwas machen - und den Rest überleg ich mir noch ganz genau, Zeit hab ich ja jetzt.

Ski2b: Im Sommer werden deine Kolleginnen wieder hart trainieren, im Oktober in Sölden die nächste Saison eröffnen. Wie wirst du den Weltcup verfolgen?
Alexandra: Die meisten Rennen werde ich via TV verfolgen, das ein oder andere Heimrennen werde ich live dabei sein, um meine Kolleginnen anzufeuern.

Ski2b: Danke für das Interview Alexandra - wir wünschen dir alles Gute für deine Zukunft!