Sechs Tage vor der Wahl des Austragungsortes der Olympischen Spiele 2014 stellen sich die drei verbliebenen Bewerber Salzburg (Österreich), Pyeongchang (Korea) und Sotschi (Russland) ein letztes Mal der Olympischen Jury.

Salzburg vertritt Mitteleuropa
Der deutschsprachige Raum wird wohl mehrheitlich Salzburg bei der Wahl des Austragungsortes der Spiele 2014 unterstützen. Hier würden die Wettbewerbe sozusagen vor der Haustür stattfinden. Als Botschafter konnten deswegen mit Georg Hackl und Anni Friesinger auch zwei deutsche Sportler gewonnen werden. Im Evaluierungsbericht, der Entscheidungsrundlage der wahlberechtigten IOC-Mitglieder, wurde die Qualität der Bewerbung der Mozartstadt als exzellent bezeichnet. Bei der Qualität der Präsentation musste man sich allerdings mit der Note "gut" zufrieden geben. Minuspunkte gab es für das Transport- und Sicherheitsbudget, sowie für die Unterbringung der Athleten. Im Vergleich zur gescheiterten Bewerbung von vor vier Jahren hat man die räumliche Struktur etwas kompakter gestaltet. So verzichtet Salzburg zum Beispiel auf Ramsau als Austragungsort für die Langlauf- und Biathlonwettbewerbe. Stattdessen würde nun Radstadt/Altenmarkt die nordischen Disziplinen beheimaten. Eines darf man allerdings bei aller Euphorie nicht vergessen: Wird Salzburg Austragungsort der Olympischen Spiele 2014, so wäre eine Bewerbung Münchens für die Spiele 2018 von vornherein zum Scheitern verurteilt.


Favorit Pyeongchang
Auch ohne den Gedanken eines Scheiterns Münchens im Hinterkopf muss man Pyeongchang aufgrund des Evaluierungsberichts als kleinen Favoriten sehen. Die Koreaner erhielten ebenfalls das Prädikat "exzellent" für die Qualität der Bewerbung, die Präsentation war demnach von sehr hoher Qualität und es gab keine Kritikpunkte. Nachteil für Mitteleuropa wären allerdings die ungünstigen Übertragungszeiten, ähnlich wie bei der WM in Sapporo, am frühen Morgen. Die besonders hohe Akzeptanz in der Bevölkerung lässt auch auf größere Zuschauerzahlen, als bei der WM in Sapporo, hoffen.

Außenseiter Sotschi
Nach Auswertung des Evaluierungsberichts muss man Sotschi als Außenseiter unter den drei verbliebenen Bewerbern sehen. Die Beurteilung der Qualität der Bewerbung lautete nur "sehr gut" und es fanden sich auch einige größere Kritikpunkte. Die Sportstätten müssten allesamt erst gebaut werden. Umweltorganisationen sprachen dabei ihre Bedenken zur Umweltverträglichkeit aus. Zudem scheint es um die Verkehrsanbindung Sotschis zu den Skiregionen nicht zum Besten zu stehen. Trotzdem verfolgt man den kühnen Plan, erstmals Winterspiele in eine subtropische Region zu holen. Der russische Staat scheut keine Mittel und Mühen, um dieses Ziel zu verwirklichen.

Liveübertragung der Bekanntgabe
Die Wahl des Austragungsortes findet am 4. Juli während des IOC-Kongresses in Guatemala City statt. Eurosport überträgt die Bekanntgabe live ab 23 Uhr.