Die Amerikanerin Lindsey Vonn durfte in Bormio nicht mehr in ihrer Lieblingsdisziplin antreten. Dafür bekam sie endlich ihre Kristallkugel überreicht. In der anschließenden Pressekonferenz nahm sie zu verschiedenen Themen Stellung.

Man muss auch taktisch fahren können
Zuerst freute sich Vonn über ihren Abfahrtstitel: "Ich war unheimlich glücklich, als in den Titel in Whistler sicher hatte - aber das ist kein Vergleich damit, die Kugel wirklich in der Hand zu halten. Ich habe seit ich neun Jahre war von einem Abfahrtssieg geträumt - und nun ist es wahr. Der Hauptgrund für meinen Erfolg war sicher meine Beständigkeit. Ich habe weniger riskiert und bin dadurch weniger gestürzt. Auch mein Mann hat mir hier viel geholfen. Wir haben uns viele Situationen gemeinsam angesehen und mit ihm habe ich gelernt, dass man nach einem Fehler nicht einfach die direkte Linie nehmen kann - sonst landet man im Zaun. Man muss auch taktisch fahren, vielleicht nur mit 90 Prozent statt 110, aber dafür Ergebnisse ins Ziel bringen. Um hierher zu kommen, musste ich viel trainieren. Man muss in einer perfekten körperlichen Verfassung sein, und ich habe viel Zeit mit Fitnesstraining und auf dem Rad verbracht. Ich kann mich sicher noch weiter verbessern. Gerade im Super-G, da war ich nicht einmal auf dem Podest.


Ärgerliche Absage
Auch zur Rennabsage äußerte sich die Amerikanerin: "Ich dachte eigentlich, dass wir nach der Absage der Rennen in Zwiesel eine ausgeglichene Situation hätten, auch weil ich in vielen Rennen bessere Platzierungen nur um eine Hundertstel oder ähnliches verpasst habe - dieser Ausfall ist ärgerlich aus meiner Sicht. Ich war gestern mit Maria Riesch einen Kaffee trinken - sie meinte ich würde den Gesamtweltcup gewinnen, aber ich bin da nicht so sicher. Maria und Niki werden angreifen, also muss ich das auch. Ich hoffe, wir werden hier noch einige Rennen haben."

Rennkalender besser planen
Ein besonderes Fazit hatte Lindsey Vonn für den Rennkalender übrig: "Das war keine gute Planung. Es waren ja drei Trainings in Crans Montana angesetzt, dann Abfahrt und Super-Kombi, dann ab dem nächsten Tag wieder zwei Trainings und dann vier Rennen? Das ist einfach nicht gut geplant. Schon Vancouver war hart, ich habe deswegen mir in zagreb eine Pause gegönnt. Aber in Zwiesel hab ich mich schon wieder sehr müde gefühlt. Der Ausfall der Rennen gab uns dann eine Auszeit. Wir haben das unter uns Fahrerinnen besprochen, dieser Punkt ist der erste auf unserer Agenda.