Es tut sich was im Nachwuchs des Deutschen Ski-Verbands. Maria Riesch ist die Option für die Zukunft des deutschen Skisports. Am 24. November 1984 wurde Maria Riesch in Garmisch-Partenkirchen (Oberbayern) geboren. Wen wundert es da, dass sie sich nach ihren ersten Erfahrungen auf den Skiern bereits im zarten Alter von fünf Jahren beim Skiclub Partenkirchen angemeldet hat.

Frühe Erfolge bei den Kinderrennen
Schon früh begann Riesch, bei den Kinderrennen mitzumachen und arbeitete sich durch gute Leistungen von Gruppe zu Gruppe weiter nach oben, bis sie dann schließlich im Alter von 11 Jahren den Sprung in die Werdenfelser Gaumannschaft geschafft hatte. Dann, im Alter von 12 und 13 Jahren, kämpfte sie erstmals bundesweit um den Titel der 'Deutschen Schülermeisterin'. Dort gelang ihr in der Saison 1998/1999 der 'Vizemeistertitel'.

Aufnahme in den C/D Kader des DSV
Aufgrund der guten und ansprechenden Ergebnisse wurde Riesch nach der Saison 1998/1999 in den C/D Kader des Deutschen Skiverbandes berufen. Hier kämpfte sie als damals 14-Jährige erstmals auf internationaler Ebene bei FIS - Rennen um Punkte und bessere Startplätze. Zur Überraschung aller gelang ihr dies auf Anhieb besser als erwartet. Diese hervorragenden Leistungen der Saison 1999/2000 sicherten ihr schließlich den Sprung in den C-Kader des Deutschen Skiverbandes.

Erfolgreich und zielstrebig
Danach betrat Maria auch die Bühne der großen Vorbilder. Beim Weltcuprennen in Garmisch-Partenkirchen 2000/2001 feierte sie ihre Premiere und glänzte dort ebenso wie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Verbier. Dort holte sie sich den ersten von vier Junioren-WM-Titeln. Insgesamt gewann sie gewann in der Kombination 2001 und 2003 sowie im Super-G 2002 und in der Abfahrt 2004 jeweils die Goldmedaille bei den Juniorinnen.

Erst Abitur - dann Skiprofi
Im Sommer 2003 baute Maria erfolgreich ihr Abitur und konnte sich danach voll auf den Skisport konzentrieren. Zu der Zeit war sie bereits im A-Kader des DSV und machte durch gute Resultate im Weltcup, darunter ein dritter Platz in der Kombinationswertung von Lenzerheide, schon gehörig auf sich aufmerksam. Lediglich ein Weltcup-Erfolg wollte ihr in dieser Saison jedoch noch nicht gelingen.

Erster Weltcup-Sieg
Beim Weltcup in Haus/Ennstal (AUT) am 30.01.2004 war es dann soweit. Mit gerade einmal 19 Jahren konnte sie sensationell die Abfahrt gewinnen und ihren ersten Weltcup-Sieg einfahren. Nur zwei Tage später fuhr Riesch dann im Super-G gleich nochmal ganz oben auf das Podest und hatte somit schon zwei Siege auf ihrem Konto. Insgesamt konnte sie in der Saison 2003/2004 drei Weltcupsiege feiern und als Krönung sogar den dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung erringen. Nach diesem Winter wusste die Skiwelt um die Stärke der jungen Deutschen.

Verletzungspech 2004/2005
Doch nach diesem fantastischen Weltcup-Winter musste Riesch zum ersten Mal mit Verletzungen Bekanntschaft machen. Beim Training im November 2004 zog sich Riesch eine Schulterverletzung zu und musste einige Wochen pausieren. Dann erfolgte ihr Comeback kurz vor Weihnachten mit einem glänzenden dritten Rang beim Super-G in St. Moritz (SUI). Doch schon Anfang Januar 2005 stürzte sie beim Super-G in Cortina d'Ampezzo (ITA) schwer und erlitt einen Kreuzbandriss, der ihre Saison vorzeitig beenden ließ.

Erneuter Rückschlag in der Olympiasaison
Mehr als zwei gute Top Ten Ergebnisse waren Maria Riesch nicht vergönnt, denn dann war die Saison für die deutsche Olympiahoffnung auch schon wieder vorbei. Ein Sturz im Riesenslalom in Aspen hatte einen Kreuzbandriss im linken Knie zur Folge. Anstatt das große Ziel Olympia weiter verfolgen zu können, musste sie sich erneut zwei Operationen unterziehen. Seit dem Frühjahr 2006 hat sie das Training aber wieder aufgenommen, im Sommer erfolgte der erste Kontakt mit Schnee seit Dezember 2005. Wünschen wir ihr, dass sie im nächsten Winter verletzungsfrei bleibt und sich ihre Olympia-Motivation für die WM in Are 2007 aufgespart hat.

Comeback in Lake Louise 2006
Nachdem sich Maria Riesch nach ihrer Verletzungspause mit Top 20 Resultaten in Levi und Aspen langsam wieder an die vorderen Ränge herantastete, gelang ihr in Lake Louise bei der ersten Abfahrt der große Coup. Sie gewann nach einer beherzten Fahrt und konnte auch tags darauf mit einem neunten Platz erneut bestätigen, dass sie in die Weltspitze zurückgekehrt ist.

Erfolgssaison 2007/2008
In einer von Verletzungen verschonten Vorbereitung und Rennsaison stand für Maria Riesch am Ende der fantastische Gewinn der Weltcup-Disziplinen-Wertungen im Bereich Super-G und Kombination. Nach einigen Top- Platzierungen im letzen Jahr konnte sie ihre Form in dieser Saison auf einem Weltklasseniveau stabilisieren. Zwei Rennsiege und viele Top Ten Ergebnisse sprechen für ihre Klasse. Ihr Allround-Talent wird zudem mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung deutlich.

Steckbrief:
Geboren: 24.11.1984
Nation: Deutschland
Heimatverein: SC Partenkirchen
Größe: 180 cm
Gewicht: 76 kg
Hobbies: Tennis, Radeln
Web: http://www.mariariesch.de

Erfolge:
Ihr Weltcup-Debüt feierte Maria Riesch im heimischen Garmisch-Partenkirchen am 16.02.2001. Dort nahm sie am Super-G teil und erreichte dort einen 20. Platz, was ihr gleichzeitig auch die ersten Weltcuppunkte einbrachten. Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
noch keine Teilnahme

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SG (10), DH (9), K (7), GS (23)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (DNF), DH (17), K (5), GS (DNF), SL (DNF)

Weltcup:
1. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G und Kombination 2008
3. Platz Weltcup-Gesamtwertung 2004, 2008
5. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Super-G 2004
insgesamt sechs Weltcup-Siege