Anfang März kam es zum Speed-Showdown in Kvitfjell. Die drei Rennen, davon zwei Abfahrten und ein Super-G, entwickelten sich zum einen zum Miller-Festival - und sie gaben zwei Fahrern die Chance zu Premierensiegen. Der Verlierer von Kvitfjell 2008 heißt Benjamin Raich. Für Betroffenheit sorgte der schlimme Sturz von Matthias Lanzinger.

Keine Geburtstagsgeschenke
Kurz nach seinem 30. Geburtstag gab es für Benni Raich in Norwegen nichts mehr zu feiern. Er holte in beiden Abfahrten keinen Zähler und im Super-G als 16. auch nur begrenzt Punkte. Damit hat er seine gute Position im Super-G Weltcup vertan und auch seine Chancen im Gesamtweltcup sind gehörig gesunken, denn seine Konkurrenten drehten erwartungsgemäß auf.


Miller eilt davon
Bode Miller aus den USA nutzte die Speed-Events, um seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter auszubauen. In fast perfekter Manier war in allen drei Rennen präsent und holte sich 260 von 300 möglichen Punkten. Die Galaform von Kvitfjell hat den Amerikaner nun sehr nahe an den zweiten Gewinn der großen Kristallkugel gebracht und auch im Abfahrts-Weltcup ist er wieder ganz vorne dabei. Die Zahlen belegen Millers Sprung nach vorne: Im Gesamtweltcup führt er nun mit 185 Punkten vor Cuche und 290 Zählern vor Raich. In der Abfahrt alleine machte Miller 60 Punkte auf Cuche gut und ist nun nur noch fünf Zähler hinter dem Schweizer - ein Entscheidungsrennen in Bormio wird hier die Entscheidung bringen.

Cuche: Super-G-Kugel fast perfekt
Auch Didier Cuche war in Norwegen erfolgreich, aber er musste sich immer hinter den Konkurrenten Miller anstellen. Eine gemischte Bilanz bleibt damit für den Schweizer stehen. 180 Punkte aus drei Rennen, dabei zwei Podestplätze belegen die Ausnahmeform von Cuche. Außerdem konnte er im Super-G eine Vorentscheidung zu seinen Gunsten herbeiführen. Mit 89 Punkten vor Christoph Gruber reicht ihm im letzten Rennen ein 19. Platz, um die kleine Kugel zu gewinnen. Das schlechteste Ergebnis dieser Saison war Rang elf in Beaver Creek. Außerdem überholte er Raich im Gesamtweltcup. Letztlich gab es aber in Kvitfjell einen Stärkeren, Bode Miller.

Siegpremieren für Heel und Streitberger
Zwei Fahrer konnten trotz der dominanten Top-Stars die Rennen in Norwegen nutzen, um ihre ersten Siege auf Weltcup-Ebene einzufahren. Werner Heel aus Italien war in der ersten Abfahrt genauso überraschend vorne wie Georg Streitberger beim Super-G. Heel bestätigte seine Leistung am selben Wochenende mit einem weiteren Podestplatz, mit insgesamt 189 Punkten räumte er sogar mehr Punkte in drei Rennen ab als Didier Cuche.

Lanzingers Horrorsturz schockt die Ski-Welt
Als die letzte Entscheidung schon gefallen war, schockte ein Sturz die Skifans. Matthias Lanzinger sprang als 30. im abschließenden Super-G mit falscher Richtung über eine Kuppe, landete mit vollem Tempo in einem Richtungstor und stürzte weiter bewusstlos den Hang hinab. Neben Beinbrüchen erlitt er dabei schwere Gewebeschäden, die letztlich sogar zu einer Amputation des Beins führten. Auch aus deutscher Sicht gab es schlechte Nachrichten: Stephan Keppler verletzte sich im Training schwer und fällt nun sechs Monate aus.