Die Damenrennen in Aspen 2007 standen wetterbedingt unter keinem guten Stern. Nach erfolgreichen Testläufen kam pünktlich zum Rennauftakt der Schneefall und verhinderte die Austragung der Abfahrt am 7. Dezember. Sie wurde am Tag darauf nachgeholt, der Super-G entfiel dafür. Doch das Speed-Rennen erhitzte die Gemüter.

Sieg für Janyk - Stürze für Meissnitzer und Barthet
Der Neuschnee hatte auch am Samstag kaum von der Rennstrecke geschafft werden können. Auf den weichen Bedingungen hatten die frühen Startnummern klare Vorteile, Britt Janyk (CAN) nutzte das für ihren ersten Weltcup-Sieg. Auch Top-Technikerin Marlies Schild kam so auf das Siegerpodest, während die Favoritinnen zurückblieben oder sogar stürzten. Alexandra Meissnitzer hatte Glück im Unglück und verletzte sich nach schwerem Sturz nur leicht. Ihre Teamkolleginnen Nicole Hosp, Maria Holaus und Christine Sponring verzichteten daraufhin auf einen Start. Weniger Glück hatte Anne-Sophie Barthet, die sich eine Luxation der Kniescheibe zuzog.


Video-Interview mit Britt Janyk


"Wieviel ist ein Leben wert?"
Im Anschluss an die Abfahrt stand FIS Renndirektor Atle Skaardal in der Kritik. Er hatte auf die Durchführung des Wettbewerbs bestanden, vor allem ÖSV-Trainer Mandl hatte für die Absage plädiert. Auch die Sportlerinnen fanden deutliche Worte. "Wie viel ist das Leben einer Rennläuferin eigentlich noch wert?", fragte nicht nur Schwedens Star Anja Pärson. Auch Renate Götschl fand klare Worte.


Video-Interview mit Renate Götschl


Schild-Ausfall im Slalom - Hosp gewinnt
Im Slalom am Sonntag kam dann ein reguläres Rennen zustande, wenn die Strecke für die letzten Läuferinnen auch mehr einer Buckelpiste glich. Die Seriensiegerin Marlies Schild konnte hier nicht glänzen, nach der nur siebtbesten Zeit in Durchgang eins schied sie im Finale nach wenigen Toren aus. Diese Chance nutzte Nicole Hosp. Sie zeigte einen furiosen zweiten Lauf und distanzierte damit den Rest des Feldes um über eine Sekunde. Dazu zählte auch die Finnin Tanja Poutiainen, die nach dem ersten Lauf noch geführt hatte und nun mit Rang zwei zufrieden sein musste. Auf Platz drei landete Kathrin Zettel.


Riesch im Slalom wieder top
Aspen war kein gutes Wochenende aus Sicht der deutschen Fahrerinnen. In der Abfahrt ergatterte Maria Riesch auf Rang 28 als einzige ein paar Punkte. Im Slalom kam sie gut zurecht und belegte Platz neun. Auch Kathrin Hölzl und Fanny Chmelar auf den Plätzen elf und 14 konnten dabei punkten.

Duell an der Weltcup-Spitze
Der Gesamtweltcup scheint auch in diesem Jahr auf das ÖSV-interne Duell zwischen Marlies Schild und Nicole Hosp zuzusteuern. Beide liegen nach den Überseerennen rund 100 Zähler vor der drittplatzierten Denise Karbon. Hosp überflügelte mit ihrem Slalom-Triumph, der zugleich der achte österreichische Sieg in Folge in dieser Disziplin ist, ihre Konkurrentin in der Slalom-Wertung. Die Spitze im Abfahrts-Ranking übernahm Janyk. Weiter geht es nun in St. Moritz (SUI) mit einer Abfahrt und einem Super-G, da der ursprüngliche Gastgeber Val d'Isere (FRA) die Rennen wegen Schneemangels nicht austragen kann.