Im Weltcup ist Didier Cuche seit einigen Jahren ein Maß an Beständigkeit - und er ist erfolgreich. Cuche wurde in Les Bugnenets im französischsprachigen Teil der Schweiz geboren und ist gelernter Metzger.

Potenzieller Kandidat für den Gesamt-Weltcup
Der Schweizer geht in drei Disziplinen an den Start und ist somit in der Lage, die große Kristallkugel auch zu gewinnen. Das wird durch seine Erfolge im letzten halben Jahrzehnt unterstrichen: Seit der Wintersaison 97/98 belegte er zum Abschluss im Gesamt-Weltcup unter anderem die Plätze Zehn (2001), Drei (2002) und Fünf (2003). Im Super-G-Weltcup 2002 platzierte sich Cuche hinter Stephan Eberharter auf Rang Zwei, in der Riesenslalom-Wertung wurde er Vierter. Wenn es ihm gelingt, seine Leistungen in der Abfahrt zu stabilisieren, zählt er durchaus zu jenen, die den Gesamt-Weltcup gewinnen können.

Silbermedaille bei Olympia
Bei der Winter-Olympiade in Nagano 1998 erreichte Didier Cuche die Silbermedaille im Super-G und Platz Acht in der Abfahrt. Vier Jahre später wurde er in Salt Lake City im Olympia-Riesenslalom Zehnter. Auch bei den Weltmeisterschaften in Vail (1999) und St. Anton (2001) gelang es ihm nicht mehr, eine Medaille zu gewinnen; mit den Plätzen Acht (1999) und Fünf (2001) jeweils im Riesenslalom erreichte er aber respektable Ergebnisse.

Auftakt nach Maß
Zum Abschluss der dreiwöchigen Amerika-Tournee 2002 gelang Didier Cuche in seiner Lieblingsdisziplin Super-G ausgerechnet auf der im Weltcup seit 1997 befahrenen "Birds of Prey" - auf der die Schweizer Speed-Fahrer einem Podestplatz bisher vergeblich hinterher gefahren waren - der vierte Weltcuperfolg. Doch nach seinem Sieg in Beaver Creek kam Cuche arg ins Wanken: In keiner seiner drei Disziplinen (Abfahrt, Super-G und Riesenslalom), die ihm eigentlich ermöglichen sollten in der Wertung um den Gesamtweltcup mitzureden, kam er richtig in Fahrt.

Vorliebe für harte und vereiste Pisten
Cuche verkörpert eine harte und aggressive Fahrweise und bevorzugt deshalb harte und vereiste Pisten. Verhältnisse, wie er sie zum Beispiel in Kitzbühel oder am Kuonisbergli vorfindet. Nicht umsonst hat er eine besondere Vorliebe für die Streif.

Alte Liebe rostet nicht
Ein besonderes Verhältnis zur Piste in Kitzbühel, der wohl spektakulärsten Abfahrt überhaupt, hat Cuche seit 1998. Damals gewann er das als Sprintabfahrt in zwei Läufen ausgetragene Rennen und wurde auf der klassischen Strecke nur einen Tag später Zweiter: "Seither bin ich immer gerne nach Kitzbühel gekommen. Ich weiss, dass ich die Strecke im Griff habe", meint Cuche zu 'seiner' Streif.

Häufige und schwere Verletzungen ...
... haben Didier Cuche immer wieder zu langwierigen Comebacks gezwungen: Schwere Knieverletzungen und gebrochene Beine plagten den Schweizer in den Jahren 1990, 1993, 1995 und 1996. Zudem hatte er operative Eingriffe an den Bänderapparaten seiner Knie zu verkraften. Die eine oder andere Verletzung weniger - und der Name Cuche wäre sicher schon früher im oberen Tableau der Weltcup-Wertungen aufgetaucht.

Weltcupsieg in Garmisch
Im Januar 2004 gewann Cuche die schwere Abfahrt in Garmisch. Für ihn war es nach Beaver Creek 2002 mal wieder ein Weltcupsieg. Doch dieser Sieg stand im Zeichen des gesamten Teams der Schweizer, hatten sie doch bis dato noch keinen einzigen Weltcupsieg in der Saison 2003/2004 zu Buche stehen. Für eine Skination wie die Schweiz eine mittlere Katastrophe und es war Cuche, der die Eidgenossen dann auf der Kandahar erlöste.

