Die ersten Speed-Rennen der Saison wurden in Lake Louise (CAN) ausgetragen. Dabei stand auch erstmals die neue Startnummernvergabe auf dem Prüfstand. Sieger der Abfahrt wurde Lokalmatador Jan Hudec. Im Super-G sicherte sich Aksel Lund Svindal seinen zweiten Saisonsieg.

Windlotterie in den Rocky Mountains
Jan Hudec vor Marco Sullivan und Andreas Buder: Wer diesen Einlauf vor der ersten Abfahrt der Saison gewettet hätte, wäre von den Wettbüros sicherlich fürstlich entlohnt worden. Viel wurde nicht über die neue Startnummervergabe im Vorfeld geredet. Die Athleten begrüßten die neue Regel, nach der die besten Abfahrer die Nummern 15 bis 22 bekommen. Allerdings geriet der Speed-Auftakt in den kanadischen Rocky Mountains zu einer Windlotterie, bei der letztendlich die niedrigen Startnummern bevorteilt waren. Am Ende gewann Jan Hudec, der als Fünfter auf die Piste ging. Marco Sullivan fuhr mit der Zwei los und landete am Ende auch auf Rang zwei.


Sullivans Ski waren "on fire"
Allerdings hatte Jan Hudec bereits im Abschlusstraining mit der Bestzeit aufgezeigt, sodass der Sieg nicht völlig aus dem Nichts kam. Für Jan Hudec, der bei der Weltmeisterschaft in Are (SWE) Silber gewann, war es das erste Mal überhaupt das er auf dem Weltcup-Podium stehen durfte. Gleiches gilt für Marco Sullivan. Dem US-Boy war dieses Vergnügen in seiner Karriere bisher auch vergönnt geblieben. "Mein Skier waren heute on fire!", sagte Sullivan nach der ersten Abfahrt der Saison. "Ich wusste, dass ich einen soliden Lauf hatte, aber bei den variablen Bedingungen. Als Jan als Erster ins Ziel kam und ich den Abstand sah, wusste ich, dass ich gut war."

Schlechteste Bedingungen für die Favoriten
Die Bedingungen in Lake Louise wurden mit zunehmender Renndauer immer schlechter. Die Favoriten um Aksel Lund Svindal, Michael Walchhofer und Didier Cuche hatten mit den widrigsten Bedingungen zu kämpfen. Ihre Zeiten waren alle vom Winde verweht, sodass sie keine Chance hatten, auf das Podest zu fahren.

Buder nimmt Druck von den Österreichern
Nach den Favoriten ließ der Wind wieder etwas nach. Andreas Buder profitierte davon und unterstrich mit seinem Lauf zudem seine guten Trainingsleistungen. Er raste als Dritter auf das Podium. Damit war der so wichtige Stockerlplatz in der neuen Saison für die Österreicher geschafft.

Raich schnellster Österreicher im Super-G
Beim ersten Super-G der Saison war dann Benni Raich mit einer guten Leistung der schnellste Österreicher, was schon etwas verwunderte, auch wenn der 'Blitz aus Pitz' viel Speed in der Vorbereitung trainiert hat. Hermann Maier, der sich speziell auf die Speed-Disziplinen nach seinem Markenwechsel fokussiert hat, erreichte nur Rang 16.

Svindal mit zweitem Saisonsieg
Den Sieg sicherte sich Aksel Lund Svindal. Der Norweger und Weltcup-Gesamtsieger des vergangenen Winters zeigte, warum er der Skirennläufer ist, den es im Kampf um die große Kristallkugel zu schlagen gilt. Svindal feierte in Lake Louise im vierten Saisonrennen bereits seinen zweiten Erfolg.

Nur Keppler kann mithalten
Das kleine deutsche Speed-Team hat es weiterhin schwer. Man muss weiter auf eine neue Lichtgestalt warten. In der Abfahrt fuhr Peter Strodl als Bester auf Rang 47. Keppler konnte seinen Vorjahrescoup, als er Achter wurde, nicht wiederholen. Er rehabilitierte sich aber mit seiner Leistung im Super-G. Dort erreichte Keppler immerhin Platz 18 und zeigte damit, dass er an einem guten Tag durchaus mithalten kann.