Wenn am 21. und 22. Dezember die Speed-Damen und Allrounderinnen in St. Anton zu Werke gehen, ist das die letzte Chance, vor Weihnachten noch ein paar Weltcup-Punkte zu ergattern. Dabei steht die vierte Abfahrt und die erste Super-Kombination auf dem Programm - und natürlich eine weitere Standortbestimmung für die Kandidatinnen im Gesamtweltcup.

Wer ist die \'Speed-Queen\'? 2007/2008
Nachdem in den beiden vorigen Jahren die Speed-Wettbewerbe jeweils klar von den Österreicherinnen Michaela Dorfmeister und Renate Götschl dominiert wurden, steht vor der vierten von zehn geplanten Abfahrten noch längst nicht fest, wer in diesem Winter die kleine Kristallkugel erringen wird. Das erste Rennen in Lake Louise gewann Lindsey Vonn (USA), das zweite in Aspen Britt Janyk (CAN). Zuletzt siegte Anja Pärson (SWE) in St. Moritz - diese drei zählen natürlich zu den ersten Kandidatinnen.


Starke Schweizer Damen
Doch die Spitze ist enger zusammengerückt. Renate Götschl (AUT) fehlt zwar noch der erste Saisonsieg, doch stand sie regelmäßig auf dem Podest und liegt so in der Abfahrtswertung auf dem dritten Platz. Die Schweizerinnen um Martina Schild, Fränzi Aufdenblatten und Nadia Styger haben nach zum Teil erstklassigen Trainingsleistungen im Rennen den Sprung nach ganz vorne zuletzt verpasst.Auch Elisabeth Görgl, Maria Holaus (beide AUT) und Julia Mancuso (USA) können in St. Anton ganz vorne landen, wenn alles passt. Auf der schweren Pitse können sich die Athletinnen keine Fehler erlauben. Auch der DSV hat wieder eine mögliche Siegfahrerin in seinen Reihen.

Maria Riesch auf dem Vormarsch
Der Erfolg beim Super-G in Lake Louise, wo sie Zweite wurde, hat Maria Riesch gut getan. In St. Moritz fuhr sie mit den Plätzen drei und fünf wieder zwei Top-Ergebnisse im Speed-Bereich ein, und das trotz nicht perfekter Fahrten. Nach ihrer langen verletzungsbedingten Auszeit scheint die Partenkirchenerin nun wieder an ihr altes Leistungsniveau angeschlossen zu haben. Damit ist sie in der Abfahrt wieder ganz vorne zu erwarten. Einen Sprung nach vorne hat aber auch Gina Stechert gemacht, die in St. Moritz mit einem zwölften Platz ihre bislang beste Weltcup-Platzierung verbuchte. Eine Wiederholung in St. Anton wäre für sie ein schönes Weihnachtspräsent.

Erste Super-Kombination
Nach der Abfahrt steht am 22. Dezember dann die erste Super-Kombination an. Hier tat sich im Vorwinter vor allem Marlies Schild hervor, dank ihrer herausragenden Leistungen im Slalom. In diesem Jahr dürfte sie mehr Konkurrenz haben, vor allem auch weil Nicole Hosp in sehr guter Verfassung ist. Bei dem zu erwartenden knappen Ausgang im Kampf um die große Kugel kann die Super-Kombination trotz nur dreier geplanter Rennen das entscheidende Zünglein an der Waage sein.

Technikerinnen im Vorteil?
Es steht also viel auf dem Spiel für die Anwärterinnen auf den Gesamtsieg. Vor dem Weihnachtsfest muss Anja Pärson belegen, dass sie auch im Slalom noch zur Weltspitze zählt. Dann hat sie gute Chancen, die erste Kombination für sich zu entscheiden. Nicole Hosp ist, betrachtet man die bisherigen Ergebnisse in Abfahrt und Slalom, die stärkste Allrounderin dieses Winters. Marlies Schild konnte nur bei der Skandal-Abfahrt in Aspen gut aussehen, sonst war sie zumeist abgeschlagen. Die Speed-Asse werden ihr sicher im ersten Teil Zeit abnehmen können. Doch die starken Technikerinnen können dieses Defizit im Slalom normalerweise mehr als kompensieren. Auch in St. Anton?

Deutsche Kombi-Hoffnung
In der Super-Kombination kann aber auch Maria Riesch hoffen. Als einzige der Top-Speedfahrerinnen hat sie auch im Slalom beständig Ergebnisse im Top-Ten Bereich eingefahren und zählt damit zu den ersten Anwärterinnen auf einen Podestplatz. Für den DSV werden zudem Fanny Chmelar und Gina Stechert an den Start gehen und auf ein gutes Ergebnis hoffen.