An diesem Wochenende gastieren die alpinen Damen und Herren das erste Mal 2008 gemeinsam bei einem Weltcup. Am Freitag steht der erste Nachtslalom der Saison für die Damen an. Am Sonntag absolvieren erstmals auch die Herren einen Slalomwettbewerb in Zagreb.

Schild sicherte sich zuletzt die Snow Queen Trophy
Bei den weltbesten Technikerinnen wird im Ortsteil Sljeme der kroatischen Hauptstadt Zagreb wie in den vergangenen Jahren die Snow Queen gesucht. In den beiden vergangenen Jahren sicherte sich Marlies Schild diesen Titel und die dazugehörige Trophy. Bei der Premiere im Jahr 2005 wedelte Tanja Poutiainen zum Sieg, Marlies Schild stand als Dritte aber auch dort auf dem Podium. Aufgrund ihrer besonderen Beziehung zur größtenteils flachen Piste muss Schild auch dieses Jahr ganz vorne erwartet werden.


Schild und Hosp kämpfen um kleine Kristallkugel
Mit einem Sieg beim stimmungsvollen Nachtslalom könnte sich Marlies Schild auch wieder die Führung im Slalomweltcup holen. Dort liegt sie derzeit fünf Punkte hinter ihrer Teamkollegin Nicole Hosp. Die hat aufgrund der Absage von Lindsey Vonn (USA) die Chance, die Führung im Gesamtweltcup wieder zu ihren Gunsten auszubauen. Da nach Zagreb nur noch die Slaloms in Zwiesel (GER) und beim Weltcup-Finale in Bormio (ITA) anstehen, werden Hosp und Schild die kleine Kristallkugel wohl unter sich ausmachen. Die drittplatzierte Veronika Zuzulova liegt schon rund 100 Zähler zurück. Für den Tagessieg kommt die Slowakin aber auf jeden Fall in Frage. Auch Weltmeisterin Sarka Zahrobska (CZE) muss man auf der Rechnung haben.

DSV mit jungem Team am Start
Maria Riesch liegt zwar im Gesamtweltcup weit hinter den Führenden Hosp und Vonn zurück, aber mit einem guten Ergebnis kann die 23-Jährige den Abstand auf die Amerikanerin verkürzen. Der Deutsche Skiverband tritt mit insgesamt neun Athletinnen an. Neben Riesch gehören Monika Bergmann, Fanny Chmelar, Nina Perner, Susanne Riesch, Monika Springl, Katharina Dürr, Lena Dürr und Carolin Fernsebner zum DSV-Aufgfebot. Bundestrainer Mathias Berthold ist sich den Chancen seines Teams bewusst: "Beim ersten Nachtslalom der laufenden Saison präsentieren wir ein extrem junges Team. Die Mannschaft hat großes Potenzial und daher ist es unser Ziel, wieder möglichst viele DSV-Athletinnen in den Finallauf zu bekommen. Die Kulisse in Zagreb mit den vielen tausend Fans an der Piste wird sicherlich für einen zusätzlichen Motivationsschub sorgen."

Kostelic mit Heimvorteil
Die Herren küren zwar nicht die Snow Queen, aber sie werden den König des Stangenwaldes von Zagreb suchen. Aufgrund seiner Pistenkenntnisse wird Ivica Kostelic, der zuletzt 2005 auf dem Hang kroatischer Meister wurde und regelmäßig dort trainiert, ein gehöriges Wörtchen um den Sieg mitreden. Auch für die Herren ist der Slalom in Zagreb der drittletzte Auftritt in diesem Winter in der "langsamsten" Disziplin. Dabei wird Jean-Baptiste Grange versuchen, nach seinem Patzer in Garmisch-Partenkirchen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Der Franzose hat nach wie vor einen großen Vorsprung im Slalomweltcup.

Das Warten auf den ersten Sieg
Hinter Grange liegt Manfred Mölgg der am Gudiberg einmal mehr knapp seinen ersten Weltcup-Sieg verfehlte. Darauf wartet auch immer noch Felix Neureuther. Der Partenkirchener ist nach seiner Erkrankung, die in bei seinem Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen behinderte, auf dem Weg der Besserung: "Ich habe mich in den letzten Tagen geschont und es geht mir jetzt schon wieder besser. Bis Zagreb sollte die Grippe vollständig auskuriert sein. Dann möchte ich wieder voll angreifen und eine Top-Platzierung erreichen." Einen Leistungssprung nach vorne hat Julien Lizeroux in den vergangenen Wochen gemacht. Der 28-jährige Franzose hat das Zeug dazu, einen Slalom zu gewinnen, stand in seiner Karriere aber noch nie auf dem Podium.

Wer ist der stärkste Österreicher?
Für das Podium und den Sieg kommen auch die Österreicher in Frage. Allerdings hat der ÖSV in diesem Winter nicht den überlegenen Slalomfahrer. In Garmisch-Partenkirchen gewann Reinfried Herbst. Mario Matt ist trotz zwei Saisonsiegen nicht der bestplatzierteste Österreicher in der Slalomwertung. Dort liegt Benjamin Raich als Dritter vor Matt. Raich hat erst einen Saisonsieg auf seinem Konto und muss, wenn er Bode Miller (USA) im Gesamtweltcup noch gefährden will, am besten einen Sieg in Zagreb einfahren.

Das Programm im Überblick:
Freitag, den 15. Februar
15:00 Uhr Slalom der Damen, 1. Durchgang
18:00 Uhr Slalom der Damen, 2. Durchgang

Sonntag, den 17. Februar
10:15 Uhr Slalom der Herren. 1. Durchgang
13:15 Uhr Slalom der Herren, 2. Durchgang

Wir berichten natürlich von beiden Rennen in unserem Liveticker!