Der Winter 2007/2008 war kein guter für die Veranstalter der Ski-WM 2009 in Val d`Isere. Nach einigen Querelen im Vorfeld fiel die sportliche Generalprobe größtenteils aus. Für das Großereignis 2009 bleiben damit viele Fragen offen.

Orga-Pannen sorgen für Rücktritte
Seit Juli 2007 schon rückte sich Val d`Isere ungewollt ins Zentrum der Berichterstattung. Die französische Ski-Ikone Jean-Claude Killy trat aus dem Organisationskomitee zurück, da er nicht zufrieden war mit dem damaligen Stand der Vorbereitungen. Die französische Sportministerin Roselyne Bachelot schaltete sich ein, die FIS intensivierte ihre Checks, doch im September verließ auch der Generaldirektor Jean-Paul Pierrat sein Amt - er hatte große Probleme bei der Infrastruktur erkannt.


Kritik an der 'Face de Bellevarde'
Danach ging es in Frankreich zunächst bergauf. Jean-Luc Fabre übernahm die vakante Führungsstelle, und eigentlich hätte das Gastspiel der Damen auf der neuen Piste 'Rhone-Alpes' starten können, hätte nicht Schneemangel Mitte Dezember für eine Verlegung nach St. Moritz gesorgt. Der Testlauf der Damen fiel also komplett aus, die Herren durften Anfang Februar auf der 'Face de Bellevarde' immerhin trainieren und eine Super-Kombination austragen. Dabei war das Urteil über die WM-Piste, die bereits 1992 in Albertville zu olympischen Ehren gekommen war, sehr kritisch. Zu kurvig, zu langsam, das sei keine richtige Abfahrt, so hieß es bei den Stars. Didier Cuche wollte gar seine Super-G-Skier auspacken.

Kaum Fans, dafür Quartierprobleme
Nachdem die Spezialabfahrt auch abgesagt werden musste, blieb Val d`Isere nur noch ein Rennen, bei dem Bode Miller sich sportlich unanfechtbar die Super-Kombi-Kristallkugel sicherte. Doch die Rahmenbedingungen beim einzigen Test vor der WM lassen weitere Fragen offen. Horrende Preise schreckten die Fans ab, nur wenige Anhänger sahen sich das Weltcup-Rennen an - und das obwohl Frankreich in der Super-Kombi auch Favoriten stellte. Das deutsche Team beschwerte sich über Probleme bei der WM-Unterbringung. Auch für Fans und Journalisten werde die Hotelsuche ein Problem, war zu hören. Zwar suchten die Organisatoren am Rande des Weltcup-Finals in Bormio die Journalisten, um bei der Einquartierung zu helfen, ohne ein gehöriges Maß an Improvisation kann die kommende WM aber wohl kaum problemfrei stattfinden. Ein knappes Jahr bleibt dem OK nun noch, um bisherige Fehler auszubügeln und Zeit aufzuholen. Dann wird abgerechnet - bei der Ski WM 2009.