Lindsey Vonn hat die erste Super-Kombination der Saison gewonnen. Die Amerikanerin, die bereits gestern die Spezialabfahrt in St. Anton für sich entschieden hatte, gewann in 2:20,28 Minuten. Zweite wurde Maria Riesch (+0,63 Sekunden) vor Julia Mancuso (+0,65), die gestern ebenfalls Dritte geworden war.

Abfahrt verlangt den Damen alles ab
Wie in der Spezialabfahrt verlangte die Piste "Karl Schranz" den Skirennläuferinnen alles ab. Auf der selektiven Piste stürzten zunächste einige Athletinnen, sodass Fragen nach dem Sinn dieser schwierigen Kombination laut wurden. Schon die Startliste, auf der sich nur 36 Athletinnen eingeschrieben hatten, zeigte deutlich, dass viele die Piste für zu schwer hielten. Dennoch entwickelte sich eine spannende Konkurrenz, bei der lange Stacey Cook mit Startnummer eins die Bestzeit hielt. Erst Maria Riesch unterbot Cooks Vorgabe. Die DSV-Athletin wollte in der Super-Kombination unbedingt ein gutes Resultat erreichen, nachdem sie gestern ausgeschieden war. Kurz nach der Partenkirchenerin beeindruckte dann Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin fuhr noch besser als bei der Spezialabfahrt und setzte eine Fabelzeit, an die keiner auch nur annähernd heran kommen konnte. In der Abfahrt schafften es dann nur noch Nicole Hosp und Julia Mancuso, schneller zu sein als Riesch.


Österreicher zeigen Nerven
Zum anschließenden Slalom traten insgesamt nur noch 27 Athletinnen an, sodass Weltcup-Punkte beim Erreichen des Ziels garantiert waren. Allerdings schieden zehn Skirennläuferinnen auf der selektiven Piste aus. Gleich die ersten drei, darunter auch Fanny Chmelar, die in der Abfahrt zu viel Respekt zeigte, kamen nicht ins Ziel. Auch die Favoritinnen aus Österreich schieden aus. Marlies Schild, nach der Abfahrt nur Siebte, riskierte ebenso zu viel wie ihre Teamkollegin Nicole Hosp. Am Ende wurde die junge Anna Fenninger als Vierte beste ÖSV-Dame. Fenninger deutete in beiden Disziplinen ihr großes Potenzial an und durfte sich so am Ende über ihr bestes Weltcup-Resultat bisher freuen.

Taktik von Vonn geht auf
Anders als Schild zeigte sich zunächst Maria Riesch. Die Partenkirchenerin, die diesen Winter im Stangenwald bereits überzeugte, pulverisierte die Bestzeit von Fenninger und legte vor. Nach ihr schied Hosp aus und auch Mancuso konnte Rieschs Zeit nicht unterbieten, sondern verpasste sie mit zwei Hundertsteln denkbar knapp. Als Letzte ging dann Vonn auf die Piste. Die Amerikanerin fuhr taktisch klug und riskierte nicht alles. Am Ende blieben sechs Zehntel ihres großen Vorsprungs übrig. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier gewinnen kann. Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk!", freute sich Vonn über ihren zehnten Weltcup-Sieg.

Drittes Podium für Riesch
Für Maria Riesch war der zweite Platz bereits das dritte Podium in diesem Winter. "Ich bin total glücklich, auf dem Podium gelandet zu sein. Es war heute ein großes Favoritensterben auf diesem selektiven Kurs", so die 23-Jährige. Als dritte Deutsche neben Riesch und Chmelar stand Gina Stechert am Start. Die Speed-Spezialistin musste nach Abfahrtsrang elf im Slalom ebenfalls die Segel streichen.

Vonn übernimmt Führung im Gesamtweltcup
Durch ihren Sieg übernahm Lindsey Vonn nicht nur die Führung im Kombinations- sondern auch im Gesamtweltcup. Mit nun 474 Punkten liegt sie vor Nicole Hosp (419). Dritte ist mittlerweile Maria Riesch (389). Nach den Weihnachtstagen geht es Freitag für die Damen in Lienz (AUT) weiter. Dann steht ein Riesenslalom und ein Slalom auf dem Programm.