Tina Weirather ist eine aufstrebende junge Skiläuferin im Liechtensteiner Skiverband. Kurz nach Ende der Weltcup-Saison 2006/2007 fiel ihre endgültige Entscheidung, weiter für ihr Heimatland Liechtenstein und nicht unter österreichischer Flagge zu starten.

Liechtenstein erhält Vorzug vor Österreich
Als Tochter zweier alpiner Skistars - der Liechtensteinerin Hanni Wenzel und dem Österreicher Harti Weirather - hatte Tina aufgrund einer doppelten Staatsbürgerschaft auch die Möglichkeit ins Team Austria zu wechseln, entschied sich aber aus Liebe zu ihrem Heimatland gegen diese Option.

Vorläuferin mit drei Jahren
Im Alter von drei Jahren hatte Tina Weirather schon einen Auftritt als kleines Skihaserl. 1992 war sie dort beim "Hanni Wenzel Cup" als Vorläuferin zu bestaunen. Ihre Kindheit stand ganz im Zeichen des Skisports - wen wundert das bei so prominenten Eltern. 1998 startete Tina in ihren ersten Skirennen durch, bis sie schließlich ab 2004 in FIS-Rennen antrat.

Juniorenweltmeisterin im Riesenslalom
Seit 2005 war Tina im Europacup unterwegs. Erreichte sie im ersten Jahr nicht die ganz großen Resultate, so stellte sich dennoch schnell heraus, dass sie ein großes Talent besitzt. Zu Beginn des Jahres 2006 kam sie nämlich immer besser in Schwung und erreichte in der Europacup-Abfahrt in Haus (AUT) ihren ersten Sieg. Auch in den folgenden Rennen landete sie kontinuierlich auf den Punkterängen. Das Highlight der ersten Hälfte des Jahres 2006 waren für sie die Junioren-Weltmeisterschaften in Kanada. Nach dem fünften Platz in der Abfahrt, triumphierte die 16-Jährige im Riesenslalom und kehrte mit dem ersten großen Titel in ihre Heimat zurück.

Erste Olympia-Teilnahme
2005 durfte die damals 16-Jährige zum ersten Mal Weltcup-Luft im Riesenslalom von Sölden schnuppern. Dort konnte sie sich allerdings nicht für den zweiten Lauf qualifizieren und bekam erst im Folgejahr erneut die Chance, ihr Potenzial im Weltcup unter Beweis zu stellen. Dennoch hielt die Saison einen weiteren Höhepunkt für das Skiküken bereit. In Turin nahm sie an ihren ersten Olympischen Winterspielen, als eine der wenigen alpinen Athleten für Liechtenstein, teil. Mit einem 33. Platz erzielte sie in einem 56 Teilnehmerinnen großen Starterfeld ein tolles Resultat.

Höhen und Tiefen im Winter 2006/2007
Die erste komplette Weltcup-Saison bestritt Tina Weirather im Winter 2006/2007. Zwar konnte die Athletin vom SCV Schaan dabei die Rennen nicht immer beenden, aber in den meisten Fällen sah sie das Ziel - und dann auch mit einer Ankunft in den Weltcup-Punkten. Sogar ein Top-Ten-Ergebnis konnte sich die nunmehr 17-Jährige in der Super-Kombination von Altenmarkt-Zauchensee notieren. Die Weltmeisterschaften im schwedischen Are verliefen im Vergleich zu den Vorleistungen eher enttäuschend. Zweimal konnte sie das Rennen nicht beenden, einmal trat sie erst gar nicht zum Start an. Gerade deshalb gab sie bei den im März folgenden Juniorenweltmeisterschaften in Österreich noch einmal richtig Gas und gewann einen weiteren Titel, diesmal in der Abfahrt.

Sturz zum Saisonende 2007
Leider wurde die erfolgreiche Saison 2007 noch von einem schweren Sturz beim Training zum Weltcup-Finale in Lenzerheide (SUI) überschattet. Dabei riss die Athletin sich beide Kreuzbänder. Mittlerweile befindet sie sich schon wieder auf dem Weg der Besserung und wenn der Heilungsprozess weiter gut voranschreitet, sollte Tina Weirather im Winter 2007/2008 ihre erfolgreichen Auftritte auf der Weltcup-Bühne fortsetzen können.

Steckbrief
Geboren: 24. Mai 1989 in Vaduz (LIE)
Skiclub: SCV Schaan
Nation: Liechtenstein
Sprachen: Deutsch, Englisch
Hobbies: Sport

Erfolge
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel der jungen Liechtensteinerin. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin: SG (33), DH (DNF)

Weltmeisterschaft:
2007 in Are (SWE): SG (DNF), GS (DNF)
2005 in Bormio (ITA): SG (31)

Weltcup:
8. Platz in der Super-Kombination in Altenmarkt-Zauchensee