Rainer Salzgeber ist als Rennsportleiter von Head für die sportlichen Erfolge von Bode Miller, Maria Riesch und Didier Cuche mitverantwortlich. Bei Ski2b zieht er daher ein sehr positives Saisonfazit und blickt auch schon in die Zukunft. So ist Head noch auf der Suche nach einem neuen Star ...

Ski2b.com Rainer, es war eine sehr gute Saison für Head, mit Bode Millers Gesamtweltcup-Titel als Highlight - was ist dein Fazit?
Rainer Salzgeber:Es war eine unglaubliche Saison für uns, wenn es auch am Anfang etwas schwieriger aussah. Aber seitdem die Rennen wieder in Europa sind, lief es außergewöhnlich, mit großen Erfolgen wie dem Dreifachtriumph in Gröden und Kitzbühel. Wir hatten einige wirklich gute Rennen und es war ein Vergnügen, ein Teil dieses Teams zu sein.


Ski2b:Im letzten Jahr wart ihr ja bereits führend im Speed-Bereich der Herren, aber in diesem Jahr kamen auch bei den Damen die Erfolge hinzu, vor allem dank Maria Riesch und Elisabeth Görgl. Wie siehst du diese Entwicklung?
Rainer: Unser Speed-Team war immer schon stark, vor allem bei den Herren. Maria muss man gesondert sehen, sie kam vor vier Jahren sehr stark auf, hat Rennen gewonnen. Dann kamen zwei sehr harte Saisons mit den schweren Verletzungen. Jetzt war sie zum ersten Mal wieder von Anfang an voll dabei und hat gezeigt, dass sie in der Lage ist, um den Gesamtweltcup mitzufahren. Wir haben aber auch bei den Herren einen Schritt nach vorne gemacht in den technischen Disziplinen, auch wenn wir hier ja nur Bode als Fahrer haben. Aber wir arbeiten auch daran - und vielleicht haben wir da bereits im nächsten Jahr ein stärkeres Team.

Ski2b: Bode Miller hat den Fortschritt bei den Slalom-Skiern mit seinem Erfolg in der Super-Kombination verbunden - wie geht es in Slalom und Riesenslalom bei Head weiter?
Rainer: Nun, wir wollen zumindest ein paar Fahrer haben, mit denen wir arbeiten können. Wir wollen keine riesige Gruppe wie bei anderen teams, aber ein paar starke Leute schon. Die Arbeit mit diesen Leuten sollte uns in der Entwicklung nach vorne bringen, auch kurzfristig. Aber schon jetzt sind wir gut aufgestellt und bekommen auch viel Unterstützung, unter anderem von Johan Eliasch (CEO Head, d. Red.).Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten.

Ski2b: Das bedeutet, Head ist auf der Suche nach einem weiteren Star? Habt ihr schon jemanden im Sinn?
Rainer:Wir sind auf der Suche nach neuen Fahrern, aber wenn man sich die großen Namen anschaut, dann sind wir sowieso schon sehr gut besetzt mit Bode, Hermann Maier, Marco Büchel, der eine außergewöhnliche Persönlichkeit ist, natürlich mit Didier Cuche und Maria Riesch - es gibt wenige Athletinnen, die so komplett sind wie sie. Alles in allem suchen wir noch weitere Fahrer, wenn auch nicht viele.

Ski2b: Einige der letzten Erfolge wird man sicher in Erinnerung behalten - du hast Gröden und Kitzbühel schon angesprochen - auch in Wengen gab es einen Head-Doppelsieg bei einem Klassiker. Sind Siege bei solchen Events für euch besonders wichtig, da sie die Menschen in ihren Bann ziehen?
Rainer:Das Team mit allen Serviceleuten und -helfern ist wichtig. Wir sind gute Sportsleute und wissen, dass man hart arbeiten muss, um Erfolg zu haben. Man muss alles geben. Diese Erfolge zeigen, dass unsere Mannschaft einfach ein Herz für diesen Sport hat. Wir lieben es, unsere Racer so gut abschneiden zu sehen. Es ist eine außergewöhnliche Erfahrung, mit solchen Athleten zu arbeiten. Aber diese Momente wie in Kitzbühel oder Wengen, das ist wie ein Bonus, das macht auch ein bisschen stolz.

Ski2b: Werfen wir einen Blick voraus. Die Saison ist vorbei, jetzt kommt die Testphase - was werdet ihr machen?
Rainer:Nach Bormio waren wir für ein paar Tage in Santa Caterina, wo einige mögliche neue Fahrer erstmals mit Head-Material getestet haben. Danach geht es je nach den Wetterbedingungen nach Norwegen oder Schweden. In diesen Tagen ist immer besonders viel los, sie sind sehr wichtig für alle Abläufe für die kommende Saison. Wir werden also weiterarbeiten!

Ski2b:Danke, Rainer, für das Interview - und weiterhin viel Glück!