Sechs lange Jahre hat es gedauert, bis nach Hilde Gerg wieder eine deutsche Sportlerin eine Kristallkugel hochhalten konnte. Maria Riesch gelang das Kunststück, gleich zwei Trophäen einzustreichen - in ihrem Windschatten baut sich dabei eine schlagkräftige Damenmannschaft auf.

Zwei Siege - und viele Möglichkeiten
Für Riesch brachte der Winter 2007/2008 nach zwei frustrierenden Verletzungen und einer Comeback-Saison den erhofft großen Wurf. Vor dem Saisonstart wollte sie in allen Disziplinen zu den TopTen gehören, und auch wenn ihr das im Riesenslalom nach zwei schlechteren Ergebnissen zu Saisonbeginn nicht gelang, sie überzeugte dafür um so mehr im Super-G und der Kombination. Je ein Sieg und weitere gute Platzierungen machten Riesch zur zweifachen Kugelgewinnerin und damit zu einer der strahlenden Siegerinnen der Weltcup-Saison 2007/2008.


Mehr Potenzial
Im Gesamtweltcup kam Riesch auf den dritten Rang - und hat dabei sogar einige gute Gelegenheiten ausgelassen. Zweimal sah es so aus, als würde die Partenkirchenerin auch eine Abfahrt für sich entscheiden können, zweimal stürzte sie unnötig kurz vor dem Ziel. 260 Zähler mehr hätte sie vor dem Weltcup-Finale in Bormio vielleicht haben können und dann sicher auch noch gute Chancen beim Kampf um die große Kugel gehabt. Sie war in jedem Fall die kompletteste Rennläuferin des letzten Jahres und hat so ihre Möglichkeiten vielleicht erst angedeutet - Riesch wird bei der Vergabe des Gesamtweltcups 2009 ein Wort mitreden können, wenn sie verletzungsfrei bleibt.

Junges Team sammelte Erfahrungen
Doch auch hinter Riesch zeigten einige junge Talente des DSV ihre Möglichkeiten. Kathrin Hölzl war erneut die beste Riesenslalom-Fahrerin des DSV, obwohl sie nicht ganz an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen konnte. Viktoria Rebensburg kam im Weltcup einen Schritt voran und bewies bei der Junioren-WM mit drei Medaillen ihre internationale Klasse. Im Slalom stehen mit Monika Bergmann, Fanny Chmelar und Susanne Riesch starke Läuferinnen bereit, Katharina Dürr und Nina Perner haben in diesem Jahr aber auch aufzeigen können. Nur im Speed-Bereich sieht es weniger gut aus, nur Gina Stechert begleitet Riesch hier zu den Rennen, die Breite der Technik-Disziplinen fehlt dem DSV hier. Doch im Schatten der Erfolge der auch erst 23-Jährigen Riesch kann der Deutsche Skiverband hoffen, bald mehr als eine Fahrerin auf Weltcup-Stockerl bringen zu können - es wächst eine vielversprechende Mannschaft heran.