Der Deutsche Skiverband DSV steckt wegen Unklarheiten bezüglich des neuen TV-Vertrages in einer finanziell problematischen Situation. Laut einer Information der dpa werden daher alle Trainingsgruppen unterhalb des Weltcup-Levels in allen Disziplinen derzeit nicht trainieren.

RTL oder Infront?
Grund für diese Einsparmaßnahmen sind die weiterhin laufenden Verhandlungen um die TV-Rechte der deutschen Weltcups im deutschen Fernsehen. Derzeit verhandeln die beiden Agenturen Infront, die sich im Frühjahr die Rechte für die deutschen Weltcups sicherte, und SportA im Auftrag von ARD und ZDF. Der Vertrag mit dem Rechteinhaber der vergangenen Jahre, RTL, war im Frühjahr ausgelaufen. Allerdings beruft sich der Kölner Sender auf das sogenannte "Matching Offer Right", das ihm nach eigenen Angaben aus dem abgelaufenen Vertrag zusteht. Demnach hätte der Sender bei den Vertragsverhandlungen im Frühjahr das Recht gehabt, das Angebot von Infront zu überbieten. Durch den Einspruch von RTL entstand der Rechtekonflikt.


'Reine Vorsichtsmaßnahme'
Dem DSV fehlen durch den Vertragsstreit nun in der Vorbereitung auf die neue Saison plötzlich fest veranschlagte Mittel - weshalb die Trainingscamps für B, C und D-Kader nicht wie geplant durchzuführen sind. "Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, bis die finanziellen Dinge geregelt sind", erklärte DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach die Situation. Der Fernsehvertrag garantiert dem DSV jährlich Einkünfte in zweistelliger Millionenhöhe. Am Freitag will sich der DSV selbst im Rahmen der Athleteneinkleidung zu dem Vorgang äußern.