Der Ski-Weltcup der Herren im französischen Chamonix wurde von den amerikanischen Skirennläufern bestimmt. Die Abfahrt gewann überraschend Marco Sullivan. In der Super-Kombination sicherte sich Bode Miller den Sieg.

Sullivan von seinen Qualitäten überzeugt
In der Abfahrt hatte ihn wohl so recht keiner auf der Rechnung, aber Marco Sullivan wusste um seine Gleiterqualitäten. "Ich wusste, dass ich sie beim Gleiten schlagen kann, wenn ich meinen Speed aus dem oberen Bereich mitnehmen kann. Es passte alles zusammen", sagte Sullivan nach seinem Coup. Sullivan war in dieser Saison in Lake Louise (CAN) in der Abfahrt erstmals überhaupt auf ein Weltcup-Podium gerast. In Chamonix war der 27-Jährige als Elfter auf die Strecke gegangen und musste anschließend abwarten: "Ich war nicht sicher, ob mein Lauf zum Sieg reichen würde. Ich hatte ein paar kleinere Fehler im oberen Bereich, aber ich wusste, dass ich einen guten Lauf hatte."


Miller hat die erste Kugel so gut wie sicher
In der vorletzten Super-Kombination der Saison ist um ein Haar die erste Entscheidung der Saison gefallen. Bode Miller gewann und hat in der Disziplinenwertung nun 90 Punkte Vorsprung. Bereits am kommenden Wochenende in Val d'Isère wird die Kugel dann endgültig vergeben, aber große Zweifel an Millers Triumph gibt es nicht. Die Basis für den Erfolg hatte der 30-Jährige in der Abfahrt gelegt. Dort war der Amerikaner viel schneller als die Konkurrenz. Sein Rezept für den Slalom war dann recht einfach: "Das Ziel im Slalom für mich ist einfach anzukommen. Wenn ich zu viel riskiere, bin ich raus!" Mit dieser Taktik kann Miller in dieser Saison vielleicht auch die entscheidenden Punkte für den Sieg im Gesamtweltcup holen. Dort führt der Mann mit dem eigenen Team nach Chamonix und könnte so den ganz großen Triumph in diesem Winter landen.


Video-Interview mit Bode Miller


Schönfelder bester ÖSV-Abfahrer
Hätte ihm das vorher jemand gesagt, er hätte es wahrscheinlich nicht geglaubt. Rainer Schönfelder zeigte eine überzeugende Abfahrtsleistung und war als Vierter am Ende bester Österreicher. Damit hatte sich der Techniker auch in den Kreis der Top-Favoriten für die Kombination gebracht. Dort musste er aber in seiner Spezialdisziplin, dem Slalom, die Kohlen aus dem Feuer holen, denn in der Kombi-Abfahrt konnte er nicht so glänzen wie am Tag zuvor. Am Ende reichte es aber für den Kärntner für den dritten Rang, sodass Schönfelder mit seinem Chamonix-Wochenende mehr als zufrieden war.


Video-Interview mit Rainer Schönfelder


Hype durch Grange
Insgesamt war die Stimmung in den französischen Alpen hervorragend. Mit seinen Siegen im Vorfeld hatte Jean-Baptiste Grange für einen absoluten Ski-Hype gesorgt. Stimmungsmäßiger Höhepunkt waren dann die Slalomläufe von "JB" und seinem Landsmann Julien Lizeroux in der Super-Kombination. Mit einem wilden Ritt und Laufbestzeit brachte Lizeroux das Ski-Stadion zum Kochen. Direkt nach ihm fegte Grange durch den Stangenwald und egalisierte Lizeroux' Bestzeit. Die Franzosen sollten diese Stimmung nun bis zur Ski-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr konservieren. Einen weiteren Stimmungstest gibt es schon am nächsten Wochenende. Dann stehen die Herren im WM-Austragungsort 2009 Val d'Isère am Start.