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Romed Baumann gilt als großes Talent des österreichischen Skisports und hat nach Meinung vieler Experten das Zeug dazu, der kommende Weltcup-Gesamtsieger zu werden.

Jugendmeister in jeder Disziplin
In der Biathlon-Hochburg Hochfilzen geboren, entwickelte sich Baumann bereits im Jugendbereich zu einem echten Shootingstar. Zweimal wurde er Juniorenweltmeister der Kombination in den Jahren 2005 bzw. 2006, einmal in der Disziplin Abfahrt im Jahr 2004 in Maribor. Auch im Slalom zeichnete sich der Allrounder aus und schaffte 2006 in Québec die Vizeweltmeisterschaft. Sowohl in der Kombination, der Abfahrt und dem Super-G, als auch im Slalom und Riesenslalom sammelte Bauman auch national Erfolge. Er wurde österreichischer Jugendmeister in jeder genannten Disziplin.

Weltcup-Debüt 2004
Im Seniorenbereich gelang es ihm, 2007im Riesenslalom den österreichischen Meistertitel zu gewinnen. Beste Voraussetzungen also für den Sprung in den internationalen Wettbewerb. So feierte er sein Weltcup-Debüt 2004 im Alter von 18 Jahren mit einem 26. Platz in Sestriere gleich mit Punkten.

Zweiter auf der Reiteralm
2006 wurde Baumann nach nur einem Jahr im B-Kader in den A-Kader des ÖSV berufen. Die Saison 2006/07 machte den Sohn eines Eisenbahners dann zum Senkrechtstarter der österreichischen Skiszene. Am 12.11.2006 in Levi konnte ihn im Slalom bei seinem dritten Weltcup-Rennen selbst eine Torstange, die ihm ins Gesicht geschleudert war, nachdem er den Kinnbügel vergessen hatte, nicht aufhalten. Er preschte auf Rang 14 vor und ließ die Öffentlichkeit zum ersten Mal aufhorchen. Kurze Zeit später brachte ihm die drittbeste Zeit im Slalom den zweiten Platz in der Kombination beim Weltcup auf der Reiteralm ein und Baumann stahl als 20-Jähriger den Etablierten die Show.

Sechstbester Kombinierer 2007
Bei seiner Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Are im Februar 2007 war Romed Baumann in der Kombination mit seinem sensationellen siebten Platz mit 0,99 Sekunden Rückstand auf den Sieger schon zweitbester Österreicher. Dass er auch in Zukunft die Arrivierten hinter sich lassen kann, ist für viele Kenner unstrittig. Baumann selbst geht locker mit dieser Erwartungshaltung um, sieht diese eher als Ehre denn als Druck und fordert von sich Höchstleistungen. Er sagt, dass es zu seinen Stärken gehört, auf den Punkt genau konzentriert zu sein und sein vielseitiges Talent einzusetzen. Die Disziplinen-Wertung des Weltcups beendete er 2007 bereits als Sechster in der Kombination - mit 21 Jahren.

Langsamer Aufstieg
Baumann wurde in die österreichische Nationalmannschaft berufen, es sollte aber noch etwas dauern, bis er die an ihn gestellten Erwartungen erfüllte. Die Saison 2007/2008 war eher ein Rückschlag, nur ein Top-Ten Ergebnis gelang dem Hochfilzener. 2008/2009 wechselte er in die Speed/Kombi-Gruppe mit dem Ziel, als Allrounder den Gesamtweltcup anzupeilen. Gut lief es aber nur im Riesenslalom und der Kombi, dort gelang Baumann in Sestriere der erste Weltcup-Sieg. Bei der WM in Frankreich musste sich der Österreicher allerdings mit Rang acht begnügen.

Olympia-Fünfter
Auch der Olympia-Winter 2009/2010 sollte nicht den endgültigen Durchbruch bringen. Baumann konnten den zehnten Platz im Riesenslalom knapp nicht verteidigen und fiel auch in der Kombination von rang drei im Vorjahr auf Position sechs zurück. Bei Olympia hatte er im Riesenslalom eine große Chance: nach Platz zwei im ersten Lauf griff er nach einer Medaille, verpasste diese aber als Fünfter knapp.

Speed-Erfolge
Seit der Saison 2010/2011 gehört Baumann zu den besten Speed-Fahrern - und das sollte ihn endgültig zu den besten zehn Skifahrern auch in der Gesamtwertung machen. Zehn Top-Ten Plätze, dreimal davon auf dem Podium standen für eine neue Konstanz - auch wenn der zweite Weltcup-Sieg noch auf sich warten ließ. Bei der WM war es zweimal wieder ganz knapp - Platz vier und sechs in Abfahrt und Super-G erreichte Baumann - und fuhr damit erneut am Einzel-Edelmetall vorbei. Im Team immerhin gewann er Silber.

Heranpirschen zum zweiten Sieg
Baumann begann die Saison 2011/2012 in Lake Louise stark, musste aber bei den ersten Europarennen zurückstecken. Erst zu den Klassikern in Wengen, Adelboden und Kitzbühel war er wieder da - und arbeitete sich mit guten Ergebnissen immer weiter vor. In Chamonix krönte er dann ein tolles Wochenende nach Platz vier und zwei in den dortigen Abfahrten mit einem deutlichen Sieg in der Super-Kombination - seinem zweiten Erfolg überhaupt.