Für eine große Überraschung sorgte Jan Hudec bei der Weltmeisterschaft im schwedischen Are im
Jahr 2007, als er mit dem zweiten Platz in der Abfahrt seinen bis dato größten Erfolg feierte.

Skibegeisterte Familie
Die Begeisterung fürs Skifahren hat in der Familie Hudecs Tradition: Sein Vater Jan Hudec sen. war Abfahrer, Mutter Vladi Skilangläuferin. Beide arbeiteten zusammen in der Mountain Ski Academy in Banff, wo dann auch Jan Hudec jun. an seiner Karriere als Abfahrer bastelte. Seine ersten Gehversuche machte Hudec übrigens in Deutschland im bayrischen Nesselwang, wo die Familie bis zu seinem vierten Lebensjahr wohnte. Mit zwei Jahren stand der in Tschechien geborene Hudec erstmals auf Skiern, mit drei Jahren fuhr er sein erstes Rennen, bevor es die Familie dann nach Kanada verschlug.

Vierter bei Junioren-WM
Im kanadischen Red Deer, Alberta, wuchs Hudec auf, erst 2002 zog er nach Calgary. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits erste Erfolge vorzuweisen: Einen fünften Platz bei den nationalen Meisterschaften im Riesenslalom und einen vierten Rang in der Abfahrt bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Verbier im Jahre 2001. Bereits 1999, im Alter von 18 Jahren, wurde er in die kanadische Nationalmannschaft berufen.

Verletzung stoppt Höhenflug
Am 02. Februar 2002 debütierte Jan Hudec beim Weltcup in St. Moritz, wo er auf den Tag genau ein Jahr später mit einem siebten Platz im Super-G zum ersten Mal aufhorchen ließ. Allerdings machte eine schwere Knieverletzung in der Folgezeit vorerst die Hoffnung auf weitere Weltcup-Erfolge zunichte. Erst im November 2004 kehrte der 1,83 m große Hudec auf die Weltcup-Bühne zurück und schaffte gleich bei der Abfahrt in Lake Louise den siebten Platz. Eine weitere schwere Verletzung stoppte Hudec erneut, sodass er im Jahr 2005 zu keinerlei Teilnahmen an Wettkämpfen kam.

Silber bei der WM
2006 dann aber gelang dem Kanadier die Bronzemedaille bei den nationalen Meisterschaften und eine Platzierung unter den ersten 20 in Gröden beim Super-G. Dennoch deutete nicht viel daraufhin, dass Hudec die Überraschung bei der WM in Are glücken könnte. Sein siebter Platz beim Super-G war der erste Erfolg, jedoch setzte er fünf Tage später bei der Abfahrt noch einen drauf und holte sich die Silbermedaille. Mit der Startnummer zwei ins Rennen gegangen, lag Hudec zeitweilig sogar in Führung, musste sich dann aber dem späteren Weltcup-Gesamtsieger Aksel Lund Svindal geschlagen geben.
Der in der Nacht zuvor noch auf dem Fußboden in der WG der kandischen Nationalmannschaft schlafende Hudec feierte seinen Triumph ausgiebig. Er flog zum Feiern heim nach Kanada für ein Wochenende - und das mit neuer Frisur: Nach verlorener Wette gegen seinen Trainer wurde ihm wie seinen Teamkameraden nach der WM ein Irokesenschnitt verpasst.

Erste Abfahrt 2007/2008 gewonnen
Gleich bei der ersten Abfahrt der neuen Saison 2007/2008 in Lake Louise (CAN) erreichte Hudec den ersten Platz und düpierte damit die gesamte Weltklasse. Damit zeigte er, dass die Medaille bei der WM keine Eintagsfliege war.

Langes Warten auf zweiten Weltcupsieg
Nach einer langen Durststrecke und vielen Verletzungen gewann der Kanadier dann in Chamonix (FRA) Anfang Februar 2012 wieder ein Weltcuprennen und etablierte sich in der Weltspitze.

Steckbrief
Geboren: 19.08. 1981
Nation: Kanada
Größe: 181cm
Gewicht: 93kg
Web: www.janhudec.com

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des Kanadiers. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt
abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
keine Teilnahme

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): DH (2), SG (7)
2003 in St. Moritz (SUI): SG (7)

Weltcup:
1. in der Abfahrt in Lake Louise 2007
5. in der Abfahrt Weltcup 2007 in Garmisch-Partenkirchen
7. im Super-G Weltcup 2007 in Lake Louise