Christian Flühr (www.cf-1.net) hat in den vergangenen Jahren zweifelsohne Maßstäbe in Sachen alpinem Extremsport gesetzt, die bisher unerreicht sind und seit Jahren schlägt sich der Mann, der gebürtig mitten aus dem Pott kommt, nur noch selbst.

Rekordversuch im Oktober
Im Oktober schlägt das deutsche Ski-Aushängeschild ein neues Kapitel auf. In der weltgrößten Skihalle, der Snowworld in Landgraaf (www.snowworld.com), will er Anfang Oktober einen ersten Indoorweltrekord aufstellen. Landgraaf liegt zehn Kilometer vor den Toren Aachens im "Wintersportmekka Holland". Gefahren wird dieser Rekord nach den altbekannten Regeln des Guinnessbuches, nur mit der zusätzlichen Schwierigkeit, dass die Sechser-Sesselbahn in der SnowWorld nur rund 500 Meter lang ist. Christians Erholungsphasen werden somit deutlich kürzer ausfallen als sonst. Christian, der sich bereits seit Wochen auf die neue Herausforderung minutiös vorbereitet, trafen wir am Rande des Trainings in Obermaiselstein.

Frage: Christian, auf was bereitest Du Dich vor?
Christian Flühr: Nach sieben Weltrekordfahrten unter freiem Himmel mit schlimmsten Wetterkapriolen trete ich Anfang Oktober in der weltgrößten Skihalle an, um einen ersten Indoorweltrekord aufzustellen. In Landgraaf sind immerhin vier Pisten und sieben Lifte unter einem Dach. Ein richtiges kleines Skigebiet. Ich freue mich auf die Herausforderung, die mal ganz anders ist als alles davor. Das Wetter wird mit Sicherheit konstant minus vier Grad Celsius warm sein, dafür werden meine Schlafpausen deutlich kürzer sein als bei allen Fahrten zuvor.

Frage: Wir haben gehört, dass Du kurz vor dem Aufhören warst. Stimmt das?
Christian Flühr: Ja, das ist einwandfrei richtig. Ich war Ende Mai kurz davor, die Brocken hinzuwerfen, da ich privat einen für mich wirklich schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten hatte. Ich bin aus bis heute unerklärlichen Gründen von meiner Lebensgefährtin verlassen worden. Diese Sache hat mich total blockiert und sehr an mir gezehrt.

Frage: Wie hast Du auf die Erfolgsspur zurück gefunden?
Christian Flühr: Es war der internationale Marketingleiter von Reusch, der den richtigen Satz sagte, keine Frau ist es wert, dass Du Deine einzigartige erfolgreiche Sportkarriere beendest. Das habe ich mir hinter die Ohren geschrieben und angefangen, anstatt Trübsal zu blasen wieder zu trainieren. Einher ging damit die Unterschrift unter die Geschichte in Landgraaf, so dass wieder ein Ziel da ist.

Frage: Und wie geht es Dir heute wieder?
Christian Flühr: Gut, ich bin wieder da. Auch das Leben als Single macht viel Spaß, man lernt so viele nette Menschen kennen. (Christian grinst) Ich bin zehn Kilogramm leichter als letztes Jahr um diese Zeit. Ich genieße momentan wirklich die Trainingsphasen, bin bis in die Haarspitzen motiviert und werde mich schinden, um im Herbst so fit zu sein wie nie zuvor.

Frage: Das klingt so, als ob Du schon wieder Lust auf Schnee hättest?
Christian Flühr: In der Tat. Mein erster Besuch in der Snowworld im Juni hat da Wunder gewirkt. Ich habe Bauklötze gestaunt, da die Snowworld Landgraaf mit keiner Skihalle vergleichbar ist, die ich ansonsten kenne. Ende Juli geht es auch wieder in den Schnee an den Gletscher und das ist dann eine willkommene Abwechselung zu momentan rund 30 Grad Celsius. Ende August gehe ich mich dann richtig auf 170 Zentimeter Pulverschnee in der Snowworld einfahren.

Frage: Keine Lust auf Baden?
Christian Flühr: Doch auch. Ich schwimme eigentlich jeden Tag einmal quer durch den Alpsee hier im Allgäu, um meine Grundlagenausdauer zu verbessern, da habe ich doch genug Baden.

Frage: Was machst Du ansonsten zur Vorbereitung?
Christian Flühr: Sicherlich, die Geschichte Weltrekord spielt sich zu einem gewissen Teil im Kopf ab, aber das Meiste ist dann doch Power. Also täglich Laufen, Mountainbiken und den Asphalt zwischen Sonthofen und Hindelang kenne ich inzwischen auch mehr als genau vom Inlinern. Mitte September, knapp drei Wochen vor dem Start in Landgraaf folgt dann ein erster echter Härtetest. Dort werde ich am Airport in München ein 24-Stundenspinning zu Gunsten der Kinderkrebshilfe absolvieren, bei dem ich als einziger Teilnehmer die ganze Zeit auf dem Rad sitzen werden, abzüglich der Pausen, die mir nach Ausdauerreglement zustehen, also fünf Minuten Pause nach jeder Stunde.

Frage: Was folgt nach dem Rekord in Landgraaf?
Christian Flühr: Ausspannen und weiter vorbereiten, weil den bestehenden eigenen Rekord werde ich aufgrund der Gegebenheiten in der Snowworld nicht verbessern können. Im Winter wird es mich wieder geben, GOLDEN 11 klingt doch gut und ein Gegner würde der Sache noch die notwendige Würze geben. Aber das eine nach dem anderen. Natürlich gibt es auch viel zum Thema Indoor-Weltrekordversuch auf meiner Seite www.cf-1.net im Internet.

Danke für das Gespräch!