Der Ski-Weltcup lässt sich auch in Zahlen ausdrücken - im statistischen Rückblick von Ski2b beleuchten wir einige der interessantesten Zahlen etwas genauer.

0,01 - eine knappe Sache für Reichelt
Mit dem kleinstmöglichen Abstand gewann Hannes Reichelt den Super-G beim Weltcup-Finale Mitte März 2008 in Bormio. Nur eine Hundertstel betrug sein Vorsprung am Ende vor Didier Defago. Besonders brisant: Durch den denkbar knappen Sieg erhielt Reichelt 100 Zähler während Konkurrent Cuche als 16. gerade aus den Punkten rutschte. Damit machte der Österreicher seine 99 Zähler Rückstand gut und holte sich noch die kleine Kugel - mit dem kleinsten Vorsprung von nur einem Punkt. Enger kann eine Entscheidung nicht sein!


24 - ÖSV fällt zurück
Auch wenn es schwerfällt - 'nur' 24 Siege hat das Team Österreich in der letzten Saison eingefahren - das ist ein Rückschritt für den ÖSV. Bei 75 Rennen hat damit rund jedes dritte Rennen einen Sieger oder eine Siegerin aus Austria gehabt - doch in der Vorsaison kamen noch knapp 50 Prozent der Sieger aus der Skination Nummer eins. Die starken Auftritte von Bode Miller, Lindsey Vonn, Denise Karbon, Maria Riesch und Co. haben den Skisport wieder etwas offener und interessanter gestaltet. Dabei sieht es für Österreich im Slalom (65 Prozent Siege) noch gut aus, in der Abfahrt gab es nur zwei Erfolge, was rund elf Prozent entspricht. In Abfahrt und Riesenslalom hat der ÖSV damit am meisten eingebüßt, in der Super-Kombination gelang sogar gar kein Erfolg.

36 - Kitzbüchel
Das Alter ist kein Hindernis für gute Leistungen, das weiß Marco Büchel aus Liechtenstein am besten. Er wählte sein Lieblingsrennen in Kitzbühel, um noch einmal einen großen Sieg einzufahren. Im Super-G gewann er trotz seiner 36 Jahre und ist damit der älteste Weltcup-Sieger aller Zeiten. In 'Kitzbüchel' sollte man den Ort nun umbenennen, schlug der Sieger vor - beim nächsten Start 2009 wird die Gemeinde ihre Ortsschilder vor Büchel-Fans beschützen müssen. Mit 22 Jahren jüngste Siegerin der Saison war Andrea Fischbacher aus Österreich, die in Sestriere den Super-G gewann. Mit 23 Jahren führt Ted Ligety die Liste der jüngsten Herren-Sieger dieses Winters an. Älteste Siegerin mit nur 29 Jahren war im Winter 2007/2008 Nadia Styger aus der Schweiz.

1403 - Vonn holt die große Kugel
Mit etwas über 1400 Punkten hat die Amerikanerin Lindsey Vonn erstmals die große Kugel für sich geholt. Geht man nach der Zahl allein, dann war es in diesem Jahr einfacher, Gesamtweltcupsiegerin zu werden, denn in den drei Jahren zuvor hätte dieser Wert nicht gereicht. Vonn holte zudem mit 755 Zählern über die Hälfte der Ausbeute in einer einzigen Disziplin, der Abfahrt. Ähnlich erfolgreich in einer Spezialität war zuletzt die Gesamtsiegerin 2005/2006 Janica Kostelic (CRO), die 740 Punkte im Slalom gewann - aber am Ende auch 1970 Zähler aufweisen konnte.

6305 - Atomic noch Spitze
6.305 Zähler hat Ski-Hersteller Atomic laut der FIS-Markenwertung auf dem eigenen Konto und belegt damit noch Platz eins der Gesamtwertung. Doch die unangefochtene Stellung des 'Riesen' ist Vergangenheit. Atomic hielt sich durch die schiere Größe der eigenen Mannschaft an der Spitze, während andere Anbieter in den einzelnen Disziplinen vorbeizogen. Die Damenwertung ging in diesem Jahr an Völkl, die Herrenwertung an Fischer und nur zwei der Disziplinen-Cups bleiben bei Atomic. Im Speedbereich der Herren war Head stärker, bei den Damen setzte Vonns Siegesserie Rossignol auf den Abfahrts-Thron. Der Ausfall von Top-Star Aksel Lund Svindal hat dem Ergebnis von Atomic geschadet, keine Frage. Wie man nun diesem Rückschritt begegnet, bleibt abzuwarten.

251.864 - Miller verdient am meisten
Ein Stück geschützten Regenwald verschenkte Head-Chef Johan Eliasch in Bormio an seine erfolgreichsten Fahrer, darunter auch Bode Miller. Der Gesamtweltcupsieger konnte sich darüber freuen, denn Geld hat er genug verdient in diesem Winter. Mit einer runden Viertelmillion Euro häufte er das meiste Preisgeld an, noch vor Didier Cuche (224.034 €) und der erfolgreichsten Dame Lindsey Vonn (212.500€). Auch für Maria Riesch hat sich die Weltcup-Saison gelohnt, die beste Deutsche sicherte sich 145.553 Euro an offiziellen Preisgeldern. Nicht alle DSV-Fahrer schnitten so gut ab - während Felix Neureuther noch 40.478 Euro einfuhr, wurden Stephan Keppler von den Veranstaltern in dieser Saison nur 603 Euro überwiesen.