Andreas Sander war der einzige männliche Starter für den DSV bei der Junioren-Ski-WM in Spanien. Dort überzeugte er und holte sogar die Goldmedaille im Super-G. Im Interview mit Ski2b spricht er über seine Leistung und die kommenden Ziele.

Ski2b.com: Andreas, herzlichen Glückwunsch vorab. Kaum einer hatte dich als Junioren-Weltmeister auf der Rechnung - jetzt hast du den Titel im Super-G geholt. Welche Chancen hast du dir im Vorfeld ausgerechnet?
Andreas Sander: Ich hatte mir in denn Speed-Disziplinen natürlich schon Chancen auf einen Platz unter den Top 5 ausgerechnet, aber ich habe definitiv nicht mit einem Sieg gerechnet. Im Super-G lief es zwar in meiner diesjährigen Saison am besten, aber trotzdem hätte ich das nicht erwartet.


Ski2b: Wie hat dein Umfeld auf den Titel reagiert?
Andreas: Alle waren super glücklich. Ich habe gleich nach dem Rennen mit Eltern und Verwandten telefoniert. Alle wussten gleich Bescheid und alle waren natürlich überglücklich, wie ich auch. Die SG Ennepetal (mein Heimat-Skiclub) hat dann am Samstag eine riesen Party für mich geschmissen ... es war super. Da hab ich mich erstmal feiern lassen.

Ski2b: Aber zuerst von Anfang an. Bereits in der Abfahrt hast du aufgezeigt, hattest aber Pech - was war passiert?
Andreas: Ich war in meinem ersten Lauf super schnell unterwegs - im oberen Teil sogar mit Zwischenbestzeit. Leider ist der Fahrer vor mir gestürzt und hat das ganze Netz abgeräumt, somit mussten sie mich nach halber Strecke abwinken. Ich musste dann nochmal an den Start und dann bin ich leider nicht ganz so gut zurecht gekommen. Im unteren Teil ging mir dann auch langsam die Kraft aus. Aber ein achter Platz mit einer halben Sekunde Rückstand war echt OK, für die Umstände.

Ski2b: Am Ende blieb der achte Platz stehen. Hast du im Nachhinein geärgert?
Andreas: Als ich dann gehört habe, dass ich erst Bestzeit im oberen Abschnitt hatte, hab mich mich natürlich geärgert. Aber sowas kann passieren und ich bin eigentlich mit dem 8. Platz zufrieden.

Ski2b: Die gute Leistung scheint die Auftrieb gegeben zu haben. Wie war der Super-G-Lauf aus deiner Sicht?
Andreas: Naja, im obigen Flachstück war fast keine Sicht. Man hat gradeben das nächste Tor vor sich gesehen. Da hatte ich dann auch nicht so das super Gefühl. Aber im steilen Stück, da wo man dann das Tempo für's letzte Flachstück mitnehmen musste, hab ich es super getroffen. Und hatte dann auch kein schlechtes Gefühl, als ich durchs Ziel gefahren bin.

Ski2b: Du hattest Startnummer acht - wann hast du realisiert, dass es Gold wird?
Andreas: So nach Nummer 15 hab ich mir schon im Geheimen eine Medaille ausgerechnet. Und als ich dann gesehen habe, dass niemand mehr annähernd an die Zeit heran kam, wusste ich, das könnte sich für Gold ausgehen. Aber nach Nummer 40 war ich mir dann fast sicher, dass es Gold wird.

Ski2b: Was ist das für ein Gefühl, als einziger männlicher Teilnehmer aus Deutschland nach Spanien zu fahrern - und dann zu gewinnen?
Andreas: Das war natürlich Wahnsinn. Die anderen haben schon ein bisschen komisch geschaut. Dann ist ein Deutscher am Start und der gewinnt. Aber hab mich im Team mit meinen Trainern und den Mädels eigentlich ziemlich wohl gefühlt, hätte natürlich gern noch ein paar Jungs dabei gehabt, und mit denen meinen Sieg gefeiert.

Ski2b: Jetzt darfst du dich in Bormio mit den ganz großen Namen messen. Bist du aufgeregt?
Andreas: Ja, schon ein bisschen. Aber ich versuche einfach nochmal eine gute Leistung zu zeigen und mich gut zu verkaufen. Dann sehen wir mal, was dabei heraus springt. Ich werde mich aber jetzt deswegen nicht aus der Ruhe bringen lassen oder irgendetwas anderes tun als sonst.

Ski2b: Was kommt als nächstes? Wie geht es für dich jetzt weiter?
Andreas: Ich werde jetzt noch das Weltcup-Finale fahren, dann noch die Deutschen Meisterschaften und mich danach voll auf Schule konzentrieren. Ich schreibe im April mein Abitur. Das ist im Moment das wichtigste für mich, das zu bestehen. Danach kann man sich dann erstmal auf den Sport konzentrieren.