In Michael Janyks Familie scheint das erfolgreiche Skifahren eine gewisse Tradition zu haben: Sein Großvater fuhr für die Universität Zürich, seine Mutter für die kanadische Nationalmannschaft und auch seine Schwester ist im Weltcup vertreten. So ist es kaum verwunderlich, dass der Kanadier bereits im Alter von zwei Jahren das erste Mal auf Skiern stand und mit elf sein erstes Rennen fuhr. Als 13-Jähriger wurde er kurzzeitig gestoppt durch zwei Beinbrüche.

Schwere Verletzung
Der Umzug ein Jahr darauf nach Whistler prägt den in Vancouver geborenen Janyk bis heute. So ziert aktuell das Logo der Stadt seinen Helm, in der er seine Jugend verlebte und noch heute so oft es geht zurückkehrt. In seiner Paradedisziplin, dem Slalom, gelang ihm 2000 als 18-Jähriger der sechste Platz bei den kanadischen Meisterschaften. Eine Leistung, die er ein Jahr später weiter ausbauen konnte und sich bis auf Platz drei steigerte. Im Januar 2002 wartete dann das nächste Highlight auf Janyk: Er debütierte im Weltcup in Kitzbühel. Doch auch an diesem Punkt seiner Karriere machte eine Verletzung (Kreuzbandriss) seine Ambitionen in der Saison 2002/2003 zunichte.

Kanadischer Meister
In der Saison 2003/2004 kehrte Michael Janyk wieder in den Weltcup zurück, kam jedoch nicht einmal in die Punkte. Bei NorAm-Rennen fuhr er aber in die Spitze und machte sich selber Mut. Das schönste Erlebnis gab es dann allerdings am Ende der Saison, als er Kanadischer Meister im Slalom wurde und dies am gleichen Tag, da seine Schwester Britt ebenfalls einen nationalen Titel erringen konnte.

Unter den ersten 20
Beide Titel - den Nor-Am-Cup und die kanadische Meisterschaft - konnte der Slalomfahrer 2006 zurückerlangen. Es war der Wegbereiter für eine Aufsehen erregende Saison. Doch auch zuvor glänzte Michael Janyk durch mehrere Platzierungen unter den Top20, unter anderem bei der WM in Bormio (11.), bei Olympia in Turin (17.) oder beim Weltcup in Sestriere (16.). In Kranjska Gora reichte es 2005 gar zu Rang sechs.

"Die Saison meines Lebens"
Doch das Jahr 2006/07 sollte für den 1,80m großen Fahrer zur besten Saison seines Lebens werden. Am Ende standen für ihn der 7.Platz in der Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom, der sechste Platz bei der WM in Are (eines der härtesten Rennen nach Aussage Janyks), die erste Podiumsplatzierung und acht TopTen-Erfolge zu Buche. "Ich habe mich jetzt daran gewöhnt, von zu Hause weg zu sein und aus dem Koffer zu leben", sagte der wegen des Essens vom Teller seiner Teamkollegen nur "The Seagull" ("die Möwe") gerufene Janyk. Das Jahr, in dem die kanadische Nationalmannschaft den Rekord der meisten Podiumsplätze in einer Saison brach, bot für Michael Janyk ebenfalls einen Höhepunkt in seiner Laufbahn. Vor den Augen seiner Familie und Freunde schaffte er in Beaver Creek Platz zwei, was ihm die kurzzeitige Führung in der Slalom-Gesamtwertung brachte. "Ich bin endlich gefahren wie im Training", meinte der Überflieger nach dem Rennen.

Aufstrebende Kanadier
Sowohl das kanadische Team als auch Janyk selbst streben weiter nach Höherem. Bei der Vorbereitung auf das Jahr 2007/08 mussten sie die Tortur eines 1000-km-Trips auf dem Fahrrad innerhalb von sieben Tagen über sich ergehen lassen. Ihr Ziel ist klar: Die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver.


Steckbrief
Geboren: 22.03.1982 in Vancouver
Nation: Kanada
Heimatverein: Whistler Mountain Ski Club
Größe: 180cm
Gewicht: 77kg

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination.

Olympische Spiele
noch keine Teilnahme

Weltmeisterschaft
2007 in Are (SWE): SL (6), K (22),
2005 in Bormio (ITA): SL (11)

Weltcup
7.Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung Slalom 2007
17. Platz Weltcup-Disziplinen-Wertung im Slalom 2005
4. Platz Slalom Garmisch-Partenkirchen 2007
2. Platz Slalom Beaver Creek 2006
6. Platz Slalom in Kranjska Gora 2005

Gewinner Nor-Am-Cup Slalom 2006 in Keystone, USA