2005 in Bormio fand der Nations Team Event einen rauschenden Einstand, zur Premiere des Länderwettkampfs gewann Deutschland eine WM-Goldmedaille. Drei Jahre später gab es an gleicher Stelle für den gleichen Wettkampf kaum noch Begeisterung - und am Ende auch kein Rennen.

Einziges Rennen fällt aus
\"Wir werden dort nicht antreten. Es wird kein Team USA beim Nations Team Event geben. Daran können sie sehen, wie wichtig uns der Wettbewerb ist!\" Mit dieser klaren Aussage brachte Ted Ligety nach seinem Sieg im Riesenslalom von Bormio die sportliche Bedeutung des Mannschaftswettkampfs auf den Punkt. Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich, Kanada, Schweden und Slowenien meldeten immerhin ein Team, andere Länder taten es den USA gleich - auch der DSV verzichtete auf eine Start. Am Ende wurde das Rennen wegen schlechter Bedingungen abgesagt und verhinderte so eine Farce.


Weiche Piste zu gefährlich?
\"Die Piste hier ist sehr weich - dort einen Super-G runterzufahren ist schlicht gefährlich. Ich werde meine Gesundheit nicht riskieren,\" konkretisierte Ligety in der Pressekonferenz sein Desinteresse. Doch ob die geringe Meldequote wirklich nur auf die Schneeverhältnisse zurückzuführen ist? Unwahrscheinlich ist das, wenn man sich die letzten Wettkämpfe anschaut. Nach dem WM-Debüt gab es 2006 in Are und 2007 in der Lenzerheide Rennen im Rahmen des Weltcups, jeweils acht Teams hatten daran Interesse. Die WM-Neuauflage 2007 brachte es schon auf elf Mannschaften. Sobald es um Medaillen geht, steigt das Interesse spürbar.

B-Mannschaften schaden dem Wettbewerb
Fraglich ist auch die Platzierung des Nationen-Wettstreits im Weltcup. In der Lenzerheide 2007 setzte ihn die FIS vor die letzten beiden Wettkämpfe - und sorgte damit dafür, dass die besten Fahrer sich schonten, um ihre Chancen auf Kristallkugeln zu wahren. Österreich gewann mit seiner B-Mannschaft dennoch deutlich. 2008 in Bormio kam der Nations Team Event nun als krönender Abschluss und gab damit einigen Athleten die Möglichkeit, vorzeitig abzureisen. Eines wird daraus klar: Der Nations Team Event hat zumindest auf Weltcup-Ebene noch kein Standing und wird in dieser Form auch keine Zukunft haben. Allerdings wird der nächste Versuch wohl besser klappen, denn 2009 werden in Val d`Isere zum dritten Mal Medaillen für die Mannschaften vergeben - und dann werden auch die Teams wieder melden. Für die Zuschauer ist das eine gute Nachricht, denn trotz des teils verwirrenden Prozederes ist der Team Event bislang ein Quotenbringer gewesen.

Wie geht es weiter?
Für die FIS stellt sich nun die Herausforderung, den Event entweder zu kippen oder aufzuwerten. Bleibt der Nationenkampf eine freiwillige Spaßveranstaltung, dann wird er weiterhin auch nur bei Großereignissen ernst genommen werden können.