ORF Regisseur Fritz Melchert hat erstmals bei einem Skirennen die Möglichkeit, die Beschleunigung der Rennläufer vom Start weg anzuzeigen. Den Millionen TV Zuschauern wird bei den Live Übertragungen mit einer Tachometer Grafik, wie aus der Formel 1 bekannt, angezeigt, wie schnell die Rennläufer vom Start weg auf 60 km/h beschleunigen.

Testlauf in Lake Louise
Die Idee von Hermann Stanger, Technik Verantwortlicher des Veranstalters, existiert schon seit 10 Jahren. Bei den Rennen in Lake Louise im vergangenen November wurde die Technik das erste Mal ausprobiert. „Die Reporter haben bei den Fernseh-Übertragungen immer wieder erzählt, wie steil der Start in Kitzbühel ist und wie schnell die Athleten auf der kurzen Strecke vom Start zur Mausefalle in kürzester Zeit beschleunigen. Da kam mir die Idee, diese Beschleunigung grafisch auf einem Tachometer wie im Auto darzustellen. Unsere Partner für die Zeitmessung, Precision Timing und SELTEC haben es nun geschafft, ein Radargerät entsprechend für diese speziellen Bedingungen zu adaptieren. Somit können wir den Zuschauern heuer erstmalig dieses Service bieten.“, erzählt Hermann Stanger über die Radarmessung.


Noch schneller an der Mausefalle
Für diese Messung wurde ein speziell konstruiertes Radargerät am Starthaus der Streif montiert. Dieses Gerät wird den Rennläufer bis zur ersten Richtungsänderung verfolgen. Sobald der Rennläufer auf 60 km/h beschleunigt hat, wird die Zeit eingeblendet, die er dafür gebraucht hat. Beim Mausefallsprung selber hat der Läufer eine noch weit höhere Geschwindigkeit, nämlich an die 100 km/h, allerdings erfolgt die Beschleunigung durch den Richtungswechsel vor dem Sprung nicht geradlinig.

Schnell wie ein Ferrari
„Mit diesem Service können wir dem Zuschauer wieder zusätzliche Informationen über die Leistungen der Rennläufer geben. Zusätzlich zu Zwischenzeitmessungen und Geschwindigkeitsmessungen wird das ein interessanter Gradmesser für den Zuschauer und gibt Auskunft über die Startqualitäten der Rennläufer. Jeder kennt die Beschleunigungsangaben bei Autos, wie schnell diese von 0 auf 60 oder 100km/h beschleunigen. Zum Vergleich: ein Mittelklassewagen mit 180 PS benötigt 4,2 Sekunden von 0 auf 60 und der Ferrari 360 Spider F1 benötigt dafür 2,4 Sekunden. In diesem Bereich bewegen sich auch die Rennläufer auf der Streif. Im Training brauchten sie im Durchschnitt 3 Sekunden um aus dem Starthaus auf 60km/h zu beschleunigen.“ zeigt sich OK Chef Michael Huber begeistert von dieser Innovation.