© FISCHER
Die letzten Rennen der alpinen Skirennläuferinnen in 2007 wurden am 28. und 29. Dezember in Lienz ausgetragen. In den beiden technischen Disziplinen trugen die Italienerinnen die Siege davon und beendeten damit eine schwarze Serie, die zehn Jahre anhielt.

Karbon hat kleine Kristallkugel im Blick
Im Riesenslalom fuhr Denise Karbon im dritten Rennen den dritten Sieg nach Hause. Mit der Idealpunktzahl von 300 hat die Italienerin die kleine Kristallkugel der Disziplinenwertung fest im Blick. Denn in dieser Form, Karbon war in beiden Durchgängen Schnellste, wird es schwer, die 27-Jährige aufzuhalten. Allerdings stehen mit dem Weltcup-Finale in Bormio (ITA) noch sechs Riesenslalomveranstaltungen auf dem Plan.


Durststrecke von zehn Jahren beendet
Den italienischen Triumph in Österreich machte Chiara Costazza einen Tag später komplett. Costazza gewann überraschend den Slalom. Im Stangenwald auf dem Schlossberg behielt die 23-Jährige auch nach der Bestzeit im ersten Durchgang die Nerven und kurvte im Finale erneut mit der schnellsten Zeit zu ihrem verdienten ersten Weltcup-Sieg. Für Italien war es der erste Damen-Slalomsieg seit zehn Jahren. Die Italienerinnen sind in diesem Winter in den technischen Disziplinen hervorragend unterwegs. Das zeigen auch die Ergebnisse von Manuela Mölgg und Nicole Gius, die beide schon auf das Weltcup-Podium fuhren und immer für einen Sieg gut sind.

Österreicher Serie gerissen
Mit dem Sieg von Chiara Costazza endete auch eine eindrucksvolle Serie. Die Österreicherinnen hatten die letzten acht Weltcup-Slaloms in Folge gewonnen. Zuletzt war es Therese Borssen im Dezember 2006 gelungen, einen rot-weiß-roten Triumph zu verhindern. Die Schwedin gewann am Semmering.

Stiegler zwei Monate nicht dabei
Überschattet wurden die Rennen vom schweren Sturz von Resi Stiegler. Die US-Amerikanerin stürzte beim Riesenslalom und rutschte unter den Fangzäunen durch. Dabei hatte die 22-Jährige Glück im Unglück, denn abseits der Piste rutschte sie nur hauchdünn an einem Baumstumpf vorbei. Mit ihren Verletzungen wird Resi Stiegler zwei Monate pausieren müssen. Julia Mancuso wollte ihrer Teamkollegin zur Linderung der Schmerzen einen Sieg schenken. "Ich habe alles gegeben, um für Resi zu gewinnen, aber Denise war einfach unglaublich schnell", sagte Mancuso nach dem Riesenslalom. "Ich kann glücklich sein, Zweite geworden zu sein. Mein erster Sieg wird bald folgen. Da bin ich mir sicher!", stellte sie das typische amerikanische Selbstvertrauen zur Schau.

Riesch etabliert sich in der Weltspitze
Die deutschen Damen verpassten zwar in beiden Rennen das Podium knapp, aber dennoch durften sich die DSV-Mädels über einen gelungenen Auftritt freuen. Maria Riesch erreichte erstmals in diesem Winter die Punkte im Riesenslalom und wurde im Slalom Vierte. Damit schob sich die Partenkirchenerin wieder auf den dritten Rang im Gesamtweltcup und etablierte sich nach ihren schweren Verletzungen in den vergangenen Jahren endgültig wieder in der Weltspitze. Kathrin Hölzl hatte nach dem ersten Durchgang im Riesenslalom auf dem zweiten Platz gelegen. Im Finale lief es für die Bischofswiesenerin aber nicht wie gewünscht. Sie war nach dem fünften Rang enttäuscht, sollte aber in naher Zukunft ihren ersten Weltcup-Sieg einfahren können.