Zum Auftakt der Übersee-Tour im alpinen Ski-Weltcup gab es bei den Damen nichts Neues - zumindest auf dem obersten Punkt des Treppchens. Denn in Panorama (CAN) setzte sich im Riesenslalom wie schon beim Auftakt in Sölden (AUT) Denise Karbon durch. Im Slalom gewann einmal mehr Marlies Schild.

Italienerinnen trotzen finanzieller Schieflage
Der zweite Sieg im zweiten Riesenslalom der Saison hat gezeigt, dass mit Denise Karbon nach vielen Verletzungen in diesen Winter wirklich wieder zu rechnen ist. Aber nicht nur die Doppelsiegerin sorgt für positive Schlagzeilen. Auf Platz drei fuhr Manuela Mölgg, Nicole Gius wurde Sechste. Mit diesen Leistungen konnte man vor der Saison nicht rechnen, denn dem italienischen Verband fehlen wie dem deutschen finanzielle Mittel. So konnten nicht alle Trainingslager wie ursprünglich geplant durchgeführt werden. "Man sagt, weniger ist oft mehr. Das sollte unser Motto sein. Bei den Trainings, die wir absolvierten, haben wir wirklich viel und hart gearbeitet. Daraus haben wir das Beste und vielleicht mit Qualität den Schritt nach vorne gemacht", sagt Karbon mit einem Augenzwinkern.


ÖSV-Damen verlieren Vormachtstellung
Die Österreicherinnen scheinen ihre Vormachtstellung im Riesenslalom aus der vergangenen Saison damit los zu sein. Eher bahnt sich ein Duell zwischen Italien und Österreich an. Bei den ÖSV-Damen fehlt derzeit noch die nötige Kontinuität. So verpasste Kathrin Zettel, die noch in Sölden Dritte geworden war, den zweiten Durchgang als 43. deutlich. Dafür ist das Team aber so ausgeglichen, dass andere in die Bresche springen können. Den obligatorischen Podestplatz sicherte in Panorama Elisabeth Görgl: "Ich habe im Sommer mit meinen Trainern sehr gut gearbeitet. Ich denke, es geht in die richtige Richtung." Die Richtung kann für Görgl nur das oberste Podest sein. Denn ein Sieg im Weltcup fehlt der 26-Jährigen noch. Marlies Schild und Eva-Maria Brem fuhren auf die Ränge vier und fünf. Nicole Hosp zeigte Nerven und vergab als Führende des ersten Laufs, die Chance auf den Sieg leichtfertig.

Schild, immer wieder Schild
Im Slalom hieß die Siegerin in den kanadischen Rocky Mountains erneut Marlies Schild. Die Slalomweltcup-Siegerin des Vorjahres hat von den vergangenen elf Rennen durch den Stangenwald neun gewonnen. Eine beeindruckende Bilanz! Auch diesen Winter ist Schild auf dem besten Weg, die kleine Kristallkugel erneut zu gewinnen. Dennoch bleibt sie bescheiden: "Ich muss jedes Mal kämpfen. Ich weiß, dass es nicht so einfach ist, wieder eine Siegesserie wie letztes Jahr zu starten. Ich werde jedes Rennen mein Bestes geben, dann schauen wir mal, wie es aussieht."

Zahrobska hofft auf weitere Steigerung
Zweite in Kanada wurde Sarka Zahrobska. Die Weltmeisterin fühlt sich in guter Form und hofft, "dass es im nächsten Slalom noch besser läuft". Das würde dann heißen, dass sie die Siegesserie von Schild beenden könnte. In Aspen (USA) werden wir sehen, ob sich die Hoffnungen der Tschechin erfüllen, denn dort steht am 9. Dezember der nächste Slalom auf dem Programm.

Deutsche müssen weiter warten
Für die deutschen Damen lief das Wochenende nicht so gut. Das beste Resultat in beiden Rennen war ein neunter Platz von Kathrin Hölzl im Riesenslalom. Ein verpatzter erster Durchgang verhinderte eine bessere Platzierung. Als 30. rutschte sie noch so gerade ins Finale. Dort nutzte sie die guten Bedingungen zu Beginn und verbesserte sich um 21 Plätze. Im Slalom reichte es für Maria Riesch zu Platz 14. Damit ist die Partenkirchenerin wie auf der Reiteralm die schnellste DSV-Dame im Stangenwald. Auf den ersehnten Podestplatz müssen die Deutschen weiter warten.