Es war schon ein besonderes Rennen, dass die Herren am Sonntag am Hang von Sljeme gleich neben der kroatischen Metropole Zagreb ablieferten. Spannung, Stimmung und starkes Teilnehmerfeld ließen die Athleten hinterher ins Schwärmen geraten. Man brauche unbedingt mehr von diesen Rennen, befand zum Beispiel der Drittplatzierte Reinfried Herbst.


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Matt kürt sich zum ersten Champion von Zagreb
Zum Showdown war es am Sonntag den 17. Februar 2008 bereits im ersten Durchgang gekommen. Mehr als 1,38 Sekunden lagen platz eins und Platz 30 nicht auseinander. Damit waren alle Finalisten noch in der Lage, ganz vorne zu landen. Einige Top-Fahrer wie Bode Miller und Rainer Schönfelder verpassten unter diesen Voraussetzungen die Final-Qualifikation. Im entscheidenden Durchgang war es für den Sieger Mario Matt dann auch eine Nervenschlacht, denn 20.000 Fans vor Ort hätten den bis dahin führenden Lokalmatador Ivica Kostelic gerne als Sieger gesehen. Doch Matt fuhr weltmeisterlich und kann nach dem Sieg wieder auf den Slalom-Weltcupsieg spekulieren, nachdem Konkurrent Jean-Baptiste Grange ausschied.


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Lizeroux und Dragsic stark - Neureuther Neunter
Aufsteigende Formwerte konnten einige Slalom-Experten vorweisen. Giorgio Rocca meldete sich mit zwei guten Läufen in der Weltspitze zurück, Julien Lizeroux gelang ein toller Ritt im Finale, der ihn noch auf den achten Platz brachte - von Position 24 aus. Auch für Felix Neureuther ging es noch nach vorne, er wurde Neunter und war damit angesichts einer gerade ausgestandenen Grippe zufrieden.


Hosp vergibt Chance
Die Damen hatten bereits am Freitag zuvor das vergnügen, für sie ging es im Night-Race zur Sache. Dabei sah es anfänglich nach einem Duell zwischen den beiden besten Slalom-Fahrerinnen dieser Saison aus: Marlies Schild setzte die Bestzeit, knapp gefolgt von Nicole Hosp. Doch für beide sollte es letztlich nicht zum Sieg reichen. Vor allem für Hosp endete die 'Snow Queen Trophy' ärgerlich - sie fädelte ein und vergab somit die Chance, sich von Lindsey Vonn im Gesamtweltcup abzusetzen.

Schild geschlagen - Poutiainens Comeback
Aber auch Marlies Schild machte Fehler im Finale und verpasste somit den dritten Zagreb-Sieg in Folge. Mit Platz zwei kann sie allerdings gut leben, er beschert ihr die Spitzenposition in ihrer Lieblingsdisziplin. Siegerin war allerdings die Finnin Tanja Poutiainen. Mit einem guten Lauf im Finale feierte sie nach drei Jahren Abstinenz wieder einen Slalom-Sieg.


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Bergmann beste Deutsche
Für den DSV lief es in Zagreb weniger rund. Maria Riesch fädelte im zweiten Durchgang ein, Monika Bergmann war damit als Zehnte beste Deutsche. Fanny Chmelar konnte im Finale überzeugen und verbesserte sich auf Rang 13. Eine weitere Siegerin des Tages sah sich die Rennen aus der Ferne an: Lindsey Vonn hat ihre Entscheidung, den Slalom von Zagreb auszulassen bei diesen Ergebnissen sicher nicht bereut. Sie trainiert bereits in Whistler (CAN) für die anstehenden Rennen vom 22. bis 24. Februar.