In den vergangenen Jahren war es oft so, dass die schnellste Abfahrerin auch im Super-G den Ton angab. So gewann im vergangenen Jahr und 2004 Renate Götschl aus Österreich beide kleinen Kristallkugeln in den Speed-Disziplinen. 2006 gelang dies ihrer Landsfrau Michaela Dorfmeister. In diesem Winter ist das anders - dies unterstrichen die Rennen im italienischen Sestriere wieder eindrucksvoll.


Vonn in einer anderen Liga
In der Abfahrt fährt Lindsey Vonn in einer anderen Liga. Die US-Amerikanerin hat vier der sieben bisher absolvierten Abfahrtsrennen gewonnen. In Sestriere zeigte die 23-Jährige einmal mehr, dass sie im Kampf um die kleine Kristallkugel in diesem Winter wohl nicht zu schlagen ist. Sie gewann mit großem Vorsprung vor Kelly Vanderbeek (CAN) und Nadia Fanchini (ITA). In der Abfahrtswertung führt Vonn drei Rennen vor Saisonende mit 252 Punkten vor Renate Götschl. "Ich bin nun in einer guten Position, so kann ich mit Zuversicht Ski fahren und mich auf meinen Lauf konzentrieren", ist sich Vonn ihrer guten Ausgangslage bewusst. "Mein Material ist gut und ich bekomme gute Unterstützung, auch durch Thomas [ihren Ehemann], wenn er da ist. Ich bin wirklich relaxed und das überträgt sich auf mein Skifahren."


Video-Interview mit Lindsey Vonn


Mit 53 Punkten Vorsprung nach Bormio
Während Vonn die Abfahrt dominierte, wurde sie im Super-G nur 16. Im Super-G-Weltcup liegt sie nur auf Rang elf. Dort führt ihre Freundin Maria Riesch, die in der Abfahrtswertung nur auf Rang neun liegt. So werden diesen Winter die kleinen Kristallkugeln in verschiedene Hände überreicht. Riesch kletterte als Dritte in Sestriere zum dritten Mal im Super-G auf das Podium, sodass die Partenkirchenerin vor dem Weltcup-Finale in Bormio (ITA) mit 53 Zählern Vorsprung auf Elisabeth Görgl (AUT) auf Platz eins liegt. Dort reicht ihr ein vierter Platz, um die Kristallkugel aus eigener Kraft zu gewinnen. Den Sieg im Super-G sicherten sich in Sestriere Andrea Fischbacher (AUT) und Fabienne Suter (SUI). Für beide war es der erste Sieg im Weltcup.


Video-Interview mit Maria Riesch


Spannung im Gesamtweltcup
Anders als in den Disziplinenwertungen geht es bei den alpinen Skirennläuferinnen derzeit im Gesamtweltcup zu. Dort liegen elf Rennen vor Schluss Nicole Hosp und Lindsey Vonn punktgleich in Führung. Dritte mit 102 Zählern Rückstand ist Maria Riesch. Der Vorteil liegt aufgrund des Restprogramms eher bei der Titelverteidigerin Hosp. Vonn kann auf ihre Stärken nur noch bei vier Speed-Rennen ausspielen. Für Österreichs Hosp kommen noch fünf Technikwettbewerbe. So könnte es sein, dass die beiden Kombinationen den Ausschlag geben. Die einzige Super-Kombination diese Saison gewann allerdings Lindsey Vonn.