Bei der Super-Kombination in Wengen (SUI) am 11. Januar konnte der Franzose Jean Baptiste Grange seine derzeitige Ausnahmeform im Slalom unter Beweis stellen. Er gewann den Wettbewerb vor Daniel Albrecht (SUI) und Bode Miller (USA).

Kernen-S prüft Teilnehmer
Mit der verkürzten Lauberhorn-Abfahrt nahm die Wengener Super-Kombi ihren Auftakt. Die Piste forderte dennoch auch den Experten alles ab. Vor allem das von Brüggli-S in Kernen-S umbenannte Kriterium trennte die Spreu von Weizen. Nur ein Fahrer konnte in allen Teilbereichen wirklich glänzen: Didier Cuche legte klar die beste Zeit hin und empfahl sich damit als Favorit für die Spezialabfahrt am 13. Januar. Hinter ihm konnte nur Marco Büchel ansatzweise folgen, doch auch er hatte mit knapp sieben Zehnteln bereits klaren Rückstand. Auf Rang drei und vier landeten nach der Abfahrt Adrien Theaux aus Frankreich und der Amerikaner Bode Miller.


Techniker halten Rückstand in Grenzen
Doch bereits nach der Abfahrt stand fest, dass andere um den Sieg kämpfen sollten - denn einige der besten Slalomfahrer schlugen sich am Lauberhorn sehr beachtlich. So kam Rainer Schönfelder als Siebter nur 1,54 Sekunden hinter Cuche ins Ziel, Daniel Albrecht, Ivica Kostelic und Benjamin Raich hielten ihren Rückstand ebenfalls in Grenzen. Auf den Plätzen 27 und 30 sicherten sich Grange und Matt die besten Plätze für das Finale - sie fanden eine fast unberührte Piste vor.

Grange von Platz 27 zum Sieg
Im Slalom schlug die Stunde von Grange. Mit einem furiosen Lauf nahm er dem bislang führenden Weltmeister Matt knappe neun Zehntel ab - es war die klare Laufbestzeit. Nach und nach verfehlten die weiteren Starter diese Bestmarke trotz zum Teil großen Vorsprungs. Ted Ligety (USA) machte es noch am besten und verbesserte sich mit der zweitbesten Slalom-Zeit auf den insgesamt fünften Rang. Als auch Benjamin Raich die Marke von Grange klar verfehlte, konnte dieser langsam auf den Sieg hoffen. Raich verpasste als Vierter am Ende das Podest nur um wenige Hundertstel. Gefährlich wurde es nur einmal: Daniel Albrecht aus der Schweiz ließ sich von seinen Fans beim Heimrennen zu einem starken Lauf antreiben und verfehlte die Führung nur um sechs Hundertstel - dennoch konnte er sich im Ziel freuen. Den Schlusspunkt an der Spitze setzte Bode Miller, der sich im Slalom seit langem wieder stark und sicher genug präsentierte und trotz eines Fehlers Rang drei sicherte.

Cuche verzichtet
Für viele Speed-Asse war die Kombination einmal mehr nur ein zusätzlicher Testlauf für die Abfahrt am kommenden Sonntag. So zog auch Didier Cuche trotz seiner klaren Führung und der guten Chance auf Punkte für den Gesamtweltcup seine Meldung zurück. So wie er verzichteten auch Michael Walchhofer, Hermann Maier, Marco Büchel und Erik Guay auf einen Auftritt im Slalom. Dort sahen von 39 Startern immerhin 13 das Ziel nicht. Darunter war auch der einzige deutsche Starter Stephan Keppler, der nach dem 24. Platz in der Abfahrt mit den kurzen Skiern ausschied.

Grange und Albrecht Kopf-an-Kopf
Nach seinem Sieg führt Grange nun punktgleich mit 180 Zählern die Weltcup-Wertung in der Kombination an. Beide haben einen Sieg und einen zweiten Platz auf ihrem Konto. In der Gesamtwertung machte Albrecht (526) etwas Boden gut auf den weiterhin deutlich führenden Raich (690). Für die Herren geht es am 12. und 13. Januar in Wengen mit dem Slalom und der Abfahrt weiter.