DSV-Skirennläuferin Maria Riesch bereitet sich schon wieder auf die neue Weltcup-Saison vor. Im Interview mit Ski2b blickt sie noch einmal auf die vergangene Saison zurück und verrät, wie die nächsten Wochen der Vorbereitung für sie aussehen.

Ski2b.com: Das Ende der letzten Weltcup-Saison liegt nun schon einige Zeit zurück und du konntest etwas Abstand gewinnen. Wie fällt dein Fazit zur Saison 2006/2007 insgesamt aus?
Maria Riesch: Alles in allem sehr positiv. Es gab zwar das ein oder andere Tief zu überwinden - speziell von Mitte Dezember bis Ende Januar lief es ja überhaupt nicht - dennoch fand ich die Saison für einen "Comeback-Winter" recht passabel. Vor allem zum Ende der Saison konnte ich mich nochmal richtig gut steigern und stabilisieren.

Ski2b: Die Vorbereitung auf die neue Saison ist ja schon wieder angelaufen für euch. Wie sieht der Fahrplan für die nächsten Wochen und Monate aus? Wann geht es zur südlichen Halbkugel?
Maria: Das Training ist schon seit ein paar Wochen in vollem Gange, denn nach der Saison ist vor der Saison. Wir haben gleich im Anschluss an den Rennwinter noch einige Lehrgänge auf Skiern absolviert, bevor ich mich dann Ende April für zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet habe. Seit meiner Rückkehr stehe ich im täglichen Training der Konditionsvorbereitung. Anfang Juni steht der erste gemeinsame Kondi-Kurs an, der mit dem gesamten Team in Riccione stattfindet. Schwerpunkt dort wird Grundlagenausdauer mit dem Rennrad sein. Skigefahren wird dann erst wieder Ende Juli, wahrscheinlich im Mölltal. Anfang August geht´s dann wieder nach Dubai in die Skihalle und am 20. August für vier Wochen nach Argentinien.

Ski2b: Die Vorbereitung steht auch immer im Zeichen der Materialtests. Wie weit bist du da mit deinen Head-Ski und was steht bei dir noch an über den Sommer?
Maria: Bei den Materialtests hat bis jetzt alles gut funktioniert. Durch die neuen Regelbestimmungen der FIS mussten ja eh für alle Disziplinen neue Ski gebaut werden. Die Feinabstimmung wird sich aber schon noch bis kurz vor Beginn der neuen Saison hinziehen. Außerdem habe ich auch die Skischuhe von HEAD ausprobiert. Ob ich aber tatsächlich wechseln werde, wird sich ebenfalls erst in oder nach Argentinien herausstellen.


Ski2b: In der neuen Saison steht kein Großereignis an. Wie geht man da die Vorbereitung an, wenn man nicht auf ein Großereignis hinarbeiten kann? Setzt man andere Schwerpunkte?
Maria: Nein, eigentlich nicht. Es gibt da keine Unterschiede in der Vorbereitung, denn auch wenn kein Großereignis ansteht, will man ja trotzdem eine möglichst gute Saison fahren.

Ski2b: In der letzten Saison haben die österreichischen Damen im Weltcup dominiert. Denkst du, dass dies in der nächsten Saison so weitergeht oder wer könnte Nicole Hosp und Co. stoppen?
Maria: Wir hoffen natürlich schon, dass wir in den kommenden Jahren den ÖSV-Damen ein bisschen Paroli bieten können. Unser junges Team entwickelt sich sehr gut, wir haben eine Menge Talente in der Mannschaft, die sich alle auf dem richtigen Weg befinden, um schon sehr bald in der Weltspitze mitmischen zu können. Außerdem gibt es ja auch noch sehr starke Leute aus anderen Nationen, wie z.B. aus Schweden oder USA, die ebenfalls gegen die Übermacht Österreich ankämpfen. Wir wollen ja alle nicht, dass es langweilig wird, oder? :-)

Ski2b: Eine der größten Skirennläuferinnen aller Zeiten, Janica Kostelic, hat mit 25 Jahren ihren Rücktritt erklärt. Was ist deine Meinung dazu?
Maria: Ich hätte es an ihrer Stelle genauso gemacht. Janica Kostelic muss niemandem mehr etwas beweisen. Sie hat in ihren jungen Jahren schon alles erreicht und es gibt eigentlich nichts, was sie noch nicht gewonnen hat. Dazu kommen ihre gesundheitlichen Probleme und die Folgen ihrer schweren Verletzungen. Warum also weiter Raubbau mit dem Körper betreiben? Sie hat ja auch noch ein Leben nach dem Sport...

Ski2b: Maria, vielen Dank für das Interview und weiterhin eine gute Vorbereitung.