Marlies Schild setzte die Siegesserie der österreichischen Frauen im Slalom fort: Die Alpenrepublik ist seit sechs Torläufen unbesiegt und feierte auch auf der Reiteralm einen Triumph. Schild, die nach zwei Läufen in der Gesamtzeit von 1:55,53 Minuten gestoppt wurde, gewann vor ihrer Teamkollegin Nicole Hosp (1:55,59) und sorgte damit für einen Doppelsieg der ÖSV-Damen. Die Italienerin Chiara Costazza, nach Lauf eins in Führung, wurde Dritte (1:55,83).

Slalom von Levi nach Österreich verlegt
Eigentlich hätte der Slalom der Damen in Levi stattgefunden, doch wegen Schneemangels in Finnland sprang die Reiteralm ein. Bei Schneefall und etwas Wind wurde dann der erste Durchgang gestartet. Auf dem flachen Hang hielten sich die Abstände in Grenzen.

Überraschende Führung für Costazza
Nach dem ersten Durchgang lag überraschend Chiara Costazza (ITA) in Führung vor Maria Pietilä-Holmner aus Schweden (58,09) und der österreichischen Lokalmatadorin und Favoritin Marlies Schild (58,13). Insgesamt waren die Top 6 aus Durchgang eins nur um 0,35 Sekunden getrennt.


Maria Riesch nach erstem Durchgang auf Rang zehn
Fünf der sieben deutschen Läuferinnen hatten zuvor den zweiten Durchgang erreicht. Beste Deutsche nach dem ersten Lauf war Maria Riesch als Zehnte. Mit einer Zeit von 58,71 Sekunden hatte die 22-Jährige einen Rückstand von 0,74 Sekunden auf die Führende Italienerin Chiara Costazza (57,97).

Starker erster Durchgang von Perner und Chmelar
Ebenfalls stark fuhren in Durchgang eins Fanny Chmelar (59,16) als 18. und Nina Perner (59,18) auf Platz 19. Kathrin Hölzl (Bischofswiesen/59,47) kam als 25. in den zweiten Durchgang, den auch Slalom-Spezialisten Monika Bergmann (Lam/59,75) als 29. noch eben so erreichte. Susanne Riesch (Partenkirchen/1:00,03) verpasste das Finale als 33. um 22 Hundertstelsekunden und Carolin Fernsebner (Ramsau) schied als einzige des deutschen Septetts aus.

Maria Riesch meldet sich in der Weltspitze zurück
Auch im Finale waren die deutschen Damen stark und alle fünf Aktiven konnten Punkte sammeln. Riesch schaffte den elften Rang, Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) fuhr auf Platz 16, Nina Perner (Karlsruhe) feierte als 20. das beste Weltcup-Ergebnis ihrer jungen Karriere. Slalom-Spezialistin Monika Bergmann (Lam) blieb als 22. etwas unter ihren Möglichkeiten, Fanny Chmelar (Partenkirchen) kam auf Rang 24.

Cheftrainer nicht ganz zufrieden
DSV-Damen-Cheftrainer Mathias Berthold schüttelte nach dem Rennen dennoch den Kopf. Zwar hatten seine Ski-Rennläuferinnen mit einem guten Mannschaftsergebnis überrascht, doch der Cheftrainer war alles andere als zufrieden. "Unter dem Strich haben sie nicht die Leistung gebracht, die in ihnen steckt", sagte Berthold über die sieben Athletinnen, von denen es immerhin fünf in die Punkteränge schafften. "Man hat gesehen, dass die vielen Ausfälle der Vergangenheit bei einigen noch nachwirken. Ihnen fehlt die Selbstsicherheit und der Angriffswille", sagte Berthold. Immerhin musste aber auch der kritische Coach anerkennen, "dass wir uns nach vorne arbeiten. Es ist schön, dass Fünf gepunktet haben." Während sich Schild über den Sieg freuen konnte und darüber, die Siegesserie der Alpenrepublik auf sechs Torläufe ausgebaut zu haben, waren auch die deutschen Mädels zufrieden. "Ich fahre mit einem positiven Gefühl von hier weg", sagte Maria Riesch, "weil ich nach meinem Ausscheiden zum Weltcup-Auftakt in Sölden gepunktet habe". Hölzl meinte, das Ergebnis mache "Mut für die Zukunft".

Mit Material von sid