Die jüngste Fahrerin unter den Top 30 der Gesamtweltcup-Wertung 2004 war Lindsey C. Kildow. Die Nachwuchshoffnung wurde am 18.10.1984 in St. Paul, Minnesota, geboren und ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung für den Ski-Weltcup.

Ihre Anfänge
Die ersten Schwünge fuhr Lindsey auf dem Buck Hill, als sie drei Jahre alt war. Bereits mit sieben bestritt sie Rennen unter dem international renommierten Coach Erich Sailer. Mit Hilfe vom früheren U.S. Mannschaftscoach Chip Wood und Reid Phillips begann sie frühzeitig Abfahrts- und Super-G-Fähigkeiten zu entwickeln. Bereits 1999, mit 15 Jahren, feierte sie Siege und Podestplätze beim Nor-Am-Cup und in FIS-Rennen.

Weltcup-Debüt
Kurz nachdem sie ihren 16. Geburtstag gefeierte hatte, durfte Lindsey C. Kildow ihr erstes Rennen bei den Profis absolvieren. In Park City fuhr sie den Slalom, zahlte zwar Lehrgeld, doch konnte sich bei den 'Großen' schon mal als zukünftige Konkurrentin vorstellen. In der gleichen Saison gelang es ihr als Jungspund einen fünften und einen vierten Platz bei den nationalen Meisterschaften einzufahren. Ihre ersten Weltcup-Punkte konnte Kildow 2001 in Val d'Isere erreichen, als sie den Super-G als 26. beendete und dabei Namen wie Pärson, Street oder Häusl hinter sich ließ.

Vielseitigkeit bei Olympia unter Beweis gestellt
Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City folgte dann der Beweis für das Talent der damals 17-jährigen Fahrerin. Sie konnte einen sechsten Rang bei der Kombination erreichen und gilt seitdem als hoffnungsvollstes Skitalent der USA. Trotz des guten Platzes war ihr der komplette Zugang zum Weltcup immer noch verwehrt. Als so junge Fahrerin sollte sie sich zunächst, wie jede Skifahrerin im Weltcup vor ihr auch, durch den Europacup kämpfen. Dort fuhr sie zweimal auf's Treppchen und schnitt auch bei den FIS-Rennen überdurchschnittlich ab.
Bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Puy Saint Vincent verpasste sie den Titel in der Abfahrt nur um sieben Hundertstel und musste lediglich Tamara Wolf aus der Schweiz den Vortritt lassen.

Noch viele erfolgreiche Jahre vor sich
Lindsey konnte sich im Winter 2003/2004 dann endlich voll auf den Weltcup konzentrieren und wurde auf Anhieb 30. in der Gesamtwertung. Drei herausragende Ergebnisse fuhr sie ein. Einen fünften und einen dritten Platz in Cortina d'Ampezzo in den Abfahrten ließen sie an ihrem ersten Sieg bei den Profis schnuppern. Ein sechster Rang beim Super-G in Haus unterstrich ihre Ansprüche für die nächsten Jahre. Als Abschluss der Saison wurde Kildow doppelte amerikanische Landesmeisterin und wurde zudem wieder Zweite bei den Junioren-Weltmeisterschaften in der Abfahrt (hinter Maria Riesch).

Weltspitze in den Speed-Disziplinen
Seit der Saison 2004/2005 hat sich Kildow in die absolute Weltspitze vorgefahren. Ihrem ersten Sieg bei der Abfahrt in Lake Louise 2004 ließ sie fünf weitere Podiumsplätze folgen und kämpfte damit lange aussichtsreich um die Kristallkugeln in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. Bei der Weltmeisterschaft in Bormio hat es leider nur zu zwei undankbaren vierten Plätzen gereicht.

Von der Speedspezialistin zur Allrounderin
Mit zwei Siegen in der Abfahrt und einem im Super G, weiteren Podiumsplätzen sowie guten Resultaten im Slalom kann Lindsey Kildow auf eine erfolgreiche Saison 2005/2006 zurückblicken. Lediglich bei den Olympischen Spielen hat sie mit nur zwei Top Ten Platzierungen ihre guten Vorleistungen nicht ganz bestätigt. Doch die beiden Siege im FIS-Riesenslalom im neuseeländischen Coronet Peak im August 2006 lassen auf eine vielversprechende Saison hoffen.

Zwei Medaillen bei der WM 2007
In der Saison 2006/2007 konnte Lindsey zwei Medaillen bei der Weltmeisterschaft in Are erringen und zwar in der Abfahrt und im Super-G. Dort schaffte sie jeweils die Silbermedaille. Doch dann verletzte sie sich und musste den Rest der Saison aussetzen. Vorher konnte sie neben den Medaillen auch drei Weltcup-Siege erringen.

Lindsey privat
Lidsey Kildow spricht neben Englisch sehr gut Deutsch. Sie ist sehr gerne Sushi und, oh Wunder, Schokolade. Ihr Lieblingsfilm ist Gladiator mit Russell Crowe und auch auf Tom Cruise fährt sie ab. Ihre Lieblingsmusik ist Pop, Rap und R&B. Im Sommer 2007 heiratete sie Thomas Vonn und geht seitdem als Lindsey Vonn an den Start.

Sieg in Lake Louise
Gleich beim ersten Speed-Rennen der Saison 2007/2008 setzte Lindsey Vonn dann den ersten Höhepunkt und siegte bei der Abfahrt in Lake Louise im Dezember 2007 vor Renate Götschl aus Österreich. Was für ein perfekter Start für die US-Amerikanerin.

Gesamtweltcupsieg 2008
Durch den Gewinn der großen Kristallkugel im Gesamtweltcup und der kleinen im Abfahrtsweltcup wurde Lindsey Vonn zur alles überragender Athletin im Damenbereich dieser Saison. Alleine fünf der neun Abfahrtsrennen gewann sie teilweise mit deutlichem Abstand. Alle übrigen Abfahrtsrennen beendete sie konstant unter den ersten fünf. Am Ende standen diese Saison zehn Podiumsplätze auf ihrem Konto. Nach Rank sechs im Gesamtweltcup letztes Jahr wurde sie dieses Jahr zum Maß aller Dinge im Damenski.

Steckbrief
Geboren: 18.10.1984 in St. Paul
Nation: USA
Größe: 177 cm
Gewicht: 70 kg
Sprachen: Deutsch, Englisch
Web: http://lindseykildow.blueturtle.net

Erfolge:
Werfen wir einen kurzen Blick in den Karrierespiegel der jungen Amerikanerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): DH (8), K (DNF), SG (7), SL (14), GS DNS)
2002 in Salt Lake City (USA): K (6), SL (32)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SG (2), DH (2), K (DSQ), SL (DNS)
2005 in Bormio (ITA): SG (9), K (4), DH (4), GS (DNF)

Weltcup:
Gesamt-Weltcup-Erste 2008
Gesamt-Weltcup-Sechste 2007
Weltcup-Disziplinen-Erste in der Abfahrt 2008
Weltcup-Disziplinen-Zweite in der Kombination 2008
Weltcup-Disziplinen-Dritte im Super-G 2007
Weltcup-Disziplinen-Dritte in der Abfahrt 2007
Gesamt-Weltcup-Fünfte 2006
Weltcup-Disziplinen-Dritte im Super-G 2005
13 Weltcup-Siege