Maria Riesch hat die zweite Super-Kombination in diesem Winter für sich entschieden und somit das Rennen im Gesamtweltcup wieder offen gestaltet. Die deutsche Top-Läuferin setzte sich in Whistler (CAN) vor der Österreicherin Marlies Schild und Anja Pärson aus Schweden durch.

Riesch schon im Super-G vorn
Bei Plusgraden im kanadischen Frühling hatte Riesch bereits im Super-G den Grundstein für ihren Erfolg gelegt. Nach fast einer halben Sekunde Rückstand im oberen Streckenabschnitt zündete die Allrounderin im unteren Teil den Turbo und distanzierte ihre Konkurrentinnen um mehr als vier Zehntel. Damit hatte sie sich eine gute Ausgangsposition für den anschließenden Slalom geschaffen. Zweite im Super-G wurde Julia Mancuso (USA).

Entscheidung im Slalom
Nachdem der Super-G eher einem Riesenslalom glich und in dem welligen Kurs sehr drehend gesteckt worden war, meinte es der Kurssetzer des Slaloms gut mit den Weltklassefahrerinnen. Mit weiten Torabständen und einem sehr rhythmisch gesteckten Kurs kamen auch die Speed-Spezialistinnen gut zurecht. Zunächst setzte die Französin Sandrine Aubert einen Glanzpunkt: Ihr gelang in 47.28 Sekunden die Laufbestzeit im Slalom und der Sprung auf Platz neun im Gesamtklassement. Lange dauerte es, bis eine der Läuferinnen Aubert verdrängen konnte. Erst "Lizzy" Görgl schaffte es, mit einem sehr guten und flüssig vorgetragenen Lauf die Französin vom Platz an der Sonne abzulösen. Görgl erreichte am Ende einen guten fünften Rang.


Vonn und Hosp nicht auf dem Podest
Etwas überraschend gelangten die Führende im Gesamtmweltcup Lindsey Vonn und die Zweitplatzierte Nicole Hosp nicht auf das Podium. Hosp landete mit einem guten Slalomlauf noch auf Rang vier, nur hauchdünn hinter der Drittplatzierten Anja Pärson. Vonn, die vor allem im Super-G nicht ihren gewohnten Speed entwickelte, musste sich mit Platz sechs begnügen. Spannung pur dann bei den letzten Fahrerinnen: Marlies Schild bewies einmal mehr ihre einzigartigen Slalom-Fähigkeiten und schob sich mit der zweitbesten Laufzeit deutlich an die Spitze, von der sie nur noch Riesch verdrängen konnte. Mit mehr als einer Sekunde Vorsprung ging Riesch, die für den SC Partenkirchen startet, in die 58 Tore. Am Ende rettete sie lediglich neun Hunderstel ins Ziel, diese reichten ihr aber, um den ersten Saisonsieg in der Super-Kombination zu feiern.

Gesamtwetcup bleibt spannend
Im Gesamtweltcup konnte Riesch mit dem Erfolg in Kanada wieder Punkte gutmachen. Nach ihrem unglücklichen Ausfall in der Spezialabfahrt, in der sie beim Zielsprung stürzte, holte sie sich die 100 Punkte für den Sieg und hat jetzt 981 Punkte auf ihrem Konto. Vor ihr liegen lediglich Nicole Hosp (1.049) und Lindsey Vonn (1.103). Damit bleibt das Rennen um die Krone der Skifahrerinnen weiter offen.

Chance auf zweite Kugel für Riesch
In der Disziplinenwertung der Super-Kombination hat Maria Riesch nun die Nase vorne. Die 23-Jährige führt nach zwei Rennen mit 180 Punkten vor Lindsey Vonn (140) und Julia Mancuso (96). Da nur noch eine Kombi bei den Damen im Weltcup-Kalender vorgesehen ist (Crans Montana am 9. März), hat Maria Riesch neben dem Super-G eine weitere gute Chance auf den Gewinn einer Kristallkugel.

Das nächste Rennen findet am 1. März auf deutschem Boden statt: In Zwiesel wird ein Riesenslalom ausgetragen. Wir berichten dann wieder aktuell in unserem Liveticker!