Stephan Keppler ist der derzeit wohl beste deutsche Speed-Fahrer. Nach ersten nationalen Titeln hat der 24-Jährige in der Saison 2006/2007 auch international erste Erfolge sammeln können.

Durchbruch auf der Kandahar
Seine ersten Weltcup-Punkte holte sich Stephan Keppler im Januar 2006 bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, wo er drei Jahre zuvor sein Weltcup-Debüt gegeben hatte. Bereits in der Jugend feierte der gebürtige Schwabe zahlreiche Erfolge. 2002 wurde er erstmals in die Jugendnationalmannschaft berufen, ein Jahr später gelang ihm der große Coup beim Gewinn der Jugendmeisterschaft im Riesenslalom und Super-G. Zudem gewann er im Jahr 2006 die deutsche Meisterschaft im Super-G und der Abfahrt, seinen beiden Spezialdisziplinen. In der Abfahrt schaffte der Soldat der Sportfördergruppe im Februar 2006 auch einen ersten Platz beim Europa Cup in Vesysonnaz. 2007 konnte er die Meisterschaft im Super-G in St. Moritz verteidigen.

WM-Teilnahme in Are
Im vergangenen Winter glückte ihm durch zwei überraschende achte Plätze in Lake Louise und Gröden der Vorstoß in die alpine Weltspitze. Speziell der achte Platz beim Saisonauftakt in Lake Louise, mit dem Keppler sein WM-Ticket sicherte, sorgte für Aufsehen. Es war das beste deutsche Abfahrtsergebnis seit zwei Jahren. Keppler musste seiner mutigen Fahrweise und seiner fehlenden Routine Anfang des Jahres Tribut zollen, als er in Val d`Isere in die Fangnetze raste und sich einen Kahnbeinbruch am rechten Handgelenk sowie einen Haarriss am linken Hüftkopf einhandelte. Die Verletzung beeinträchtigte auch seine folgenden Ergebnisse; so blieb er bei der WM in Schweden mit dem 37. Platz im Super-G auch hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Hoffnung nach Kvitfjell-Rennen
Dennoch gilt der Wahl-Münchner als bester DSV-Speedfahrer und kann sich berechtigte Hoffnungen machen, in näherer Zukunft weitere Top Ten-Platzierungen bei den Weltcup-Rennen einzuheimsen. Der zwölfte Rang am 11.März 2007 beim Weltcup-Rennen in Kvitfjell nährte diese Hoffnung weiter, als Keppler das drittbeste Ergebnis seiner Karriere erzielte und im Nachhinein von einer "gescheiten Fahrt" sprach.

Die ersten Olympischen Spiele
Während der nächsten drei Jahre blieben Plätze unter den besten 20 leider die Ausnahme. Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d`Isere erzielte er aber Platz 15 in der Abfahrt und Rang 20 in der Super-Kombination sowie Rang 24 im Super-G. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver fiel Neureuther im Super-G aus, wurde aber in der Abfahrt und in der Super-Kombination jeweils 24.

Schwerer Rückschlag
Im Dezember 2010 gelangen Keppler nach vier Jahren wieder mehrere Top-10-Platzierungen im Weltcup. Am 17. Dezember feierte er in Gröden einen großen Erfolg: Im Super-G auf der traditionsreichen Saslong-Piste fuhr er hinter Michael Walchhofer überraschend auf den zweiten Platz. Einen Monat später kam Keppler in der Lauberhornabfahrt in Wegen schwer zu Sturz und erlitt einen Innenbandriss im rechten Knie sowie einen Abriss des Syndesmpsebandes im linken Sprunggelenk. Keppler muss die Saison vorzeitig beenden und wird auch nicht an der heimischen Weltmeisterschaft in Garmisch teilnehmen können.

Steckbrief
Geboren: 01.02.1983
Nation: Deutschland
Heimatverein: WSV Ebingen

Resultate:

Olympische Spiele:
noch keine Teilnahme

Weltmeisterschaft
2007 in Are (SWE): DH (DNF), K (DNS), SG (37), GS (10)

Weltcup
8. Platz DH in Lake Louise (CAN) 2006
8. Platz SG in Gröden (ITA) 2006
12. Platz SG in Kvitfjell (NOR) 2007

Nationale Titel
1. Platz Deutsche Meisterschaft Super-G 2006, 2007
1. Platz Deutsche Meisterschaft Abfahrt 2006
1. Platz Deutsche Jugendmeisterschaft 2003