Zweimal sollten im Winter die Ski-Cracks einen Probelauf für die WM 2009 fahren - stehen bleibt am Ende eine Super-Kombination, eine Abfahrtsstrecke mit Fragezeichen und Chaos bei einigen Organisationsfragen. In Val d`Isere ist noch nicht alles perfekt aufgestellt.

Statt vier nur ein Rennen in Val d'Isere 2007/2008
Ein Premium-Event soll es werden in Frankreichs erster Ski-Adresse: Die Ski-WM 2009 in Val d`Isere ist das Highlight des französischen Wintersports. Die Bilanz aus dem Winter 2007/2008 ist dabei eher ernüchternd: Die Damen-Rennen im Dezember wurden ganz gestrichen, bei den Herren fand nur die Super-Kombi statt. Und auch die Organisation stimmt noch nicht.


Preise schrecken Fans ab
Wolfgang Maier sprach es laut aus: "Die Organisation lässt zu wünschen übrig, hier weiß keiner genau, was er eigentlich will", so der deutsche Alpin-Direktor. Vor allem bei der Unterbringung hapert es. Das deutsche Team hat noch kein Quartier, auch für Journalisten und Gäste ist die Unterbringung unklar, wie auch der Transport der Fans. Die Preise stiegen schon beim Weltcup in die Höhe - das machte den einzigen Wettkampf nicht attraktiver - nur wenige Zuschauer fanden sich bei der Super-Kombination an der Strecke ein.

Abfahrtstest nur in verkürzter Version
Sportlich war vor allem die Rückkehr der olympischen Abfahrtspiste von 1992 im Fokus der Berichterstatter. Im Training hatten die Stars an der 'Face de Bellevarde' einiges auszusetzen, den Ernstfall gab es wegen massiver Schneefälle nur in der verkürzten Kombi-Version. Die Abfahrt selbst fiel wie bereits beide Damenrennen dem Wetter zum Opfer und soll nun in Kvitfjell nachgeholt werden. Kein gutes Omen für die Veranstalter, auch wenn diese nicht für das Wetter haftbar gemacht werden können. Am Folgetag herrschten gute Bedingungen beim einzigen Wettkampf.

Miller holt erstes Kristall
Diese WM-Generalprobe wurde zum Schaulaufen für Bode Miller. Der Amerikaner erwischte unter den neuen Schneebedingungen die Abfahrtspiste als einziger richtig und konnte so mit einem Sicherheitslauf im Slalom das Rennen und die erste Kristallkugel gewinnen. Es war ein Sieg, der leicht fiel, wie auch der Amerikaner im Anschluss selbst bestätigte.


Video-Interview mit Bode Miller


Zwei Kroaten ganz oben
Gerade die Leichtigkeit sollte Millers Konkurrenten im Gesamtweltcup zu denken geben. Gerade Benjamin Raich war weder im Slalom noch in der Abfahrt stark und wird den Vorsprung von Miller in dieser Form kaum aufholen können. Ausnutzen konnten das die Kroaten Ivica Kostelic und Natko Zrncic-Dim, die gemeinsam auf das Podest stürmten.


Video-Interview mit Ivica Kostelic


Nächstes Rennen am Gudiberg
Während das WM-OK von Val d`Isere nun noch ein knappes Jahr Zeit hat, um die kritischsten Hürden zu überwinden, müssen die Herren am 9. Februar in Garmisch-Partenkichen wieder antreten, dort steht der Slalom am Gudiberg an.