Der Kanadier Manuel Osborne-Paradis ist ganz klar auf dem Weg in die internationale Weltspitze. In diversen Weltcup-Abfahrten und mit einer erfolgreichen Saison 2006/07 ließ der 23-Jährige zum ersten Mal aufhorchen.

Vizeweltmeister bei den Junioren
Im Jahr 1984 wurde Manuel Osborne-Paradis geboren, 1994 fuhr er sein erstes Rennen und wiederum zehn Jahre später, 2004, debütierte er im Weltcup in Chamonix und schaffte direkt einen sensationellen 14. Platz. Im gleichen Jahr ergatterte er als Vorjahresfünfter den Vizetitel bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Maribor im Super-G.

Erfolgreich in Europa
In der Folgezeit tastete sich der Kanadier immer weiter an die Weltspitze heran, u.a. mit zwei Plätzen unter den besten 20 bei der WM in Bormio 2005 in der Abfahrt und der Kombination. Ein 12. Platz in der Abfahrt in Val d`Isere im November des gleichen Jahres ließ Osborne-Paradis zu der Erkenntnis kommen, dass er "in Europa immer besser fahre". "Vielleicht liegt es daran, dass ich ins Flugzeug steige, nach Europa komme und nur hier bin, um Ski zu fahren", sagte der `Manny` gerufene Lebemann.

Erstmals unter den ersten Fünf
Olympia in Turin 2006 brachte Osborne-Paradis einen 13. Platz in der Abfahrt und einen 19. im Super-G, bevor er dann im November endgültig für Aufsehen sorgte. Ihm glückte die Überraschung beim Weltcup-Rennen in Lake Louise - endlich auch in der Heimat. Mit nur fünf Hundertstel Rückstand auf Sieger Marco Büchel belegte `Manny` einen überraschenden zweiten Rang in der Abfahrt. Auf einer seiner Lieblingsstrecken in Gröden schaffte er kurz darauf Platz fünf und lag nur drei Hundertstel hinter dem Drittplatzierten.

Zwei Kanadier auf dem Podium
Ganz Kanada platzte dann aber vor Stolz, als am 21.Januar 2007 in Val d`Isere nicht nur Manuel Osborne-Paradis sich einen dritten Platz erkämpfte, sondern auch sein Landsmann Erik Guay mit dem zweiten Platz glänzen konnte. Somit standen erstmals seit 1994 zwei Kanadier auf dem Podium; die "Toronto Sun" sprach daraufhin vom "besten kanadischen Ski-Team aller Zeiten". Und speziell Osborne-Paradis knüpfte an seine tollen Leistungen an. Der 23-Jährige kam bei der WM in Are auf Rang neun in der Abfahrt und in Garmisch-Partenkirchen beim Weltcup-Rennen auf Platz sieben.

Irokesenschnitt für "Matty"
Die Saison 2006/07 brachte also den Durchbruch für den Sohn eines Québecers und einer englisch-kanadischen Mutter. Mit diesem hatte er selbst nicht gerechnet und vor dem Start in die Saison maximal drei TopTen-Erfolge eingeplant. Als er deren fünf erreichte, löste er eine Wette ein mit seinem Coach und ließ sich die Haare zu einem Irokesenschnitt schneiden. Für die kommenden Jahre werden die Erwartungen an den Weltcup-Disziplinen-Zwölften der Abfahrt 2007 mit Sicherheit steigen.

Nächster Schritt 2009
Der nächste Karriere-Schritt gelang dem Kanadier im März 2009: In der Vorbereitungs-Saison für Vancouver 2010 rast er in der Abfahrt von Kvitfjell zum ersten Weltcup-Sieg.
Weitere Erfolge sollten nich länger auf sich warten lassen. In der Olympiasaison 2010 stand Osborne-Paradies der erste Weltcup-Triumph im Super-G, sowie ein weiterer Sieg in der Abfahrt in Gröden. Die Winterspiele liefen für ihn jedoch alles andere als gut. Weder im Super-G, noch in der Abfahrt konnte er eine gute Platzierung erreichen.