Kreuzbandriss beendet Saison vorzeitig
Der Schweizer fuhr auch in der folgenden Saison sehr erfolgreich und erreichte bei den Riesenslaloms in Alta Badia (ITA) und Flachau (AUT) jeweils einen Podestplatz. Doch Anfang Januar 2005 erlitt Cuche einen Kreuzbandriss im Knie und fiel für den Rest des Winters aus. Doch nach problemlos verlaufener Operation startete er schon bald wieder mit der Reha und kehrt für die Olympia-Saison 2006 in den Weltcup zurück.

Schwerer Einstieg in den Winter 2005/2006
Der Start nach der Verletzung lief dennoch etwas schleppend, und so kam er in der ersten Winterhälfte über einen neunten Platz in der Abfahrt von Beaver Creek nicht hinaus. Dreimal noch gelang ihm der Sprung unter die ersten zehn, zuletzt als Achter bei der Abfahrt in Are. Bei den Olympischen Spielen in Turin war das Treppchen zwar außer Reichweite, dafür wurde Cuche Neunter im Riesenslalom und Zwölfter im Super G.

Auf neuen Skiern zum Erfolg
Der Winter 2006/2007 sollte für Cuche dagegen wieder Erfolge bringen. Zwar jagte er lange dem ersten Sieg hinterher, doch viele Podestplätze vor allem in der Abfahrt brachten ihn an die Spitze der Disziplinenwertung. In Kvitfjell kam dadurch mit dem Sieg auch der vorzeitige Gewinn der Kristallkugel. Auch im Super-G kam er auf den zweiten Platz und belegte damit auch insgesamt Rang drei. Außerdem konnte Cuche sich in Are über Bronze im Riesenslalom freuen.

Die Erfolgsserie setzt sich fort
Didier Cuche konnte auch im Winter 2007/2008 die Erfolge der letzten Jahre wiederholen und weiter ausbauen. Es scheint, als ob der Schweizer von Jahr zu Jahr stärker werden würde. Demgemäß erfuhr Cuche zwei Siege und insgesamt 12 Podiumsplätze in den Speed - Disziplinen. Das hatte zur Folge, dass er wie im letzten Jahr die Kristallkugel für den besten Abfahrer überreicht bekam und dritter der Gesamtwertung wurde. Seine beeindruckende Stabilität spiegelte sich auch in den Disziplinen Super-G (2. Platz der Gesamtwertung) und Riesenslalom (4. Platz der Gesamtwertung) wieder.

Steckbrief
Geboren: 16.08.1974
Nation: Schweiz
Heimatverein: Chasseral-Dombresson-Villier
Größe: 174cm
Gewicht: 84kg
Sprachen: Französisch, Deutsch
Hobbies: Musik, Kino, Golf
Homepage: www.didiercuche.ch

Erfolge
Rennen fährt Didier Cuche seit 1977. Sein Debüt im nationalen Kader der Schweiz gab er 1993, sein erster Weltcupstart erfolgte im selben Jahr bei der Abfahrt in Bormio (ITA). Die ersten Weltcuppunkte fuhr der Eidgenosse 1995 als 21. bei der Abfahrt in Val Gardena nach Hause. Weitere drei Jahre vergingen, ehe Cuche 1998 als Zweiter der Abfahrt von Kitzbühel erstmals das Podium erklomm. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): SG (12), GS (9)
2002 in Salt Lake City (USA): GS (10), DH (14)
1998 in Nagano (JPN): SG (2), DH (8)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): GS (3), DH (6), SG (4)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (11), DH (4), GS (12)
2001 in St. Anton (AUT): GS (16), SG (5), DH (augeschieden)
1999 in Vail/Beaver Creek (USA): SG (8), DH (14)

Weltcup:
3. Platz Gesamt-Weltcup 2007, 2008
1. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Abfahrt 2007, 2008
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2007, 2008
3. Platz Gesamt-Weltcup 2002
2. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2002
3. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2003
insgesamt acht Weltcup-Siege