Der Deutsche Skiverband reagiert auf die aktuelle Dopingdiskussion bei Ausdauersportarten und ergänzt seine im Herbst 2006 vorgestellte Anti-Doping-Initiative um einige wichtige Punkte. Größtmögliche Kontrolle, Neutralität und Transparenz im Kampf gegen Doping stehen dabei im Mittelpunkt.

Unabhängige Kontrollen
Zukünftig werden sämtliche Blutanalysen bei DSV-Kaderathleten von unabhängigen Labors durchgeführt. Bislang erfolgte diese Auswertung in den Labors der jeweiligen Institute. Die dabei anfallenden zusätzlichen Kosten trägt der Deutsche Skiverband. Mit dieser Maßnahme soll die größtmögliche Neutralität des Verbandes gewährleistet werden.


Automatisierte Auswertung
Die erhobenen Daten werden seit Beginn 2007 direkt in die Medizinische Datenbank des Deutschen Skiverbandes eingepflegt. Durch die Datensammlung können individuelle Wertebereiche für die einzelnen Athleten festgelegt und nach außen dokumentiert werden. Durch eine automatisierte Auswertung können aber auch auffällige Schwankungen, beispielsweise bei Blutbildparametern oder Leberwerten, frühzeitig erkannt, abgeklärt und hinterfragt werden. Es besteht ein dezidiertes Zugriffs- und Rechtesystem, an das auch die Nationale Antidoping Agentur NADA angeschlossen wird. Zur Absicherung der Serverdatenbank wird ein entsprechendes Abbild der Daten simultan zur DSV-Datenbank auf einem Server der NADA abgelegt - dadurch ist eine Kontrolle der Datenintegrität gewährleistet.

Öffentliche Verwarnungen bei 'Misstests'
Größtmögliche Transparenz verspricht sich der Deutsche Skiverband auch bei etwaigen Verstößen gegen die geltenden Antidopingbestimmungen. Auf der Homepage des DSV werden ab sofort unter der Rubrik "Anti-Doping-Initiative" sämtliche Athleten aufgeführt, gegen die wegen eines Versäumnisses bei der Abmeldepflicht eine Sanktion ausgesprochen wird. Bei so genannten "Misstests", also Fällen, in denen der Sportler es versäumt hat, die ihm obliegende Abmeldepflicht zu erfüllen, wenn er seinen gewöhnlichen Aufenthalt länger als 24 bzw. 72 Stunden verlassen hat, und er deshalb für eine Dopingkontrolle nicht zur Verfügung stand, spricht der DSV als verantwortlicher Dachverband bei erstmaliger Verfehlung eine öffentliche Verwarnung aus. Ein zweiter Verstoß gegen die Meldepflicht innerhalb einer Frist von 18 Monaten zieht automatisch eine dreimonatige Sperre nach sich.